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Samstag, 28. Juli 2018

1 Jahr Eversense - Erfahrungsbericht


Wie die Zeit verfliegt! Seit genau einem Jahr trage ich nun das CGM- System Eversense von Senseonics, welches von Roche vertrieben wird.

Ich habe letzte Woche den 5. Sensor implantiert bekommen, zum Glück wieder ohne Schwierigkeiten. Nach wie vor bin ich überzeugt von dem System, es erleichtert mir das Leben unglaublich und ich konnte einige Veränderungen an meiner Therapie vornehmen.
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt und so hat jedes System auch seine Nachteile, bzw. ist nicht für jeden Nutzer geeignet.
Um euch eine mögliche Entscheidung für oder gegen das Eversense einfacher zu machen, hier mal meine Zusammenfassung des letzten Jahres.

Das Beantragen/ die Kostenübernahme
Nach wie vor ein Schwieriges Thema. Nach meinen Recherchen in der Eversense- Facebookgruppe stellen sich die allermeisten Kassen quer. Es gibt Kostenübernahmen in Einzelfällen, allerdings in der Regel nur nach Widersprüchen und Kampf mit dem MDK, Seitenweisen Anträgen und wirklich guten Gründen, weshalb es ausgerechnet dieses CGM sein muss. Einige Kassen scheinen es tatsächlich gar nicht als Hilfmittel anzuerkennen. Hier muss man sich als auf einen längeren Kampf einstellen, der sich für mich allerdings vorerst gelohnt hat.
-> Meine Situation: Meine Kasse hat für 1 Jahr als Einzelfallentscheidung die Kosten übernommen. Ich habe 46 Seiten Antrag und 2 Widersprüche dafür einreichen müssen, 3 Monate Tagebücher, Basalratentests, Schulungsnachweise, Therapieanpassungen. Bald ist das Jahr rum und wir werden sehen, wie es weitergeht.

Das Einsetzen/ die Implantation
Wird nur von zertifizierten und geschulten Zentren durchgeführt, hierfür müsst ihr euch am besten vorher auf der Homepage oder der Hotline von Roche schlau machen. Leider sind es noch nicht so viele, ich musste hierfür den Diabetologen wechseln und nehme seitdem 90km Anfahrt in Kauf.
Ansonsten empfinde ich das Einsetzen als Unangenehm, aber nicht dramatisch. Mittlerweile habe ich ja 5 Sensoren eingesetzte und 4 Sensoren entfernt bekommen. Bei 2 der Eingriffe habe ich leichte Schmerzen gehabt, vermutlich weil das Betäubungsmittel noch nicht/ nicht richtig gewirkt hat. Bei beiden Malen wäre eine Nachdosierung des Lidocains möglich gewesen, ich habe mich aber beide male dagegen entschieden, da die Schmerzen nicht so schlimm waren.
Grundsätzlich ist es aber eben ein kleiner operativer Eingriff und dazu muss man eben bereit sein.

Die Wunden/ Narben
Im Anschluss an die kleinen Operationen hatte ich in den Tagen danach eigentlich nie Schmerzen. Vereinzelt hatte ich blaue Flecke, die beim darauflegen zu spüren sind, mehr aber nicht. Die Wunden sind bei mir alle schnell und ohne Probleme wie zb Entzündungen verheilt. Die Pflaster kann ich idR nach 5 Tagen entfernen. Diese 5 Tage sind aber eben etwas nervig, da man zusätzliches Pflastermaterial zur Hand haben sollte, um zb nach dem Duschen alles frisch zu machen.

So sieht das dann die ersten Tage nach dem Eingriff bei mir aus (der Libre ist natürlich zusätzlich)

Narben sind natürlich da, auch sichtbar. Die älteren sind mittlerweile zu hellen Strichen verblasst, die neueren noch als rote Striemen zu sehen. Keine ist größer als 3mm x 9mm, die letzten sind deutlich kleiner. Meine Erfahrung zeigt, dass solche Narben auch nach Jahren noch zu sehen sind, aber mit der Zeit immer unauffälliger und unsichtbarer werden.




Die App
Für mich am ehesten ein Minuspunkt. Ganz allgemein: Sie tut was sie soll. Was mich sehr ärgert: Die Unterstützung des Android- Betriebssystems ist nach wie vor mies. Keine Widgets, keine Watchanbindung. Bedeutet: bei jedem Alarm MUSS die App geöffnet werden. Für die iOS Systeme gibt es dies bereits alles. Insgesamt hat die App unter Android 1 oder 2 Updates im ganzen letzten Jahr erhalten, da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Aussage der Hotline ist hierzu immer: Wird kommen. Tja, frage ist nur, wann.
Die Follower App EversenseNOW gibt es seit Anfang des Jahres für iOS, auch hier soll Android folgen. Bislang, leider nix.

Smartphone allgemein
Ein positiver Aspekt: Die App läuft bei mir sehr stabil und so gut wie fehlerfrei. Es gibt nur wenige Geräte, die von Roche offiziell zur Nutzung erprobt sind, dennoch läuft sie auf vielen weiteren Geräten (sofern die technischen Voraussetzungen stimmen) und auch die Kopplung des Transmitter bereit dann keine Probleme. Ich habe den Eversense mit einem LeEco LePro3 (China-Import, kennt niemand) und jetzt mit dem Huawei P20 genutzt. Einziges Manko: Sollte der Sensor einen Fehler haben (dazu kommen wir noch), wird die Hotline euch bitten, ein Fehlerprotokoll zu schicken. Und hierbei wird das Gerät angezeigt. Sollte es sich um ein nicht- überprüftes Gerät handeln, lautete die Antwort in meinen Fälle, dass sie dann auch nichts machen könnten. Ich habe zum Glück noch einen (überprüften) iPod Touch zuhause, welcher als mein "offizielles" Gerät dient. Klar zu sagen: Keiner der Fehler trat nur an meinem "ChinaHandy" auf, sondern immer auch am iPod. Für die Funktion spielte es in meinen Fällen also keine Rolle.
Die Verbindung ist bei mir sehr stabil und reicht auch recht weit würde ich sagen. Wenn ich zu weit von meinem Handy entfernt bin, bricht die Verbindung ab, bei Annäherung wird diese aber automatisch wieder hergestellt. Hiermit hatte ich zum Glück keine Probleme in dem ganzen Jahr.



Genauigkeit
Wichtiges Thema für ein CGM. Ich war von der Genauigkeit immer beeindruckt. Die ersten 2 Wochen sind meist etwas durchwachsen, Abweichungen von 20-40 mg/dl kommen vor. Danach hatte ich aber idR Abweichungen von <20mg/dl. Eine sehr sorgfältige Kalibration vorausgesetzt! Zudem wurden Schwankungen schnell bemerkt und angezeigt.

Alarme
Sind frei einstellbar und auch für einen beliebigen Zeitraum komplett abschaltbar (Nutze ich zB wenn man in der Kirche oder in wichtigen Besprechungen ist! Töne sind wählbar, zudem vibriert und leuchtet der Transmitter. Die Vibrationen sind richtig richtig gut, so wird man auch alarmiert, obwohl das Handy nicht verbunden oder in Reichweite ist. Das Leuchten hingegen finde ich völlig überflüssig und eher störend, Leute sprechen einen drauf an, nachts ist es super hell und insgesamt sehe ich keinen Nutzen darin.

Zuverlässigkeit
Tja. Leider muss ich ehrlich zugeben, dass ich aktuell nicht ganz sicher bin. Klare Fakten: 2 meiner 4 Sensoren haben die versprochenen 90 Tage Laufzeit nicht erreicht. Einer hat sich nach wenigen Wochen komplett verabschiedet, ein zweiter nach 78 Tagen. Da der Wechsel und die Bestellung des Sensors Planung bedeutet und meine Praxis dafür auch Termine haben muss, musste ich zwischenzeitlich also auf den Libre zurück.
Aktuell trage ich den EversenseXL, dieser soll bis zu 180 Tagen laufen. BIS ZU. Was immer das bedeutet soll. Ich bin sehr skeptisch aufgrund dieser Zeitansage, da so die Terminplanung für den Sensorwechsel quasi unmöglich ist, zudem muss ich mich ja vorher auch noch um die Kostenerstattung meiner Kasse kümmern. Warten wir es also ab.
Da man den Eversense eben nicht wie Libre/Dexcom/ Guardian/ Enlite selbst wechseln kann, sehe ich hier aktuell wirklich den allergrößten Minuspunkt und ich muss zugeben, zwischenzeitlich war ich richtig genervt und habe überlegt, ob es das überhaupt wert ist. Ich werde den aktuellen Sensor abwarten und dann sehen, wie ich mich entscheide.

