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Samstag, 28. Juli 2018

1 Jahr Eversense - Erfahrungsbericht


Wie die Zeit verfliegt! Seit genau einem Jahr trage ich nun das CGM- System Eversense von Senseonics, welches von Roche vertrieben wird.

Ich habe letzte Woche den 5. Sensor implantiert bekommen, zum Glück wieder ohne Schwierigkeiten. Nach wie vor bin ich überzeugt von dem System, es erleichtert mir das Leben unglaublich und ich konnte einige Veränderungen an meiner Therapie vornehmen.
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt und so hat jedes System auch seine Nachteile, bzw. ist nicht für jeden Nutzer geeignet.
Um euch eine mögliche Entscheidung für oder gegen das Eversense einfacher zu machen, hier mal meine Zusammenfassung des letzten Jahres.

Das Beantragen/ die Kostenübernahme
Nach wie vor ein Schwieriges Thema. Nach meinen Recherchen in der Eversense- Facebookgruppe stellen sich die allermeisten Kassen quer. Es gibt Kostenübernahmen in Einzelfällen, allerdings in der Regel nur nach Widersprüchen und Kampf mit dem MDK, Seitenweisen Anträgen und wirklich guten Gründen, weshalb es ausgerechnet dieses CGM sein muss. Einige Kassen scheinen es tatsächlich gar nicht als Hilfmittel anzuerkennen. Hier muss man sich als auf einen längeren Kampf einstellen, der sich für mich allerdings vorerst gelohnt hat.
-> Meine Situation: Meine Kasse hat für 1 Jahr als Einzelfallentscheidung die Kosten übernommen. Ich habe 46 Seiten Antrag und 2 Widersprüche dafür einreichen müssen, 3 Monate Tagebücher, Basalratentests, Schulungsnachweise, Therapieanpassungen. Bald ist das Jahr rum und wir werden sehen, wie es weitergeht.

Das Einsetzen/ die Implantation
Wird nur von zertifizierten und geschulten Zentren durchgeführt, hierfür müsst ihr euch am besten vorher auf der Homepage oder der Hotline von Roche schlau machen. Leider sind es noch nicht so viele, ich musste hierfür den Diabetologen wechseln und nehme seitdem 90km Anfahrt in Kauf.
Ansonsten empfinde ich das Einsetzen als Unangenehm, aber nicht dramatisch. Mittlerweile habe ich ja 5 Sensoren eingesetzte und 4 Sensoren entfernt bekommen. Bei 2 der Eingriffe habe ich leichte Schmerzen gehabt, vermutlich weil das Betäubungsmittel noch nicht/ nicht richtig gewirkt hat. Bei beiden Malen wäre eine Nachdosierung des Lidocains möglich gewesen, ich habe mich aber beide male dagegen entschieden, da die Schmerzen nicht so schlimm waren.
Grundsätzlich ist es aber eben ein kleiner operativer Eingriff und dazu muss man eben bereit sein.

Die Wunden/ Narben
Im Anschluss an die kleinen Operationen hatte ich in den Tagen danach eigentlich nie Schmerzen. Vereinzelt hatte ich blaue Flecke, die beim darauflegen zu spüren sind, mehr aber nicht. Die Wunden sind bei mir alle schnell und ohne Probleme wie zb Entzündungen verheilt. Die Pflaster kann ich idR nach 5 Tagen entfernen. Diese 5 Tage sind aber eben etwas nervig, da man zusätzliches Pflastermaterial zur Hand haben sollte, um zb nach dem Duschen alles frisch zu machen.

So sieht das dann die ersten Tage nach dem Eingriff bei mir aus (der Libre ist natürlich zusätzlich)

Narben sind natürlich da, auch sichtbar. Die älteren sind mittlerweile zu hellen Strichen verblasst, die neueren noch als rote Striemen zu sehen. Keine ist größer als 3mm x 9mm, die letzten sind deutlich kleiner. Meine Erfahrung zeigt, dass solche Narben auch nach Jahren noch zu sehen sind, aber mit der Zeit immer unauffälliger und unsichtbarer werden.




Die App
Für mich am ehesten ein Minuspunkt. Ganz allgemein: Sie tut was sie soll. Was mich sehr ärgert: Die Unterstützung des Android- Betriebssystems ist nach wie vor mies. Keine Widgets, keine Watchanbindung. Bedeutet: bei jedem Alarm MUSS die App geöffnet werden. Für die iOS Systeme gibt es dies bereits alles. Insgesamt hat die App unter Android 1 oder 2 Updates im ganzen letzten Jahr erhalten, da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Aussage der Hotline ist hierzu immer: Wird kommen. Tja, frage ist nur, wann.
Die Follower App EversenseNOW gibt es seit Anfang des Jahres für iOS, auch hier soll Android folgen. Bislang, leider nix.

Smartphone allgemein
Ein positiver Aspekt: Die App läuft bei mir sehr stabil und so gut wie fehlerfrei. Es gibt nur wenige Geräte, die von Roche offiziell zur Nutzung erprobt sind, dennoch läuft sie auf vielen weiteren Geräten (sofern die technischen Voraussetzungen stimmen) und auch die Kopplung des Transmitter bereit dann keine Probleme. Ich habe den Eversense mit einem LeEco LePro3 (China-Import, kennt niemand) und jetzt mit dem Huawei P20 genutzt. Einziges Manko: Sollte der Sensor einen Fehler haben (dazu kommen wir noch), wird die Hotline euch bitten, ein Fehlerprotokoll zu schicken. Und hierbei wird das Gerät angezeigt. Sollte es sich um ein nicht- überprüftes Gerät handeln, lautete die Antwort in meinen Fälle, dass sie dann auch nichts machen könnten. Ich habe zum Glück noch einen (überprüften) iPod Touch zuhause, welcher als mein "offizielles" Gerät dient. Klar zu sagen: Keiner der Fehler trat nur an meinem "ChinaHandy" auf, sondern immer auch am iPod. Für die Funktion spielte es in meinen Fällen also keine Rolle.
Die Verbindung ist bei mir sehr stabil und reicht auch recht weit würde ich sagen. Wenn ich zu weit von meinem Handy entfernt bin, bricht die Verbindung ab, bei Annäherung wird diese aber automatisch wieder hergestellt. Hiermit hatte ich zum Glück keine Probleme in dem ganzen Jahr.