Pflaster
Hier nur positives: halten super, meine Haut verträgt sie ohne Probleme, keine trockenen Stellen. Zudem bekommt man wirklich mehr als ausreichend.

Der Transmitter
Aufladen einmal am Tag ist für mich kein wirklicher Nachteil, das passt gut in die Abendroutine. Beim Duschen oder schwimmen lasse ich ihn bislang dran, allerdings bin ich kein Wassersportler. Die Form ist großartig, schön flach und abgerundet. Hängen bleiben kommt deutlich weniger vor als zb beim Libre oder Dexcom.



Entfernung
War bei mir zum Glück immer super unkompliziert, alle Sensoren lagen recht flach unter der Haut und waren gut zu tasten und zu entfernen. Keiner ist im Gewebe gewandert.

Sonstiges
Lichtempfindlichkeit. Meine 4 Sensoren waren alle durchweg lichtempfindlich. Hier kann man scheinbar Pech oder Glück haben, ich kenne auch Personen, die absolut keine Probleme mit lichtempfindlichen Sensoren haben. Meine haben das alle und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Bedeutet: Bei prallem Sonnenlicht gibts keine Werte. Nervig, für mich aber zu verschmerzen. Wer draußen arbeitet oder im Sommer viel Sport macht, sollte sich aber über dieses mögliche Problem im Klaren sein.

Fazit
Viel Licht, aber eben auch Schatten. Die mangelnde Zuverlässigkeit gepaart mit der Abhängigkeit an Bestellsysteme und Terminvergabe/ Arzttermin bei einem Sensorausfall ist für mich aktuell der grüßte Knackpunkt. Ich bin wirklich vom System der Implantation überzeugt und liebe es, dass ich dann über Monate Ruhe haben kann. Dennoch fühlt man sich umso mehr verraten und verkauft, wenn es eben nicht läuft wie geplant.
Ich bin momentan sehr verunsichert, wie es für mich nach dem aktuellen Sensor weitergeht. Ich WILL ihn weitertragen! Ich will weiterhin meine Ruhe haben vor ausgerissenen Sensoren, vor nicht klebenden Pflastern, vor Sensorfäden, die durch eine offene Stelle in die Haut ragen!
Und gleichzeitig ärgere ich mich immer mal wieder über die fehlenden Updates und die beiden vorzeitig ausgefallenen Sensoren.
Ich hoffe so sehr, dass mich mein aktueller Sensor positiv überzeugen kann! Und natürlich, dass meine Kasse einen Nutzen in dem System erkennt und ihn mir dann auch weiterhin bewilligt. 






Donnerstag, 17. August 2017

Libre vs Eversense


Ich bin auf Instagram mehrmals gebeten worden, die Unterschiede des Libres zum Eversense genauer darzulegen. Klar, wenn es etwas neues gibt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen: Was ist denn nun besser oder anders an dem neuen System?

Mir selbst fällt eine objektive Einschätzung wirklich nicht einfach. Ich MAG das Eversense. Ich mag, dass es unter der Haut sitzt und ich mir absolut keine Gedanken machen muss, irgendwo hängen zu bleiben oder es rauszureißen. Dafür nehme ich einen klitzekleinen chirurgischen Eingriff mit einer Narbe alle 90 Tage gerne in Kauf (Ich bekomme übrigens auch Narben vom Libre, deshalb sehe ich das vllt auch so entspannt). Die Idee, den Sensor unter die Hut zu setzen finde ich perfekt. Ich weiß aber auch, dass eben sehr viele genau diesen Punkt kritisch sehen. Jeder muss sein System selbst wählen (und dann hoffen, dass die Kasse diesen Wunsch zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bezahlt-.-).

Da ich das Libre 2 Jahre getragen habe, hier meine PERSÖNLICHEN Erfahrungen und Meinungen kurz zusammengefasst:


Insgesamt kann man die Liste schon so lesen, dass der Libre dem Eversense überlegen ist. Allerdings ist ein Vergleich hier immer etwas schwammig, der Libre ist ein FGM (Flash- Glucose- Monitoring), der Eversense ein CGM Kontinuierliches- Glukose- Monitoring). Heißt: Der Eversense warnt, wenn die Werte steigen oder fallen. Er weckt mich nachts, vibriert während der Arbeit oder bei einer Autofahrt. Und das ist die Funktion, die der Libre einfach nicht hat. Wer auf diese Warnungen nicht unbedingt angewiesen ist, kann mit dem Libre auch super exakte Ergebnisse bekommen. Bei beiden Systemen ist immer die korrekte Handhabung das wichtigste, um genaue Werte zu bekommen.


Mittwoch, 9. August 2017

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System :)

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir "ersten" einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:


Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche "Kante", an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige "muss ich abtapen?" "mist, das Tape hält nicht" "mist, der Sensor löst sich" hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die "Kleberfreiheit" deutlich angenehmer.


Wasserdicht:
Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so...) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.


Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen :)

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (...).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)



Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese "Flügelchen" hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.


Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit "du blinkst" angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System :)






Mittwoch, 1. Juni 2016

Update zum Freestyle Libre


Ein Blick in den Kalender zeigt: Ganz langsam wird es wieder Sommer. Und für mich bedeutet es, dass ich mittlerweile fast ein Jahr das Freestyle Libre durchgängig benutze. Insgesamt bin ich aktuell bei Sensor Nummer 21.

Hier findet ihr meinen damaligen Bericht zu meinen ersten Eindrücken.

Damals muss ich sagen war ich ziemlich skeptisch. Als Selbstzahler hätte ich vermutlich nicht weitergemacht. Aber da meine Kasse ja zahlt... ;)

Mittlerweile möchte ich es nicht mehr abgeben. Ich wollte euch mal eine kurze Auflistung zu meinen persönlichen Pro`s und Contra`s schreiben.

Pro: 

Diskretion
Mal eben schnell messen, den Wert checken, ohne das jemand es mitbekommt. Wirklich bequem. Und gerade im Job ist mir das wichtig. Anonsten würde ich vermutlich während der Arbeit oft gar nicht messen

Bequem
Es geht so schnell! So einfach. Ein Knopf drücken, scannen, fertig. Auch hier: Gerade im Job für mich super.

Verlaufskurve
Auch hier: Wenns im Job stressig wird, scanne ich vllt auch mal eine ganze Weile nicht. Und trotzdem habe ich danach kein schlechtes Gewissen, weil ich die Werte der letzten Stunden ja angezeigt bekomme. Ich kann also abschätzen, wie es gelaufen ist.

Bestellung
Jawohl, hier muss ich sagen, hat Abbott richtig gut zugelegt. Die Bestellungen klappen mittlerweile problemlos. Ich habe immer das Musterrezept für meine Praxis dabei, beantrage das alles Online, warte eine Weile und schon kriege ich Post. Läuft!

Auswertung im Gerät
Das gefällt mir tatsächlich gut. Mal eben schnell den Tagesverlauf durchblättern, den Durchschnitt vergleichen... unkompliziert und übersichtlich. Mir reicht das so.

Genauigkeit
Man höre und staune, aber auch hier muss ich meine anfänglichen Zweifel beiseite räumen. Mittlerweile bin ich mit der Genauigkeit sehr zufrieden. Manchmal kommt es nicht ganz perfekt hin, aber der grobe Bereich stimmt seit Sensor Nummer 9.
Insgesamt habe ich von 21 Sensoren 5 Stück reklamiert.

Contra:

Gerät
Ja, leider. Das Lesegerät an sich, ist für mich ein eindeutiger Nachteil. Ich mag die Haptik nicht, es ist zu leicht, es klappert (manchmal) und der Touchscreen ist für uns Smartphonegeneration ein Graus. Man gewöhnt sich an alles aber wäre super, wenn man nicht viermal auf einen Punkt drücken muss, bis er reagiert. Hier ein tolles Gimick, weiter unten unter "Tipps".

Tagebuchfunktion
Könnte so schön sein. Ist sie aber nicht. Für mich viel zu wenig Optionen, zu grobe Dosierschritte, zu langsame Reaktion und Eingabeoption. Sport zb wird im Display gar nicht angezeigt sondern nur beim auslesen am PC. Öde!

Display
Zerkratzt übelst schnell! Ich habe mir mittlerweile eine Schutzfolie geholt, aber wenn da einfach ein bisschen mehr Qualität drin wäre, sehr gerne.



Hotline
Habe ich bei der Befragung schon mehrfach angegeben. Die Hotline anzurufen nervt mich tierisch. Die Mitarbeiter sind super freundlich und bislang hatte ich da auch im normalen Vorgang keine Probleme.
Aber bis man erstmal zu einem Mitarbeiter gelangt, quält man sich durch gut 3 Minuten Bandansage mit Dingen wie "nutzen sie die Homepage" "drücken sie die 1" "bitte nehmen sie and er Umfrage teil..." das nervt mich richtig. Und leider hört sich das ganze auch an, als wenn es jemand bei 120 auf der Autobahn auf das Band gesprochen hat. Sorry Abbott, aber das geht besser.

Allergie
Ja, auch mich hat es bei Sensor Nummer 14 erwischt. Alles eitrig, blutig und offen. Seitdem nutze ich unter jedem Sensor Blasenpflaster (siehe weiter unten unter "Tipps").

Klebefähigkeit
Hm, also das haut bei mir auch nicht hin. Er klebt nicht. Häufig löst sich schon nach einem Tag das Pflaster am Rand ab. Das ist mir so zu unsicher, ich tape also jeden Sensor mit Kinesiotape.

Tipps:

Dokumentation
Hiermit meine ich nicht Tagebuch schreiben. (Dafür habe ich leider auch noch keine gute Lösung gefunden!)
Aber ich dokumentiere seit dem ersten Sensor die wichtigen Eckpunkt. Ich notiere mir die Seriennummer, der wievielte Sensor es für mich ist, wann ich ihn gelegt habe, bis wann er laufen soll, wie lange er tatsächlich gelaufen ist, wie die Genauigkeit war und wie meine Haut reagiert. Seit der Allergie auch zusätzlich noch, welche Pflaster etc ich benutzt habe.

So sieht meine Dokumentation dann aus

Schutzcover
Habe ich selbst erst vor kurzem entdeckt: mylibrecover.com. Absolut großartige Hüllen. Passen perfekt, sind von einem Nutzer produziert, in Deutschland hergestellt und lösen für mich das Problem der billigen Haptik. Werde mir definitiv noch eine grüne bestellen, sobald diese wieder lieferbar sind!



Kinesiotape
Ohne gehts nicht mehr. Ich tape alle meine Sensoren. Einfach ein ca 10cm langes Stück nehmen, die Ecken abrunden und mit leichtem Zug drüber kleben. Wenns gut läuft, hält das Tape sogar bis zu 10 Tage.
Mein Tipp für alle die eher im Westen oder Norden von Deutschland leben: Action! Dieser Billigladen hat das für mich beste und günstigste Tape überhaupt. Knapp 2€ für eine 10Meter Rolle, diverse Farben und ne gute Klebekraft. Da hatte ich schon deutlich teurere, die deutlich mehr gekostet haben.
Ach ja: Ich glaube nicht daran, dass man das Loch in der Mitte des Sensors freilassen muss. Das die Haut dadurch "atmet" oder sowas. Ich klebe es zu. Und zwar immer!



Deko
Kann man für 1-2€ pro Stück kaufen, kann man sich aber auch selbst machen. Ich habe eine Kreisstanze, die perfekte Kreise für den Sensor ausstanzt. Aus Washisheets oder Papier ausgestanzt, ausgeklebt, fertig. Alle Motive deiner Wahl verfügbar und so viele man mag. Und kostet quasi nix. (Ausschneiden ist natürlich noch günstiger ;) )



Hansaplast Blasenpflaster
Meine Lösung gegen die Allergie. 5 Stück kosten knapp 6-7€ in der Apotheke. Wichtig: Die große Größe nehmen! Die Ränder ein bisschen abschneiden, auf die Haut kleben, Sensor durchstechen (ja, kein Loch rein, einfach durchstechen!) fertig. Hat bei mir bislang 7 Sensoren lang hervorragend geklappt.






So, natürlich ist meine Liste der Contras immer noch ganz schön lang. Aber für viele kleine Probleme habe ich mir mittlerweile meine eigenen Lösungen gebastelt. Und die Vorteile im Alltag überwiegen einfach! Ich hoffe auf ein "Leserät 2.0" und natürlich immer noch die implantierten Sensoren, aber bis dahin werde ich erstmal ganz zufrieden weiter scannen.
Viele Eindrücke findet ihr auch auf meinem Instragram Account, dort heiße ich "sandriabetes1"

Liebe Grüße!






Samstag, 6. Februar 2016

So, nachdem ich bislang immer so über die Kundenhotline von Abbott geschimpft habe, heute mal ein positives Beispiel:

Mein Sensor zeigt seit Donnerstag Abend immer schon sehr viel niedrigere Werte an, als das Messegrät (Unterschied teilweise größer als 150mg/dl). Dann dazwischen schon immer wieder Datenlücken und ab 22 Uhr bis morgens um neun nur noch LO. Hab dann am Freitag Vormittag den Kundenservice angerufen und siehe da: Überhaupt kein Problem. Ich musste kaum zu Ende berichten, da sagte der freundliche Mitarbeiter "Nein, so geht das ja auch nicht. Sie kriegen nen neuen."
Hervorragend! So hatte ich mir das vorgestellt. Der Sensor hätte noch 4 Tage laufen sollen, den soll ich jetzt auch wieder einschicken. Gerne doch.

Aber am besten gefiel mir, dass ich diesmal wirklich das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden.
Aktuell läuft also der 12 Sensor, 3 davon musste ich jetzt reklamieren (einen davon allerdings wegen "klebt nicht"). Die letzten 3 Sensoren liefen super und ich bin insgesamt wieder deutlich zufriedener mit dem Libre :)

Jetzt müssen nur meine Werte auch noch zufriedenstellender werden -.- Wobei, heute gehts eigentlich wieder. Schon beeindruckend, wie auch immer die persönliche Stimmung von dem Blutzuckerverlauf abhängt!

Mittwoch, 18. November 2015

Erste Erfahrungen mit dem Freestyle Libre


Heute wollte ich mal einen kurzen Überblick über meine bisherige Erfahrungen mit dem Freestyle Libre geben.
Ich trage momentan den fünften Sensor, zahlen tut meine Krankenkasse, die DAK.

Ich weiß, dass alle total hinterher sind, die Kosten für den Sensor von der Kasse erstattet zu bekommen. Bei mir ist das eine relativ undurchsichtige Testangelegenheit der DAK, warum man genau mich jetzt ausgewählt hat, keine Ahnung. Ich habe mich schon sehr gefreut als der Bescheid kam. aber noch nun knapp 10 Wochen mit dem Sensor muss ich sagen, ich bin nicht sonderlich beeindruckt.

Die zehn Wochen sind übrigens Netto. Dazwischen war ich 2 Wochen ohne Sensor, weil sich leider ein Adresswechsel als äußerst schwierig erwies. Ich bin eben leider zwischendurch mal umgezogen, direkt Meldung an die Krankenkasse und Abbott, damit alles richtig ankommt. Bei Abbott hieß es tatsächlich erst, das ginge nicht so einfach. Dann ist leider die nächste Bestellung doch erst an die alte Adresse gegangen. Und wurde dann an die Adresse meiner Eltern geschickt! War mir dann ja auch fast egal, Hauptsache überhaupt mal angekommen.