Genauigkeit
Wichtiges Thema für ein CGM. Ich war von der Genauigkeit immer beeindruckt. Die ersten 2 Wochen sind meist etwas durchwachsen, Abweichungen von 20-40 mg/dl kommen vor. Danach hatte ich aber idR Abweichungen von <20mg/dl. Eine sehr sorgfältige Kalibration vorausgesetzt! Zudem wurden Schwankungen schnell bemerkt und angezeigt.

Alarme
Sind frei einstellbar und auch für einen beliebigen Zeitraum komplett abschaltbar (Nutze ich zB wenn man in der Kirche oder in wichtigen Besprechungen ist! Töne sind wählbar, zudem vibriert und leuchtet der Transmitter. Die Vibrationen sind richtig richtig gut, so wird man auch alarmiert, obwohl das Handy nicht verbunden oder in Reichweite ist. Das Leuchten hingegen finde ich völlig überflüssig und eher störend, Leute sprechen einen drauf an, nachts ist es super hell und insgesamt sehe ich keinen Nutzen darin.

Zuverlässigkeit
Tja. Leider muss ich ehrlich zugeben, dass ich aktuell nicht ganz sicher bin. Klare Fakten: 2 meiner 4 Sensoren haben die versprochenen 90 Tage Laufzeit nicht erreicht. Einer hat sich nach wenigen Wochen komplett verabschiedet, ein zweiter nach 78 Tagen. Da der Wechsel und die Bestellung des Sensors Planung bedeutet und meine Praxis dafür auch Termine haben muss, musste ich zwischenzeitlich also auf den Libre zurück.
Aktuell trage ich den EversenseXL, dieser soll bis zu 180 Tagen laufen. BIS ZU. Was immer das bedeutet soll. Ich bin sehr skeptisch aufgrund dieser Zeitansage, da so die Terminplanung für den Sensorwechsel quasi unmöglich ist, zudem muss ich mich ja vorher auch noch um die Kostenerstattung meiner Kasse kümmern. Warten wir es also ab.
Da man den Eversense eben nicht wie Libre/Dexcom/ Guardian/ Enlite selbst wechseln kann, sehe ich hier aktuell wirklich den allergrößten Minuspunkt und ich muss zugeben, zwischenzeitlich war ich richtig genervt und habe überlegt, ob es das überhaupt wert ist. Ich werde den aktuellen Sensor abwarten und dann sehen, wie ich mich entscheide.

Pflaster
Hier nur positives: halten super, meine Haut verträgt sie ohne Probleme, keine trockenen Stellen. Zudem bekommt man wirklich mehr als ausreichend.

Der Transmitter
Aufladen einmal am Tag ist für mich kein wirklicher Nachteil, das passt gut in die Abendroutine. Beim Duschen oder schwimmen lasse ich ihn bislang dran, allerdings bin ich kein Wassersportler. Die Form ist großartig, schön flach und abgerundet. Hängen bleiben kommt deutlich weniger vor als zb beim Libre oder Dexcom.



Entfernung
War bei mir zum Glück immer super unkompliziert, alle Sensoren lagen recht flach unter der Haut und waren gut zu tasten und zu entfernen. Keiner ist im Gewebe gewandert.

Sonstiges
Lichtempfindlichkeit. Meine 4 Sensoren waren alle durchweg lichtempfindlich. Hier kann man scheinbar Pech oder Glück haben, ich kenne auch Personen, die absolut keine Probleme mit lichtempfindlichen Sensoren haben. Meine haben das alle und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Bedeutet: Bei prallem Sonnenlicht gibts keine Werte. Nervig, für mich aber zu verschmerzen. Wer draußen arbeitet oder im Sommer viel Sport macht, sollte sich aber über dieses mögliche Problem im Klaren sein.

Fazit
Viel Licht, aber eben auch Schatten. Die mangelnde Zuverlässigkeit gepaart mit der Abhängigkeit an Bestellsysteme und Terminvergabe/ Arzttermin bei einem Sensorausfall ist für mich aktuell der grüßte Knackpunkt. Ich bin wirklich vom System der Implantation überzeugt und liebe es, dass ich dann über Monate Ruhe haben kann. Dennoch fühlt man sich umso mehr verraten und verkauft, wenn es eben nicht läuft wie geplant.
Ich bin momentan sehr verunsichert, wie es für mich nach dem aktuellen Sensor weitergeht. Ich WILL ihn weitertragen! Ich will weiterhin meine Ruhe haben vor ausgerissenen Sensoren, vor nicht klebenden Pflastern, vor Sensorfäden, die durch eine offene Stelle in die Haut ragen!
Und gleichzeitig ärgere ich mich immer mal wieder über die fehlenden Updates und die beiden vorzeitig ausgefallenen Sensoren.
Ich hoffe so sehr, dass mich mein aktueller Sensor positiv überzeugen kann! Und natürlich, dass meine Kasse einen Nutzen in dem System erkennt und ihn mir dann auch weiterhin bewilligt. 






Sonntag, 10. Dezember 2017

Eversense von Roche - Update Sensor 2


Wie schnell die Zeit vergeht. Heute ist bereits der 2. Advent, draußen schneit es, ich sitze hier bei Kerzenlicht und haben mir einen Kaffee bereitgestellt.