Klar ist es super, mal eben schnell scannen zu können anstelle von dem ständigen stechen. Andererseits war das für mich immer das geringste Problem. Meine Finger hatte zwar bisschen Hornhaut, aber damit lebe ich ja nun auch einfach seit mehr als 20 Jahren.

Meine Haut an den Setzstellen verträgt den Kleber bislang zum Glück sehr gut. Allerdings ist das etwas, was ich wirklich kritisch sehe. Einige Leute bekommen da nach langer Tragedauer fiese fiese Allergien von, dass lässt mich ehrlich gesagt schon an der Zusammensetzung des Klebers zweifeln.
Funktionieren tut das ganze ansonsten recht ordentlich. Ich sichere den Sensor meistens mit Kinesiotape, da er sonst leider schon nach wenigen Tagen abfallen würde. 14 Tage Tragezeit ohne Fixierung (das wird übrigens von der Abbott Hotline mittlerweile extra abgeraten!)? Im Leben nicht. Aber klar, einen Kleber mit so einer Haftkraft, der dann auch noch Haut verträglich sein soll? So etwas kann ja eigentlich nicht gehen.

Leider zeigt mein Lesegerät mittlerweile erste Ermüdungserscheinungen. Der Knopf zum scannen reagiert zunehmend träger, vermutlich muss ich das Gerät bald reklamieren.

Apropos Reklamation: Zwei Sensoren habe ich bislang umtauschen müssen.
Der erste, weil leider trotz Fixierung der Sensor vier Tage vor Ablaufdatum abgefallen ist. Hierbei war die Reklamation relativ unkompliziert.
Der zweite Sensor jedoch hat mich auf die Palme getrieben. Wieder vier Tage vor Ablaufdatum stimmten die Werte nicht mehr. Sensor zeigt 60mg/dl an, Blutzuckermessgerät (und Körper!) sagen deutlich: 320mg/dl! Kleiner Unterschied.... Und das den ganzen Tag über immer mal wieder. Wenn meine Werte im 200er Bereich lagen, zeigt das Libre nur noch "LO" an. Super. Also durch die Abbott- Hotline gequält. Der Mitarbeiter sagt sinngemäß: "Kein Ding, dann messen sie jetzt die nächsten 2 Stunden immer 15 Minuten zeitversetzt mit beiden Geräten und melden sich dann." Okay, getan. Leider ist die Hotline aber nur bis 18 Uhr zu erreichen-.- Mist. Okay, also die Nacht über mit den Altbeständen an Teststreifen gemessen, der Sensor darf nämlich noch nicht entfernt werden und damit auch kein neuer gesetzt werden.
Morgens Hotline angerufen. Andere Mitarbeiterin. Abweichungen von manchmal mehr als 200mg/dl vorgetragen. Sie tippt das in Ihren Toleranzrechner ein und sagt: "Sorry, keine Reklamation." WHAT?
Grund der Ablehnung war: Ich habe nicht das integrierte Messgerät genutzt, sondern mein Contour. Weil ich noch NIE Freestyle Messgeräte benutzt habe und demnach auch keine Messstreifen habe.
Sie schickt mir also ne 10er Packung zu. Ich habe aber mal angemerkt, dass der Sensor bis zum Lieferzeitpunkt ja vermutlich abgelaufen sein würde (Post und so...). Tja, dann wäre eine Reklamation eben nicht möglich.
Mir tat die arme echt leid, sie macht die Regeln ja nicht aber das Ganze war sowas von ärgerlich für mich und eine so dämliche, kundenunfreundliche Regelung! Ich hab mich richtig aufgeregt. Und sowas passiert mir sonst nie! Aber schließlich zahlt die Kasse ja nur eine bestimmte Anzahl Sensoren pro Quartal, wenn die alle die versprochenen 2 Wochen nicht durchhalten, stehe ich am Ende ganz ohne da!
Also weiterhin mit einem nicht funktionierenden Sensor am Arm. Am späten Nachmittag dann hatte der Sensor sich bei einem gemütlichen "Dauer- LO" eingependelt. Wieder die Hotline angerufen. Ich hab echt ne Weile diskutieren müssen aber schlussendlich wurde die Reklamation dann anerkannt. Und ich konnte endlich meinen neuen Sensor setzen.

Der läuft auch bislang prima und hat noch 24 Stunden bis zum Ablaufdatum. Läuft also wirklich opt auch richtig gut. Die Werte sind meistens nah an den "blutigen" Messwerten und die Schwankungen werden auch zeitnah angezeigt.
Was mir aber gar nicht gepasst hat, war die Tatsache, dass ich an der Hotline echt das Gefühl hatte, dass man der Meinung war, ich würde nur einen neuen Sensor "erschummeln" wollen. Dabei zahle ich die Dinger ja nicht mal selbst! Kann mir also relativ egal sein! Aber wenn ich ein Produkt auf den Markt bringe, klare Versprechen mache was das Produkt kann, dann muss ich diese Versprechen auch erfüllen! Und wenn mal was nicht klappt, dann erwarte ich eine kundenorientierte Reklamation, unkompliziert und schnell. Meine Erfahrungen gehen da leider momentan in eine andere Richtung.

Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht, dass man es mit einem so großen Unternehmen und so vielen Verkauften Geräten nicht schafft, eine vernünftige Hotline aufzubauen. Schließlich kaufe ich da keine Haarspangen, sondern ein Medizinisches Gerät! Bei meiner Pumpe zB schätze ich nichts mehr als kompetente Hilfe am Telefon, wenn ich wirklich mal keinen Rat mehr weiß. Ich hab da in 14 Jahren Insulinpumpe 4 mal anrufen müssen, und immer war sofort jemand in der Leitung, Nachts wurde ich zurückgerufen wenn es ein "Notfall" war. Selbst wenn ich sowas eigentlich nicht brauche, gibt mir das ein gutes Gefühl. Daran müsst ihr bitte noch arbeiten Abbott!

Klingt jetzt alles sehr negativ, soll es eigentlich gar nicht. Ich nutze es wirklich gerne, einfach weil es so bequem ist. Allerdings vollbringt es auch keine Wunder, ich glaube zB nicht, dass mein Hba1c sich seitdem gebessert hat. Therapie muss man nunmal immer noch selber machen und leider tue ich da aktuell wieder deutlich zu wenig. Wieder mal sind andere Dinge wie eine neue Wohnung und ein neuer Job irgendwie wichtiger.

Samstag, 19. September 2015

Lebenszeichen...

Hallo zusammen!

Puh, lange habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen.
Mittlerweile bin ich wieder umgezogen und damit fällt endlich auch die lästige Pendelei von jeweils 1,5 Stunden Fahrstrecke pro Weg weg, dennoch bleibt neben so einem Vollzeitjob irgendwie wenig Zeit.
Dinge, mit denen ich im Studium meine Zeit sinnvoll gefüllt habe, sind aktuell so nebensächlich geworden.
Häufig bin ich einfach nur froh, wenn ich überhaupt mal Zeit habe, Freunde und Familie zu treffen und am Wochenende auch einfach mal gar nichts zu tun habe.

Und tatsächlich wird es auch jetzt nicht ruhiger, denn nachdem ich nun zwei Monate in dieser "neuen" Wohnung wohne (jaaa, dieser Post sollte eigentlich auch schon vor Wochen raus...) werde ich bald schon wieder umziehen!
Grund ist ein neuer Job und dort werde ich dann hoffentlich auch geregelte Arbeitszeiten haben ;) Nein Scherz beiseite. Diese neue Stelle ist eine super super Chance und ich habe endlich einen auf 2 Jahre befristeten Vertrag! Das heißt endlich mal ein wenig Planungssicherheit für die weitere Zukunft!

Und noch was neues: Meine Krankenkasse (die DAK) zahlt mir das Freestyle Libre.

Das Lesegerät hat in den 2 Wochen schon ganz schön gelitten, gerne bin ich für Tipps bzgl. Tasche oder Hülle offen!
Hab ich mal nicht nein gesagt. Und tatsächlich läuft mein erster Sensor seit knapp 12 Tagen und ich bin da sehr zufrieden mit. Ein wenig Sorgen mache ich mir wegen der Hautreaktionen, von denen sich bei Langzeitanwendern die Berichte im Internet zunehmend häufen. Aber aktuell merke ich nix. Außer, dass der Sensor bei mir absolut gar nicht klebt (ich fixiere deshalb seit dem ersten Tag zusätzlich mit KinesioTape (hier ein Tipp: Wer einen Action- Markt in der Nähe hat sollte dort mal zuschlagen, die 5 Meter Rolle kostet dort 1,99€ und ich bin damit super zufrieden!)

Meine kostengünstige KinesioTape Lösung 

 Dann habe ich quasi nebenbei ein neues Hobby entwickelt ;) : Libre- Sensor verzieren!
Mit einem scharfen Cutter und ein wenig MotivKarton fixiere ich gleichzeitig den Sensor und sorge dafür, dass ich beim Tapewechsel den Sensor nicht mit rausreiße.



 Soweit so gut. Das Libre zeigt mir, wie schwankend mein Blutzucker momentan wieder läuft, da werde ich mich auch nochmal dransetzen müssen.

Jetzt mach ich euch noch eben einen zweiten Beitrag fertig, ich habe nämlich letztens etwas total tollen entdeckt ;)

Lg, Sandra


Samstag, 20. Dezember 2014

Thats life

Hm, letztens hatte ich ja mein Messgerät vergessen. Heute bin ich zurückgefahren, weil ich dachte, dass ich es vergessen hätte. Dabei lag es sicher in meinem Rucksack... Aber das einpacken geschieht einfach so automatisch, dass ich mir sicher war, es nicht gemacht zu haben :) Nachgucken könnte für nächstes mal eine gute Option sein ;)

Sonntag, 30. November 2014

Ein Tag ohne mein Messgerät


Heute habe ich leider zum ersten Mal seit bestimmt 2 Jahren mein Messegerät zuhause liegen gelassen. Und zwar weil ich vorher noch die Werte ausgelesen habe und es dann leider in die falsche Tasche gesteckt habe -.-

Gemerkt habe ich das natürlich erst, als ich schon lange unterwegs war und natürlich lag ein langer Tag vor mir.

Von 9 bis 17 Uhr habe ich zusammen mit einer Freundin einen Sanitätsdienst gemacht. Es war wirklich sehr nett, Tag der offenen Tür in einer Werkstatt für Menschen mit einer Behinderung. Wir haben dort dann eigentlich nichts weiter zu tun, als den Tag über in unserer Einsatzkleidung und mit dem Sanitätsrucksack und dem Defibrillator zu warten, dass etwas passiert. Natürlich hofft man immer, dass nichts passiert und man einfach einen entspannten Tag verbringt aber passieren kann schließlich immer etwas.
Auf dieser Weihnachtlichen Veranstaltung gab es natürlich auch Kekse und Schokolade, zudem habe ich mir zum Mittag einen Teller Erbensuppe gegönnt. Der Vorteil bei so einem Sanitätsdienst ist natürlich, dass man auch ein Blutzuckermessgerät im Rucksack hat ;) Allerdings sind diese in der Regel nicht so gut mit Teststreifen bestückt wie mein eigenes. Ich habe also aus Gründen der Sparsamkeit nur zweimal während der Zeit gemessen, einmal war der Wert mit 121mg/dl wirklich überraschend gut, beim zweiten mal hatte ich die Hypo schon befürchtet sodass die 48mg/dl nicht weiter spektakulär waren. Zum Glück bin ich auch bei solchen Werten 2 Minuten nach dem Traubenzucker wieder fit.

Den Dienst habe ich also auch ohne Messgerät mit ziemlich guten Werten über die Bühne bekommen, ich habe eher zwischendurch nochmal einen Keks extra genommen.
Im Anschluss daran war ich mit einer Kommilitonin zum Kaffee verabredet, 2 Cappuccino und ein Stück Buttermilchkuchen mussten also leider im Blindflug gemeistert werden. Anschließend mit dem Rad 25 Minuten durch die Kälte nach Hause.

Zuhause galt mein erster Griff dann auch direkt meinem Messgerät, und siehe da: Schon wieder ne Hypo. Nach dem Radfahren leider nicht ungewöhnlich und auch schon vor dem Messen erspürt.
Insgesamt glaube ich dass es ein Tag mit so gut wie keinen hohen Werten war, diese merke ich meist auch ziemlich deutlich und zurzeit ab Werten von 220mg/dl. Eigentlich bin ich also ziemlich zufrieden, bis auf die Hypos eben. Diese werden vermutlich daher kommen, dass ich immer noch mehr Angst vor hohen Werten als vor Hypos habe und deshalb mein Essen "blind" eher etwas höher kalkuliere als normal. Sprich: Bin ich mir nicht sicher ob es 2 oder 3 KE sind, würde ich (ohne Messgerät) eher 3 KE berechnen, mit Messgerät (wenn der Wert gut ist!) wohl eher nur 2. Und das geht dann auch nicht immer auf...

Insgesamt bin ich aber ganz zufrieden, vor allem weil ich mir den Tag über da gar keinen Stress mit gemacht habe. Ich messe normalerweise mindestens 10mal am Tag, aber ich weiß jetzt auch wieder, dass ich das nicht unbedingt tun muss! Ich fühle mich deutlich besser mit den Messungen, vor allem weiß ich jetzt ja auch leider  nicht, ob meine Einschätzung des guten Tagesverlaufs wirklich richtig war.

Wird mir hoffentlich nicht so schnell wieder passieren, aber ist auch kein Drama. Zur Not hätte ich meine Verabredung verschieben müssen, so jedoch war es mal wieder eine interesante Erfarung, mal einen Tag mit weniger Kontrollen auskommen zu müssen. ( Insgesamt sind es jedoch trotzdem 5 Messungen, das reicht ja einigen auch als Standard völlig aus ;)  )

Dienstag, 11. November 2014

That´s life

Und zum zweiten Mal heute:

Momentan bin ich bei meinen Eltern zu Besuch, da ich ein paar komplett freie Tage in meinem momentan ansonsten auch eher faulen Leben ;) Naja ändert sich aller Wahrscheinlichkeit nach bald.
Gut, also Mittagessen zusammen mit Mama, es gab asiatische Nudeln mit Gemüse. Eher etwas, was sonst nicht so auf meinem Speiseplan steht, da asiatisch nicht unbedingt zu meinem Lieblingsgerichten gehört. Aber ab und zu ist das schon okay.
Naja, ich hab vielleicht ein wenig großzügig geschätzt, da ich von Nudeln normalerweise mit den Werten immer total durch die Decke gehe.
Danach bin ich in die Stadt, bisschen bummeln. Komme gerade aus einem Geschäft und denke "Hm, könnte ne Hypo sein, mal messen." Heraus kam dann das hier:


War leider sehr überraschend, mit so nem niedrigen Wert hätte ich dann doch nicht gerechnet. Schnell zwei Traubenzucker rein und im nächsten Supermarkt noch ne Flasche Saft gekauft. 
Ich muss aber immer noch sagen, dass mich solche Hypos zum Glück ja überhaupt nicht mitnehmen. Ich bin danach einfach munter weiter einkaufen gegangen:) Nerviger finde ich, wenn Nachts eine Hypo die nächste jagt....
Zuhause hatte Mama dann allerdings Kuchen organisiert und da hätte ich definitiv weniger zurückhaltend mit dem Bolus sein sollen ;) 
Naja, gleich gehts wieder mit dem Zug nach Münster zurück, da hat der Bolus Zeit, die 290mg/dl in einen anständigen Bereich zu senken.