Ich dachte es wäre an der Zeit, ein Update zum Eversense zu geben, schließlich trage ich ihn jetzt bereits eine Weile.

Der erste Sensor wurde im August implantiert. Die ersten 3 Wochen liefen problemlos und ich war uneingeschränkt begeistert. Leider begannen dann jedoch die Probleme, mein Sensor lieferte keine verlässlichen Werte mehr. Die Sensorglukose sprang innerhalb von 15 Minuten um erst 150mg/dl nach oben, dann 80 mg/dl nach unten. Ich habe quasi ein richtige Gebirgskurve gehabt und wurde von Daueralarmen in den Wahnsinn getrieben. Mehrere Versuche, den Sensor zu resetten scheiterten. Nachdem mein Sensor irgendwann alle 24 Stunden einen Fehler meldete, einigten die Hotline von Roche und ich uns darauf, dass dieser Sensor wohl leider wirklich defekt ist und getauscht werden muss.
Ich persönlich war an diesem Punkt wirklich erleichtert, die dauerhaften Probleme und Meldungen und Alarme waren wirklich störend.
Leider hat es dann jedoch mit dem Wechseltermin immer wieder Missverständnisse und Schwierigkeiten gegeben, sodass erst bei Ablauf der 90 Tage auch mein defekter Sensor entfernt werden konnte.
Nichtsdestotrotz, so leicht gebe ich nicht auf. Ich wollte einen neuen Sensor!
Der erste Sensor ist mir als Vorrausleistung von Roche eingesetzt worden, eine Zu- oder Absage meiner Krankenkasse lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Der zweite Sensor war quasi nur eine Reklamation des ersten, sodass es hier trotz mittlerweile vorliegender Ablehnung durch die Krankenkasse keine weiteren Probleme gab.

Beim Sensorwechsel hat man mehrere Wahlmöglichkeiten:

1. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird durch den gleichen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
2. Der alte Sensor wird entfernt der neue Sensor wird durch einen neuen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
3. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird an einer gänzlich anderen Stelle eingesetzt.

Gegen Option 1 und 2 hatte ich ehrlich gesagt ziemliche Bedenken. Ich persönlich glaube einfach, dass es für Narbengewebe nicht besonders gut ist, wenn es mehrfach geöffnet wird, ich befürchte einfach, dass dann die Narben immer größer und auffälliger werden.

Aus diesem Grund also Option 3, neuer Sensor in den anderen Arm als vorher. 
Der eingriff war unkompliziert, der neue Sensor schon deutlich schneller gesetzt als der erste.

Die Narben des 1. Sensors. Die obere müsste die vom Einsetzen sein, unten die vom Entfernen. Ob es zwei sein sollen oder eigentlich nur eine, weiß ich aber leider auch nicht ;)
Und ja, dieser neue Sensor läuft seitdem problemlos. Und noch etwas hat sich getan: Meine Krankenkasse hat die Kostenübernahme erklärt!

Vielleicht folgt ihr mir auf Instagram, dann habt ihr das ganze Elend bereits mitbekommen: Abgelehnt wurde von Seiten des MDKs (Medizinischer Deinst der Krankenkassen) mit der Begründung, dass ich Übergewichtig bin und erst mal mein Leben in den Griff kriegen soll. Dann würde ich auch kein CGM benötigen (Überspitzt formuliert ;) )
Nachdem ich vier Tage am Boden zerstört war und mich am liebsten in einem Erdloch verkrochen hätte, wurde ich aber auch wütend. Wütend auf diese inhaltslose Ablehnung. Ich hatte 46 Seiten Antrag eingereicht, meine persönliche Lebenssituation beschrieben, Basalratentests angefügt, Tagebücher der letzten 3 Monate angehängt, Verlaufsprotokolle kopiert. Und dann ein zweizeiler als Ablehnung, in der nichts außer mein Gewicht benannt wird.
Zudem zeigt die Statistik ja nun mal, dass Abnehmen scheinbar für viele Menschen nicht einfach ist. Natürlich bin ich nicht stolz auf mein Gewicht und weiß, dass ich etwas ändern muss. Aber mit dauerhaften Hypos in der Nacht und stark schwankenden werten habe ich es da eher noch schwerer, als viele gesunde Menschen.

Schlussendlich habe ich die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse angerufen. Sie konnte sich direkt an das Gutachten des MDKs erinnern und verstand meinen Aufruhr ziemlich gut. Ihr Problem war allerdings, dass sie keinerlei Unterlagen hat, mit denen sie gegen die Empfehlung des MDKs handeln kann. Sämtliche von mir eingereichten Unterlagen dürfen von den Mitarbeitern der Kasse nicht gelesen werden, sondern werden nur weitergereicht.
Da ich mit meinen persönlichen Unterlagen zum Glück ja machen kann, was ich will, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich der Sachbearbeiterin zu Händen alle meine Dokumentationen und Begründungen erneut zuschicke. Sie würde es dann selbst Lesen und sehen, ob sie zu einer anderen Entscheidung kommen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war mir echt egal, ob ich eine Bewilligung bekomme oder nicht, ich wollte aber zumindest einen anderen Ablehnungsgrund als nur mein Übergewicht erreichen!

Transmitter des Eversense
Die Wochen zogen dahin und irgendwann habe ich mich erneut telefonisch an die Kasse gewandt. Und hier die überraschende Nachricht: Man hat sich noch einmal genauer bei Roche informiert und mir als Einzelfallentscheidung für zunächst ein Jahr den EversenseSensor bewilligt!
Wirklich großartige Neuigkeiten für mich!

Und angeblich hat Roche ja auch bereits eine neue Version des Sensors startklar, der dann für 180 statt 90 Tagen unter der Haut bleiben kann. Würde für mich weniger Narben bedeuten, aber am Ende ist mir das egal. Ich bin sehr zufrieden mit der Genauigkeit und dem Tragekomfort. Die Pflaster vertrage ich nach wie vor sehr gut, das abendliche Aufladen des Transmitters läuft während des Duschens in meiner Abendroutine mit. Die Werte insgesamt sind so lala, aber da ändert ein CGM nun einmal auch nichts dran. Das absolut entspannenste ist für mich nach wie vor: Keine usseligen Pflaster und keine Sorgen mehr, ob der Sensor raus reißt. Gestern erst bin ich mit dem Transmitter an der Autotür hängen geblieben. Ein neues Pflaster und fertig!

Es ist eben ein ganz neues System, und manche Dinge haben noch keinen genauen Ablaufplan. Z.b. habe ich neulich die Klebepflaster nachbestellen müssen. Beim Sensortausch hätte ich neue erhalten müssen, irgendwie ist das aber durch die Reklamation untergegangen. Die Hotline wusste auch keinen rechten Rat, hat sich dann aber innerhalb weniger Stunden um eine Lösung gekümmert und alles läuft.

Ich bin momentan also was das angeht sehr zufrieden. Bei Fragen schreibt mir gerne und folgt mir auf Instagram, um regelmäßiger Infos zu bekommen :D Und bis dahin wünsche ich euch allen eine ruhige Adventszeit, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr (ich bin mal realistisch und rechne nicht damit, dass ich dieses Jahr nochmal die Motivation finde, einen kompletten Beitrag zu schreiben :D)

Donnerstag, 17. August 2017

Libre vs Eversense


Ich bin auf Instagram mehrmals gebeten worden, die Unterschiede des Libres zum Eversense genauer darzulegen. Klar, wenn es etwas neues gibt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen: Was ist denn nun besser oder anders an dem neuen System?

Mir selbst fällt eine objektive Einschätzung wirklich nicht einfach. Ich MAG das Eversense. Ich mag, dass es unter der Haut sitzt und ich mir absolut keine Gedanken machen muss, irgendwo hängen zu bleiben oder es rauszureißen. Dafür nehme ich einen klitzekleinen chirurgischen Eingriff mit einer Narbe alle 90 Tage gerne in Kauf (Ich bekomme übrigens auch Narben vom Libre, deshalb sehe ich das vllt auch so entspannt). Die Idee, den Sensor unter die Hut zu setzen finde ich perfekt. Ich weiß aber auch, dass eben sehr viele genau diesen Punkt kritisch sehen. Jeder muss sein System selbst wählen (und dann hoffen, dass die Kasse diesen Wunsch zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bezahlt-.-).

Da ich das Libre 2 Jahre getragen habe, hier meine PERSÖNLICHEN Erfahrungen und Meinungen kurz zusammengefasst:


Insgesamt kann man die Liste schon so lesen, dass der Libre dem Eversense überlegen ist. Allerdings ist ein Vergleich hier immer etwas schwammig, der Libre ist ein FGM (Flash- Glucose- Monitoring), der Eversense ein CGM Kontinuierliches- Glukose- Monitoring). Heißt: Der Eversense warnt, wenn die Werte steigen oder fallen. Er weckt mich nachts, vibriert während der Arbeit oder bei einer Autofahrt. Und das ist die Funktion, die der Libre einfach nicht hat. Wer auf diese Warnungen nicht unbedingt angewiesen ist, kann mit dem Libre auch super exakte Ergebnisse bekommen. Bei beiden Systemen ist immer die korrekte Handhabung das wichtigste, um genaue Werte zu bekommen.


Dienstag, 18. Juli 2017

Eversense Sensor- Das Einsetzen des Sensors


Hallo zusammen!

Viele auf Instagram waren sehr gespannt auf meinen Bericht zum implantierten CGM- Sensor von Eversense.
Ich wollte nun nach den ersten 24 Stunden mal berichten wie es bislang läuft und vor allem, wie das Einsetzen des Sensors gelaufen ist.

Gestern war es dann also endlich so weit. Ich sollte gegen Mittag mit 3 weiteren Patienten in der Praxis sein und es war ziemlich viel los. "Normale" Patienten hatte man an diesem speziellen Tag scheinbar auf andere Termine vertröstet, denn schließlich ist das ganze Verfahren auch für den Arzt und die ganzen Angestellten der Praxis neu.

Neben den Mitarbeitern und uns vier Patienten waren noch 4 Mitarbeiter von Roche vor Ort, um zb dem Arzt die Einweisung in die Implantation zu geben, die Technik mit uns gemeinsam startklar zu machen und die Patientenschulung durchzuführen.

Gestartet sind wir klassisch mit Blutdruck und Hba1c messen (komisch, ich hab nichtmal nach dem Wert gefragt, gestern war das einfach so wenig spannend im Vergleich zu allem anderen :D).
Danach ging es direkt in die vollen, indem nämlich jeder seinen Transmitter erhalten hat und ihn mit dem eigenen Smartphone koppeln sollte. Hierbei gab es zu Anfangs einige Schwierigkeiten. Ich zum Beispiel besitze ein Handy, welches ein Chinaimport ist. Auf der EversenseHomepage werden nur sehr wenige Handys als kompatibel gelistet und natürlich war meins nicht darunter. Ich hatte die App jedoch schon runtergeladen und sie zum Tagebuchführen genutzt. Aus diesem Grund hatte ich mir da nicht weiter Gedanken zu gemacht. Tja, leider klappte das mit der Verbindung nicht. Ein Glück, dass ich damals bei der Studie einen Ipod nutzen musste, den ich im Anschluss behalten durfte. Dieser ließ sich problemlos mit dem Transmitter koppeln. Puh... ich war schon kurz in Panik.

Mein Transmitter und die Materialien, die der Arzt für den Eingriff benötigt.  