Mittwoch, 5. November 2014

Morgens halb acht in Keto- Land....


So, nachdem ich die letzten Tage damit zugebracht habe, meinen neuen PC zurichten und mich im Windows 8 zurechtzufinden (daran arbeite ich noch!), heute auch mal wieder ein Post von mir.

Morgens halb acht in Keto- Land...
So oder so ähnlich könnte die Überschrift für meinen heutigen Tag lauten.
Um kurz vor halb acht bin ich nämlich wach geworden (jaaa, ich bin Studentin und ja, ich schlafe gerne und oft bis mittags da ich nämlich dieses Semester nur noch eine Prüfung und keine Seminare habe :D ) mit einem ziemlich Durstgefühl. Mein erster Weg führte allerdings zum Klo und der geneigte Leser wird spätestens jetzt wissen, was ich dann auch ahnte.

Das Blutzuckermessgerät bestätigte meinen Verdacht: BZ nüchtern bei 375mg/dl und kurz danach auch der Ketontest mit ++ zeigten an, dass ich wohl mal wieder den Katheter zu lange hab liegen lassen. Ich weiß es eigentlich besser, aber wenn der Katheter gerade sooo gut liegt und gut läuft... naja dann gibt er spätestens kurz darauf den Geist auf ;)

Korrektur hab ich dann per DailyDose gegeben, um die Wirkung zu verbessern auf zwei Injektionen verteilt. Meine normale Korrektur wären 8, irgendwas Einheiten gewesen, ich hab dann die mir bei ner Keto empfohlenen 10er Regel angewandt (10 Einheiten alle zwei Stunden bis BZ unter 140). Ich bin ja nun auch eh ein Großverbraucher was Insulin angeht, deshalb machen mit 10 Einheiten da auch keine Sorgen.
Katheter natürlich auch neu gelegt danach, ist logisch denke ich:)

Am meisten hat mich eigentlich gestört, dass ich ja jetzt nicht weiterschlafen sollte, also hab ich die Zeit genutzt und eine Freundin mit meinen SMS aus dem Bett geworfen und mich weiter mit meinem neuen PC beschäftigt ;) (endlich Youtube und surfen vom Bett aus!)

Allgemein ging es mir nicht richtig schlecht, Durst natürlich aber da man eh viel trinken soll bei ner Keto... Ich hatte so ein leichtes Unwohlsein woran ich eben eine Keto dann immer merke aber ansonsten ist das auch nichts, was mich weiter beunruhigt. Geduld muss man dann halt haben.

Nach einer Stunde war der Wert noch nicht nennenswert auf 352 mg/dl gesunken, aber da mein Apidra leider selten so schnell wirkt wie ich das gerne hätte, rechnete ich mit einer Veränderung in der kommenden Stunde. Und richtig, eine weitere halbe Stunde später war der Wert auf 275 mg/dl gesunken. Ich konnte jetzt auch keine Symptome der Keto mehr spüren, alles gut. Ich hab also beschlossen, doch noch ein wenig zu dösen, richtig schlafen konnte ich um mittlerweile kurz nach neun auch nicht mehr. Hab mir dann aber natürlich noch nen Wecker auf 10 Uhr gestellt, hier war der Wert dann auch tatsächlich schon bei 140mg/dl.
Vermutlich wäre es an diesem Punkt clever gewesen, ein Frühstück einzuschieben, ich hab mich jedoch lieber nochmal im Bett umgedreht und weitergedöst.

Naja, bei nem Wert von 55 hat mich dann doch der Orangensaft zum Kühlschrank gerufen, scheinbar wirkt mein Insulin zwar seehr langsam aber dafür länger.

Insgesamt war ich aber mit dem Verlauf zufrieden, der Blutzucker hat schnell eine fallende Tendenz entwickelt und keine große Resistenz entwickelt. Der Rest des Tages verlief im übrigen auch erstaunlich gut, eher sogar besser als an anderen Tagen.

Wichtig ist, dass jeder von euch weiß, wie er in so einer Situation handelt, jeder sollte sich über seine Schritte im Falle einer Keto bewusst sein, diese werden euch in der Regel ja vom Schulungsteam/ Doc an die Hand gegeben.

Dies ist nur ein Beispiel, wie ICH das HEUTE gehandhabt habe. In einer anderen Situation würde ich vllt schon wieder anders vorgehen, leider neige ich sehr schnell zur Ketonkörperbildung und hab da schon so einige Situationen gehabt. Bislang konnte ich diese allerdings alle bis auf eine (und da waren die Umstände schuld, nicht ich;)) selbst sehr gut behandeln.

Bitte nehmt mein Vorgehen nicht als Anleitung, wie ihr im Falle eine Keto vorgeht, erfahrt ihr bei eurem Doc wenn ihr euch nicht sicher seit!


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Technik- Test



In letzter Zeit hab ich wiederholt das Problem gehabt, dass mein Messgerät den Teststreifen nicht direkt erkannt hat. Aus diesem Grund habe ich bei Bayer angerufen, weil ich gerne ein Zweitgerät hätte mein Messgerät austauschen lassen wollte.

Mein Austauschgerät

Heute kam nun das Austauschgerät und beim Auspacken ist mir mal wieder die Stechhilfe ins Auge gefallen. Ich mag die Microlet von Bayer leider einfach nicht. Sie machen meiner Meinung nach echt die allerbesten Messegräte, aber mit der Stechhilfe kann man echt keinen Preis gewinnen.
Mit dabei war aber (wie immer) auch diese Kappe zur Blutgewinnung an alternativen Körperstellen. Und die wollte ich jetzt doch nochmal ausprobieren :)


Anleitung zur Blutgewinnung an alternativen Körperstellen (der Verpackung des Messgerätes von Bayer beiliegend)

Stechhilfe Microlet mit der normalen kappe (oben) und der Kappe zur Messung am Handballen o.ä. (unten)
Gut, also schnell eine der Nadeln eingespannt (schön bunt, aber ich bevorzuge Stechhilfen mit "Trommeln", also mehrere Nadeln in einer) und die graue Kappe der Stechhilfe gegen die durchsichtige ausgetauscht. Diese Kappe hat vorne ein wesentlich größeres Loch als die üblichen Stechhilfen und man kann die Stechtiefe nicht einstellen was mich am Anfang doch sehr verwundert hat. Obwohl ich mir täglich mindestens 14 mal in die Fingerspitzen pieke und damit absolut kein Problem habe, war mir bei der Vorstellung mir eine Nadel in den Handballen zu rammen doch nicht ganz wohl :D

Viele viele bunte Nadeln...


Hier vielleicht zu erkennen, wie groß der Durchmesser von dem Loch ist!
Gut, dann also wie in der Anleitung beschrieben die Stechhilfe am Handballen (an einer "fleischigen" Stelle, die Anleitung rät dazu, Leberflecken und Knochen zu meiden ;D) ansetzen und feste drücken. Nach dem Auslösen der Stechhilfe muss man dann weiter mit der Stechhilfe auf den Handballen pressen, um den Blutstropfen zu produzieren. Das kennt man sonst von den normalen Messungen anders, da drückt man ja vorsichtig mit den Fingern, bis das Blut kommt.

Schon mal ein Foto gemacht, wenn man die Hände nicht freihat? Ich hab mit der Nase den Auslöser gedrückt, kein Scherz :D

Deutlich zu sehen der Abdruck von der Stechhilfe
Zum Glück brauchen die Messgeräte heutzutage ja wenig Blut, viel mehr hätte ich da auch wirklich nicht herausbekommen. Aber ich muss sagen, dass ich wirklich gar nichts von dem Stich gespürt habe!
Man sollte diese Methode der Blutgewinnung allerdings nicht machen, wenn man mit schnellen Veränderungen des Zuckers rechnet (Hypos, Essen, Sport) da dann wohl der Wert nicht so exakt ist da es sich nicht um kapilläres Blut handelt. Aber so für zwischendurch vielleicht zum Finger schonen ganz okay.
Mein Messergebnis im Vergleich zur Messung aus der Fingerspitze war übrigens völlig okay, 125mg/dl im Vergleich zu 131mg/dl.