Aber auch bei den anderen Patienten lief es nicht so ganz rund, vor allem weil es Probleme mit dem Internet gab oder auch einfach nicht jeder so total fit im Umgang mit seiner Technik war.

Ich hatte mich bereit erklärt, die erste zu sein, die im OP verschwindet. Wobei OP ja falsch ist, stattgefunden hat das ganze im Fußraum (also dort, wo sonst Patienten mit Fußwunden etc behandelt werden).
Ich durfte mir den Arm und die Stelle wo der Sensor hin sollte selbst aussuchen, wobei es natürlich auf den Oberarm beschränkt ist und man eine Stelle wählen sollte, an die man selbst gut drankommt. Diese Stelle wurde markiert, ebenso die Linie, wo anschließend der Hautschnitt gesetzt wird.
Hinlegen und schon ging es los mit desinfizieren und den Betäubungsspritzen.

Kleine Anekdote: Sagt der Arzt doch tatsächlich "Keine Angst, das ist wie beim Zahnarzt, oder wenn man Rückenschmerzen hat." Ich hab darauf relativ stumpf geantwortet, dass ich beim Zahnarzt zum Glück noch nie eine Spritze bekommen habe, ich grundsätzlich aber mit Spritzen vertraut wäre :D

Aber ernsthaft: Die Betäubung tat kaum weh. Ich glaube es waren 2 oder 3 Einstiche und manchmal tut mein Pen mir am Bauch mehr weh als das gestern.
Während das Lidocain dann ein paar Minuten zum Wirken benötigt, hat der Arzt mit seinen Mitarbeiterinnen alles weitere vorbereitet. Anleitung kam dabei von einer der Roche-Mitarbeiterin, die das Ganze wohl schon ziemlich oft gemacht hat.

Der nächste Schritt an mir war dann, die Betäubung zu testen. Dazu hat der Arzt mit irgendwas spitzen auf meiner Haut rumgepiekt, ich konnte davon aber nur den Druck auf dem Gewebe spüren, mehr nicht. Anschließend wurde alles steril mit einem Lochtuch abgedeckt und mit dem Skalpell der Schnitt gesetzt.

Hierbei muss ich sagen hatte ich wohl ein bisschen Pech. Scheinbar hat die Betäubung noch nicht ganz so perfekt gewirkt, auf jeden Fall konnte ich den Schnitt spüren und es tat auch weh. Nicht sehr schlimm, nicht schlimmer als die Spritzen vorher aber ein wenig gruslig war es schon. Okay aber schließlich war mein erklärtes Ziel, diesen Sensor zu haben und deshalb konnte ich trotzdem ruhig bleiben.
Das ganze war auch schnell vorbei und ist, wenn die Betäubung richtig wirkt, auch absolut unspektakulär.
Ein wenig unangenehm war der nächste Schritt: Es muss eine kleine Hauttasche für den Sensor gemacht werden, heißt: die Haut muss sich vom darunter liegenden Gewebe lösen.
Mit einem Instrument wird dabei in dem Einschnitt ein wenig "herumgeprokelt". Da alles Betäubt ist, spürt man auch hier keinen Schmerz, aber man spürt eben schon alle Bewegungen. Da auch alles taub ist, hatte ich eher den Eindruck, dass sich jede Bewegung 100mal größer anfühlt, als sie tatsächlich ist. In Wirklichkeit sind es aber nur wenige Millimeter und Schmerzen hatte ich an diesem Punkt gar keine. Ich würde es als ein wenig unangenehm bezeichnen, aber mehr auch nicht.

Das schlimmste hat man an dieser Stelle schon überstanden, das Einsetzen des Sensors ist schnell gemacht. Der wird einfach nur an die vorbereitete Stelle geschoben und anschließend wird alles mit kleinen Pflasterstreifen verschlossen. Oben drüber kam noch ein größeres Pflaster und fertig.

Die Wunde mit den Pflasterstrips (Aufnahme vom nächsten Morgen). 

Der sterile Wundverband soll nur die ersten 48 Stunden getragen werden. 


Ich hatte nach der Prozedur keine Probleme mit dem Kreislauf oder ähnlichem und konnte direkt zurück zu meinen Mitstreitern welche in der Zwischenzeit die Schulung zum System bekommen hatten.

Diese wurde für mich in kompakterer Form wiederholt, da ich das System ja schon aus der Studie ziemlich gut kenne.

Zu den ersten 24 Stunden mit dem Sensor berichte ich euch direkt im nächsten Post, das wird onst doch alles zu lang hier :)

Sonntag, 9. Juli 2017

Viele Neuigkeiten


Ich bin seit 22 Jahren Diabetikerin. Alles mittlerweile Routine könnte man meinen. Oft ist es das auch. Und dann kommen doch immer wieder diese Phasen, in denen auf einmal so unglaublich viel Neues passiert!

Ich habe aktuell so eine Phase und weil der Platz für Schriftbeiträge auf Instagram dann doch begrenzt ist, heute seit langer Zeit mal wieder ein Beitrag auf dieser Plattform.

Ich nutze seit knapp 2 Wochen Fiasp. Eigentlich war ich sehr skeptisch und hatte nicht vor zu wechseln. Ich zweifele ja immer an so Werbeversprechen wie "Endlich ein noch schnelleres Insulin" etc. Den mal ehrlich: Bislang wurde jedes neue Kurzwirksame Insulin mit dem Titel "kein Spritz.- Ess- Abstand mehr" beworben.
Hat bei mir mit meinem hohen Insulinverbrauch und der unglaublich schnellen Reaktion auf Kohlenhydrate noch nie geklappt.