Messergebnis am Handballen

Vergleichsmessung aus der Fingerkuppe

Messergebnis an der Fingerkuppe
Was ich noch mal ausprobieren muss ist, ob es vielleicht einen Vorteil hat am Handballen zu messen, wenn man im Winter kalte Finger hat. Dann müsste es ja einfacher sein, am Handballen Blut zu gewinnen als an der steif gefrorenen Fingerkuppe.

Habt ihr das auch schon mal ausprobiert? Oder misst vielleicht sogar jemand regelmäßig an alternativen Körperstellen?

Sonntag, 12. Oktober 2014

Auf der Blutzucker- Achterbahn


Wie schon berichtet, läuft es bei mir Blutzuckertechnisch aktuell nicht wirklich rund. Seit meine implantierten Sensoren nicht mehr arbeiten, kriege ich es einfach nicht mehr auf die Kette. Es ist aber auch wieder so schrecklich umständlich geworden alles!

Deshalb habe ich gestern meinen Enlite- Sensor wieder hervorgekramt. Schließlich habe ich noch 5 Sensoren ungenutzt gehabt und wollte diese nun wenigstens aufbrauchen, denn besser werden sie durch längere Lagerung sicher nicht.

 


Naja nur leider frustriert mich der Sensor auch. Ich habe ihn zum ersten Mal mit Kinesiotape fixiert, in der Hoffnung dass er lange lange durchhält. Mal abwarten. Laufen tut er schonmal, allerdings hat er mich die erste Nacht ständig wegen angeblicher Hypos geweckt. Tatsächlich lag der Wert jedoch ausnahmsweise mal bei perfekten 100 bis 120mg/dl.

Und als ich dann heute beim Radfahren auf dem Weg nach Hause wirklich nicht gut fühlte, offenbarte mein Messgerät das hier:

Der Sensor zeigte zu dieser Zeit übrigens entspannte 89 an...

Hm, nun bei 27mg/dl ist es wohl nicht ungewöhnlich, sich nicht ganz fit zu fühlen. Schnell 4 KE Traubenzucker gemampft, kurz gewartet und dann weiter nach Hause. 
Nicht dramatisch, aber es nervt! Ich hab in der letzten Zeit meine Werte beinahe perfekt im Zielbereich halten können, aber momentan ist es eine einzige Achterbahn. 

Im Laufe des Nachmittages hat sich der Sensor scheinbar endlich eingewöhnt, seitdem passen die angezeigten Werte mehrheitlich.
Hoffentlich wird die nächste Nacht ruhiger... 

Donnerstag, 25. September 2014

Diabetes- Blog- Woche Dienstag - Bilder von Unterwegs

Diabetes Snapshots

Wie sieht Dein Leben als Diabetiker aus? Was machst Du den ganzen Tag, was ist gleich und wo gibt es Unterschiede? Welche Gadgets hast Du dabei? Gibt es Dinge auf die Du nicht verzichten willst oder kannst? Zeige es uns, mit Deinen Fotos.

Wie schon geschrieben, bin ich die letzten Tage mit dem Rad unterwegs gewesen. Gerade eben bin ich nach ziemlich anstrengenden 85km in Koblenz angekommrn, aufgrund des Wetters bin ich da auch einfach froh drüber. Trotz dem Stress heute, die Kilometer runterzuspulen, hab ich versucht meinen Diabrtesalltag in Bildern festzuhalten:).
So, Start war heute morgen bei fiesem Nebel in Zell an der Mosel. Nach dem Frühstück ging's los. Auf dem Plan stand, die Strecke bis Koblenz zu schaffen

Nach den ersten knapp 40km musste ich bei nem Wert von 65 ml ein bisschen was zufüttern. Ansonsten esse ich unterwegs nur ungern, mit vollem Magen bin ich nicht so fit. Lief aber soweit ganz gut bis hierhin. Wetter war mittlerweile auch sehr schön!

Hier befinde ich mich knapp 20 Kilometer vor Koblenz, ca 65 km bin ich also gefahren. Ab dann hab ich Flüssigbetankung betrieben, die Müsliriegel und Pumpe auf Stop konnten es auch nicht mehr reißen. Langsam war ich auch echt fertig...

Vorteil von engen Radhosen übrigens: Man kann die Pumpe einfach in die Hose stecken:P. Rausfallen tut sie nicht! 

Ankunft nach 85km am Deutschen Eck in Koblenz. Hier wieder mit einem Wert von 210, also fast wie am Start;) Hätte die Pumpe doch etwas eher wieder anschalten sollen. 

War wirklich ne super Tour, jetzt ne Dusche und dann gibt's vermutlich ne schöne Portion Fastfood;) So besonders Diabetes- lastig waren meine Bilder gar nicht, aber ich mach da auf solchen Reisen auch nicht viel. Temporäre Basalrate bisschen runter, meist esse ich aber dafür unterwegs auch für "umsonst";) 

Diabetes- Blog- Woche Donnerstag - Technikvisionen

 Schreibauftrag heute:

Technik, die begeistert

Stell Dir vor, Du wärst Produktentwickler bei einem großen Pharmaunternehmen. Wie würde ganz realistisch Deine TraumInsulinpumpe, Dein TraumMessgerät oder Dein TraumPen aussehen!? Und was erwartest Du von der Zukunft in den nächsten 5 Jahren?


Mein Traummessgerät... ich hab da mal was gezeichnet ;)

Mein Traum- Messgerät!





Auf jeden Fall ein "all in One"- Gerät! Mit durchlaufendem Testband, gerne 100 Test in einer Kassette. Und mit integrierter Stechhilfe. Dazwischen befindet sich eine helle LED, welche mit einem Knopf an und aus geschaltet werden kann.

Das Display ist ein beleuchtetes Touchdisplay und hierüber steuert man auch die Tagebuchfunktion. Ich finde es wichtig, dass die Lampe nicht über das Display gesteuert wird. So kann man auch im Dunklen mit zB einem Handschuh an den Knopf gut finden.

Und bunt muss es sein! Verschiedene Farb- Kombis zum auswählen! Und Funk und Bluethooth Verbindung zur Kommunikation mit allen Apps und allen Pumpen!




Freitag, 1. August 2014

Veränderungen nach einem Jahr....

Mein Ursprüngliches Ansinnen hinter diesem Blog war ja eigentlich mal, vor allem meine Entwicklung hinsichtlich meiner Diabetes- Akzeptanz zu dokumentieren.
Irgendwie ist dieses Thema allerdings aufgrund des für mich alles verändernden Klinikaufenthaltes in den Hintergrund getreten.

Ich weiß nicht, ob es an der intensiven Schulung, dem Austausch mit anderen oder an der Schockdiagnose beim Augenarzt lag (ich tippe eigentlich auf eine Mischung aus Punkt 2 und 3!), auf jeden Fall hat sich seitdem einiges geändert.

Und auf diese Veränderungen möchte ich heute einfach mal eingehen, vor allem auch, um mir diese Dinge vor Augen zu halten und einfach mal zu sammeln.

Also, los geht`s!