Fiasp habe ich jetzt dennoch, vor allem weil meine DiaBeraterin meine Kometenhaften Anstiege nach jedem Essen sehr bedenklich fand.
Ich habe es die ersten Tage im Einmalpen ausprobiert und die Wirkung war super. Aus diesem Grund habe ich mir einen NovoPen5 und Fiasp als Penampullen verordnen lassen. Meine Pumpe trage ich trotzdem noch, und die Basalrate läuft momentan auch noch unter Apidra. Ich möchte einfach gerne erst das ganze angebrochene Insulin aufbrauchen. Zudem läuft es richtig gut!
Ob es aber wirklich am neuen Insulin liegt, kann ich nicht einmal sagen. Ich spritze meine Boli und Korrekturen per Pen und achte darauf, nicht mehr als 8 Einheiten auf einmal an eine Stelle zu injizieren. Wenn der Bolus größer ist (was oft genug der Fall ist) steche ich zweimal. Bislang stört es mich wenig bis gar nicht. Liegt aber vor allem wohl daran, dass ich ja die Wahl habe. Sobald mich meine kombinierte Pumpen-/ICT- Therapie, kann ich einfach das Fiasp in die Pumpe füllen.

Was ist dran am Wirktempo?
Ich habe auch unter Fiasp einen Spritz- Ess- Abstand (SEA). Und zwar immer noch knapp 15-20 Minuten. Momentan bin ich noch so motiviert, dass ich mir große Mühe gebe, ihn einzuhalten. Hypos hatte ich damit bislang nur bei sehr fettigem Essen wie Burger mit Pommes.
Was endlich gut wirkt ist das Korrekturinsulin. War ich vorher oft stundenlang hoch, kriege ich die Werte unter Fiasp deutlich schneller wieder unter Kontrolle.



Eine Besserung zeichnet sich auch in einem anderen Bereich ab: Bislang stelle ich mir eigentlich jede Nacht einen oder zwei Wecker. Meistens gehe ich gegen 22:30 Uhr schlafen, um 1:30 piept mein Libre um mich zum Scannen zu wecken. Der nächste Alarm kommt um 5:30 und um 6:30 klingelt der Wecker zum aufstehen.
Für mich war das bislang ein funktionierendes Konzept. Allerdings merke ich auch, dass es manchmal ganz schön an der Energie zerrt. Schließlich habe ich eine Vollzeitstelle und bräuchte auch mal ein paar Nächte zum Durchschlafen. Da ich aber immer ziemliche Schwankungen in beide Richtungen habe, war Durchschlafen bislang auch keine Alternative. Wenn ich die ganze Nacht bei 350 gelegen habe, bin ich morgens wie gerädert. Dann doch besser den Wecker stellen und korrigieren.
Vielleicht hat das ganze aber nun bald ein Ende :) Zufällig hat Facebook mir neulich nämlich mal wirklich interessante Werbung angezeigt. Der Sensor von Senseonics in Kooperation mit Roche ist marktreif! Ihr habt bestimmt davon gehört, dass ist der Sensor, der unter die Haut implantiert wird, der nicht wasserdicht ist, dessen Transmitter alle viel zu groß finden und den außer mir scheinbar wirklich jeder total doof findet :D
Ich habe ihn in einer Studie getragen und seitdem sehnsüchtig auf die Marktreife gewartet.

Da ich am selben Tag einen Termin in meiner Praxis hatte, habe ich direkt meine Beraterin belagert. Was ich lange nicht angegangen bin, haben wir jetzt gestartet: Die Beantragung eines CGMs. Da meine Kasse das Libre finanziert, bin ich unsicher ob es klappen wird. Andererseits war man bei der letzten Quartalskontrolle nicht begeistert von den vielen Hypos die sich in der Auswertung zeigen. Wäre also eine Begründung. Warten wir es ab.
Ich habe mich also auf eine laaaange Wartezeit eingestellt, jedoch habe ich am selben Tag noch einen Anruf erhalten. Meine Beraterin hat mit der Außendienstmitarbeiterin von Roche gesprochen. Und siehe da: Ich kriege den Sensor eingesetzt, ohne Kostenzusage der Krankenkasse, ohne abzuwarten, wie der Antrag entschieden wird.
Schon am 17.Juli, also in einer Woche habe ich den Termin und Münster und fiebere der ganzen Aktion entgegen.
Es ist ein kleiner Eingriff, aber da ich es schon aus der Studie kenne, macht mir das keine Sorgen.
Damals wurde eine Stelle am Arm örtlich betäubt, sobald das Mittel wirkt wird ein kleiner Hautschnitt von knapp 8mm gesetzt und der Sensor unter die Haut geschoben. Verschlossen wird das ganze mit einem Pflasterstrip, am nächsten Tag war bereits alles oberflächlich verheilt. Schmerzen hatte ich danach wirklich gar keine, auch als die Betäubung nachließ. Ich hoffe einfach mal, dass es diesmal auch so unkompliziert läuft, schließlich muss auch diesmal der Doktor das Verfahren wieder erst einmal üben. Aber wie sagte meine DiaBeraterin: "Sie sind ja eh für jeden Mist zu haben"
Recht hat sie! Ich werde euch auf dem Laufenden halten, vermutlich auch am Montag selbst. Mal schauen ob ich von dem Eingriff Fotos oder ein Video machen darf, aber das werdet ihr dann über Instagram sehen.

Insgesamt also einige große Neuerungen, die dazu führen, dass ich momentan wieder unglaublich motiviert bin. Früher brauchte ich solche "Highlights", um mich aus meinem Alltagstrott zu reißen und dem Diabetes wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Momentan ist das gar nicht nötig, es läuft ganz gut nebenbei. Dennoch ist es toll, sich mal wieder so richtig auf etwas zu freuen und hinzufierbern! Geht es euch auch so bei Diabeteskram? Oder sagt ihr eher "Gott, lass mich bloß damit in Ruhe, ich will nicht mehr Aufwand als nötig?"


Donnerstag, 31. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015


An Silvester ist es nicht schwierig, auf die Idee zu kommen, mal einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen. Mal sehen, was (natürlich besonders auch Diabetes- technisch) so geschehen ist.



Januar

Das war ein schwieriger Monat. Ich hatte meine (nicht wirklich gute) Note für meine Abschlussarbeit an der Fachhochschule bekommen und bekam zunehmend Panik im Bezug auf Jobsuche. Keine Motivation fürs Bewerbungen- schreiben.
In Berlin fand der Typ1Day statt und ich war dabei! Wirklich eine tolle Erfahrung!



Februar

Na, da wurde es dann doch sehr turbulent. Von einem Tag auf den anderen hatte ich eine Vollzeitstelle als Sozialarbeiterin in einer Notunterkunft für Flüchtlinge und stellte fest, dass ich wohl so schlecht doch nicht bin in meinem Job ;)
Der HbA1c lag bei 7,4. Der ungewohnte Stress beim Arbeiten beschwerte mir jedoch so einige 400er Werte.



März

Hier bin ich aus meinem Wohnheim aus- und in mein altes Kinderzimmer eingezogen. Ab jetzt pendelte ich jeden Tag 90 Minuten zur Arbeit hin- und 90 Minuten zurück.
In Münster war Diabetes- Messe, aber tatsächlich hatte ich da einfach keine Zeit für.

April

Im April habe ich in meiner Diabetologischen Praxis einen kurzen Erfahrungsbericht über die DeDoc gehalten :) Ungewohnt, aber irgendwie auch spannend. Besonders die Patienten, die wissen wollten, ob man "dafür" zwingend einen Computer braucht :D
Zudem feierten mein Diabetes und ich 20jähriges! Verdammt, ich werde so langsam richtig alt.

Mai

Am Anfang stand ein Kurzurlaub mit Freunden in Holland, dann mein Geburtstag und weiterhin sehr viel Arbeit.

Juni

Termin beim DiaDoc ergibt einen HbA1c von 7,3. Deutlich besser, als ich angesichts des Stresses und der unterschiedlichen Arbeitszeiten erwartet hätte.

Juli

Erneut ein Umzug. Diesmal zurück nach Münster, endlich nicht mehr pendeln. Der Plan war, mehr Zeit für Sport und bessere Blutzuckerwerte zu haben. Fail.
Aber auch 4 Tage zelten mit einer guten Freundin an der Nordsee. Endlich auch mal ein paar Tage Entspannung. Auch wenn wir das Zelt am Ende im strömenden Regen abbauen mussten.

August




Im August habe ich ganz viel Zeit (naja zumindest viel Zeit von der wenigen Freizeit) mit Freunden verbracht. Kino, DVD- Abende und Stand- up Surfen auf dem Kanal standen an. Aber auch ein Vorstellungsgespräch, zu dem ich eigentlich nur gegangen bin, um die Erfahrung mal mitgemacht zu haben. Am Tag danach kam die Zusage, und wieder sollte sich alles ändern.

September




Anfang September habe ich das Libre endlich bekommen.
Zwei Wochen später hatte ich ein Kamerateam von Arte in meiner Wohnung und durfte Filmluft schnuppern ;) Ich wurde als Libre- Nutzerin gefilmt und interviewed, allerdings befürchte ich, dass ich mich als völliger Datenschutztrottel dargestellt habe. Falls der Beitrag nicht zu peinlich ist, verlinke ich ihn vielleicht hier...
Der HbA1c lag allerdings leider bei 7,9. Da rächte sich der Schichtdienst dann doch irgendwie.
Ende September dann wieder ein Umzug. Diesmal in die Nähe meiner Heimatstadt Soest. Endlich eine richtige komplette, sehr schöne Wohnung nur für mich!

Oktober


Internationales Klientel- internationale Küche. Neue Herausforderungen an die Schätz- Künste was KH angeht.

1. Arbeitstag im neuen Job. Wenn ich die Probezeit überstehe, hab ich das für die nächsten zwei Jahre sicher. So eine langfristige Planung gab es die letzten Jahre noch nie!
Es standen viele "Erwachsenen- Termine" an. Bank, Versicherung, Strom, Internet, Telefon und Möbelkaufen. Zum Glück haben meine Eltern viel beim Umzug und Einzug geholfen.

November

So langsam fasse ich Fuß im neuen Job. Die Probezeit ist unbemerkt verstrichen. Geregelte Arbeitszeiten sind deutlich besser für den Blutzucker. Allerdings fahre ich hier auch kaum noch Rad, sondern viel Auto. Also leider gar kein Sport aktuell. Ist aber auch einfach immer schon dunkel wenn ich nach Hause komme!

Dezember




Adventszeit. Kekse backen in der eigenen Küche, gab sogar Kohlenhydratfreie Lebkuchen. Schmeckten aber wie Knäckebrot,  nur mit extra viel Schokoglasur ging es halbwegs :D
Eine neue Diabetologin (ich hatte bislang nur männliche Ärzte..) und noch dazu trägt sie Kopftuch und redet unglaublich schnell und viel. Irgendwie eine ungewohnte Situation, aber sehr sympathisch. Das könnte was werden mit uns. HbA1c bei 7,2! Das hat mich wirklich überrascht. Und ich habe richtig viel Lob geerntet von meiner neuen Ärztin. Das geht runter wie Schokosoße :)

So, das war mein 2015. Es ist sooo viel passiert und es war schon ziemlich anstrengend. Aber was ich gelernt habe ist, dass ich was kann und leistungsfähig bin. Mit Diabetes.

In 2016 würde ich unglaublich gerne mal wieder einen Langzeitwert mit einer 6 vor dem Komma haben. 6,9 würde schon völlig reichen! Und wieder Sport machen. Könnte auch helfen, dass erste Ziel zu erreichen.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das neue Jahr und allzeit Insulin in der Nadel!