  • Ich kann kleinere Handtaschen benutzen oder sogar mal ohne Tasche rausgehen
    • Klingt jetzt komisch, ich weiß! Aber früher war das allerwichtigste was ich immer am Körper getragen habe, eine Flasche Wasser! Ich hab das als gar nicht komisch empfunden, viel trinken ist schließlich gesund. Allerdings brauchte ich dieses Wasser vermutlich nur, weil meine Werte so mies waren. Jetzt kann ich es auch mal eine Weile ohne aushalten und muss mich eher zum Trinken anhalten.
  • Ich habe jetzt immer "Not- KE`s" dabei
    • Also wirklich immer! Früher hab ich viele Hypos einfach aussitzen können. Ich hab meine tiefen Werte ja zum Glück immer gut bemerkt, aber mittlerweile finde ich sie einfach unangenehm. Damals waren Hypos für mich ein gutes Zeichen, merkte ich doch, dass mein BZ mal ausnahmsweise nicht total hoch war.
  • Notfalltäschchen
    • Ich habe ein total niedliches Täschchen für mein Messgerät und all das Zubehör gekauft, was ich immer so dabei habe(n muss). Aus schwarzem Filz, richtig schön stabil und fest und mit einem aufgesticktem roten Kreuz (passt ja zu meinem Hobby;)) und mit blauer Stickerei "Notfallkoffer". War gar nicht so günstig, allerdings habe ich es mit damals in Mergentheim in dem einzigen Laden geholt, in dem es nicht nur Oma- Sachen gab;) Das war quasi eine Motivationshilfe für den Neustart. Bislang leistet es hervorragende Dienste! 
  • Redebedarf
    • Jahrelang war mein Diabetes eigentlich immer ein Thema, was ich unter Verschluss gehalten habe. Mittlerweile habe ich einen wirklich immensen Redebedarf was das alles angeht! Ich möchte darüber reden, wenn ich eine miese Nacht hinter mir habe, weil ich wieder nur Unterzuckert war und ich möchte, dass sich jemand mitfreut, weil es gerade einfach unglaublich gut läuft! Ich hab das die letzten 18 Jahre immer alles mit mir selbst ausgemacht, jetzt hat sich das geändert und das ist auch meinen Freunden schon aufgefallen. Ich habe ein wenig Sorge Ihnen damit irgendwann auf den Geist zu gehen, aber ich glaube so schlimm ist es dann doch noch nicht;) Außerdem bin ich der Meinung, dass es eben ein Teil meines Lebens ist, und so wie ich mir auch die Geschichten meiner Freunde von Ihrem Arbeitstag anhöre, dürfen sie einen Einblick in meine Diabetes- Welt ertragen!
  • keine totale Identifikation über Diabetes
    • Das ist eigentlich wohl der Wichtigste Unterschied zu früher: Ich habe endlich Abstand gefunden! Abstand zu meinen Werten. Ich kann endlich von "hohen Werten" sprechen, früher waren das alles "schlechte Werte". Und ein hoher Wert bedeutet auch nicht mehr, dass ich selbst "schlecht" bin. Ich kann endlich ganz rational an die Sache herangehen und gucken, wo habe ich evtl. einen Fehler gemacht, was hätte anders gehandhabt werden sollen? Zu diesen Überlegungen war ich damals gar nicht in der Lage, es bedeutete einfach, dass ich mal wieder versagt hatte, wenn der Wert "schlecht" war. 

  • entspannte Arzttermine :)
    • dieser Punkt ist wohl meinem Praxisteam am deutlichsten aufgefallen: Ich sitze endlich nicht mehr heulen im Wartezimmer und breche in Tränenströme aus, sobald ich was zu meiner Einstellung sagen soll. Witziger Nebeneffekt: Man kann ein meinem Diabetikerpass ganz deutlich sehen, dass seitdem auch meine Blutdruckwerte bei den Arztbesuchen wesentlich niedriger sind!  

Freitag, 7. März 2014

Die Gummibärchenvernichtungsmaschiene


Also in letzter Zeit läuft es eigentlich blutzuckermäßig gar nicht schlecht! Ich lese brav alle paar Tage meine Pumpe aus, interpretiere die Daten, welche mit Pumpe, CGM und BZ- Messgerät zusammensammeln und passe dann meist auch wenigstens ein bisschen was an meiner Einstellung an.
Dadurch hab ich glaub ich mittlerweile die am besten passende Basalrate die je durch meine Pumpe geflossen ist!
Dennoch bleiben so kleine Schwierigkeiten.

Zum Beispiel kämpfe ich immer noch vormittags während der Arbeit mit Werten, die mir zum richtigen Reinpowern eigentlich zu niedrig sind! Mitten in einem Beratungsgespräch ne Tüte Gummibärchen verdrücken (die kleinen a 1 KE natürlich!) kommt irgendwie nicht so richtig gut, zudem stört und behindert der tiefe Wert bzw auch das ständige vibrieren meiner Pumpe dann meine Konzentration!
Also hab ich die Basalrate um diese Uhrzeit mittlerweile auf für mich wirklich niedrige 0,6 bis 0,8 Einheiten pro Stunde gesetzt, vorher liefen da so 1,8 oder so... (bin ja generell eher ein Insulin- Großverbraucher...)
Ich weiß noch nicht genau, wie ich das handhaben soll, einerseits möchte ich natürlich möglichst tiefe Werte am Zielbereich haben (naja, so 120mg/dl), andererseits verringert das natürlich den Sicherheitsabstand zur Hypo. (Momentan krebse ich zu der Uhrzeit aber eher so bei 80mg/dl rum und muss nebenbei essen.) Also, da ist noch was zu tun!
Ein zweites Problem folgt auf dem Fuße, nämlich das Mittagessen. Ich hab aktuell Mittags den höchsten KE- Faktor des Tages, was ja eigentlich nicht gerade normal ist. Aber ich kämpfe trotzdem mit PP- Werten (also Werte nach dem Essen) bis 270mg/dl! Meist reguliert sich der Wert von ganz alleine wieder in den Zielbereich, das spricht also eher für einen fehlenden Spritz-Ess- Abstand. Nur ist gerade dieser beim Essen während der Arbeit total schwer umsetzbar... Wir machen nicht jeden Tag gleich mittag, und teilweise sehr spontan. Zudem ist der Wert vor dem Essen noch niedrig, also auch nix mit Ess- Abstand und so... Mal schauen wie ich dieses Problem löse.

Leider in letzter Zeit auch immer mal wieder gesehen: Hypo- Abschaltung wegen niedrigem Sensor- Wert:) Witzig weil mega penetranter Alarmton!

Generell ist mir allerdings aufgefallen, dass ich momentan unglaublich häufig Hypos habe:( Bestimmt so 3 am Tag, ich rechne da jetzt allerdings Werte <70mg/dl rein. Und Nachts auch immer mal wieder, die sind natürlich besonders nervig.
Da mein CGM mich ja warnt, komme ich nicht mehr so richtig tief, wenn ich allerdings jedes mal was esse, wenn es vibriert und piep, dann Mahlzeit!
Vermutlich reduziere ich einfach zu zaghaft aber wie Ihr ja wisst, hasse ich hohe Werte! Das lässt mich immer noch total unruhig werden und ich zweifle dann direkt an meiner ganzen Therapie. Andererseits geht mir das ständige "Hypo- sein" mittlerweile wirklich auf den Keks (haha, der war gut!;)), zudem fühlen sich alle Hypos momentan viel schlimmer an, als früher. Ich bin mittlerweile einfach an bessere Werte gewöhnt, und jede Abweichung nach oben oder unten, macht mir schon zu schaffen. Das war anders als meine Werte quasi willkürlich von 25 nach "HI" zu springen schienen! Damals hab ich da nur selten was von gemerkt, also von den Schwankungen. Wenn momentan mein Zucker abfällt, merke ich das meistens schon, bevor meine Pumpe mich warnt. Hypos habe ich ja immer sehr zuverlässig bemerkt, die wirklich niedrigen Werte waren Ausnahmen oder so Fälle wie "keine Zeit/ Bock jetzt was zu essen". Jetzt fühl ich mich bei Werten von knapp 70mg/dl schon niedrig, nicht richtig schlimm aber doch schon erste Hyposymptome. Und gerade jetzt merke ich, dass es wieder in den Keller geht, Pumpe meldet "Rate fallend". Aktuell der Wert so bei 126, aber da es mit zwei Pfeilen weiter nach unten geht, werde ich wohl was essen müssen. Yummi!

Ausbeute einer Nacht -.-

Aber gut, das sind schließlich alles Dinge, die ich in den Griff bekommen kann, sie erfordern nur eben ein wenig Arbeit. Und danach muss ich mich mit dem Thema Sport nochmal beschäftigen, das klappt leider (trotz Blous- und Basalratenabsenkung!) immer nur mit ausreichend Essen in der Tasche-.-

In diesem Sinne: Lasst es euch schmecken!