Montag, 24. November 2014

Update


So, heute mal wieder Termin bei meinem Diabetologen. Ich gehe da ja momentan echt gerne hin! Erstens, weil ich den Doc echt mega toll finde, wir plaudern einfach die meiste Zeit total entspannt:) Und zweitens weil ich mittlerweile auch einfach stolz bin auf das, was ich leiste! Und wo wenn nicht bei meinem DiaDoc bekomme ich auch mal ein Lob dafür?!
Nachdem ich lange Jahre ja eigentlich immer in Tränen aufgelöst dort im Sprechzimmer gesessen habe, können wir uns mittlerweile einfach zusammen über den absolut zufriedenstellenden Verlauf freuen.
Mein HbA1c ist übrigens von den total überraschenden 6,9 im letzten Quartal auf 7,2 angestiegen. Kam für mich aber nicht überraschen, nachdem meine Sensorüberwachung mit den Implantaten weggefallen ist und es auch sonst nicht immer glatt läuft, ist das ein Wert mit dem ich wirklich zufrieden bin!
Und das ist eigentlich das aller tollste: Dass ich wirklich zufrieden nach Hause gefahren bin und einfach nur gedacht hab: "So machst du weiter".


Und zudem habe ich einen neuen Versuch unternommen, mich zu einem regelmäßigen Blutzuckertagebuch zu bringen. Nachdem sämtliche Vordrucke, Apps und Computerprogramme mich selten länger als 3 Tage begeistern konnten, habe ich seit ca 1 Woche das Blutzuckertagebuch in meinen Filofax integriert.
Ich habe Kalendereinlagen selbst gestaltet und jede Seite hat unten ein Diagramm für den Blutzuckerverlauf. Ich hab nämlich festgestellt, dass ich auf die exakten Infos wann ich was gegessen/ gebolt habe, gar nicht so angewiesen bin. Aber auf den Verlauf über den Tag und die Gesamtinsulinmenge! Also werde ich jetzt mal sehen, wie lange sich dieses neue System bewährt :)
Wer von euch sich für den Filofax- Trend auch begeistert kann, ich teile diese Einlagen auch gerne! Einfach per Kommentar melden, dann kann ich euch das als Datei zuschicken!

Mittwoch, 5. November 2014

Morgens halb acht in Keto- Land....


So, nachdem ich die letzten Tage damit zugebracht habe, meinen neuen PC zurichten und mich im Windows 8 zurechtzufinden (daran arbeite ich noch!), heute auch mal wieder ein Post von mir.

Morgens halb acht in Keto- Land...
So oder so ähnlich könnte die Überschrift für meinen heutigen Tag lauten.
Um kurz vor halb acht bin ich nämlich wach geworden (jaaa, ich bin Studentin und ja, ich schlafe gerne und oft bis mittags da ich nämlich dieses Semester nur noch eine Prüfung und keine Seminare habe :D ) mit einem ziemlich Durstgefühl. Mein erster Weg führte allerdings zum Klo und der geneigte Leser wird spätestens jetzt wissen, was ich dann auch ahnte.

Das Blutzuckermessgerät bestätigte meinen Verdacht: BZ nüchtern bei 375mg/dl und kurz danach auch der Ketontest mit ++ zeigten an, dass ich wohl mal wieder den Katheter zu lange hab liegen lassen. Ich weiß es eigentlich besser, aber wenn der Katheter gerade sooo gut liegt und gut läuft... naja dann gibt er spätestens kurz darauf den Geist auf ;)

Korrektur hab ich dann per DailyDose gegeben, um die Wirkung zu verbessern auf zwei Injektionen verteilt. Meine normale Korrektur wären 8, irgendwas Einheiten gewesen, ich hab dann die mir bei ner Keto empfohlenen 10er Regel angewandt (10 Einheiten alle zwei Stunden bis BZ unter 140). Ich bin ja nun auch eh ein Großverbraucher was Insulin angeht, deshalb machen mit 10 Einheiten da auch keine Sorgen.
Katheter natürlich auch neu gelegt danach, ist logisch denke ich:)

Am meisten hat mich eigentlich gestört, dass ich ja jetzt nicht weiterschlafen sollte, also hab ich die Zeit genutzt und eine Freundin mit meinen SMS aus dem Bett geworfen und mich weiter mit meinem neuen PC beschäftigt ;) (endlich Youtube und surfen vom Bett aus!)

Allgemein ging es mir nicht richtig schlecht, Durst natürlich aber da man eh viel trinken soll bei ner Keto... Ich hatte so ein leichtes Unwohlsein woran ich eben eine Keto dann immer merke aber ansonsten ist das auch nichts, was mich weiter beunruhigt. Geduld muss man dann halt haben.

Nach einer Stunde war der Wert noch nicht nennenswert auf 352 mg/dl gesunken, aber da mein Apidra leider selten so schnell wirkt wie ich das gerne hätte, rechnete ich mit einer Veränderung in der kommenden Stunde. Und richtig, eine weitere halbe Stunde später war der Wert auf 275 mg/dl gesunken. Ich konnte jetzt auch keine Symptome der Keto mehr spüren, alles gut. Ich hab also beschlossen, doch noch ein wenig zu dösen, richtig schlafen konnte ich um mittlerweile kurz nach neun auch nicht mehr. Hab mir dann aber natürlich noch nen Wecker auf 10 Uhr gestellt, hier war der Wert dann auch tatsächlich schon bei 140mg/dl.
Vermutlich wäre es an diesem Punkt clever gewesen, ein Frühstück einzuschieben, ich hab mich jedoch lieber nochmal im Bett umgedreht und weitergedöst.

Naja, bei nem Wert von 55 hat mich dann doch der Orangensaft zum Kühlschrank gerufen, scheinbar wirkt mein Insulin zwar seehr langsam aber dafür länger.

Insgesamt war ich aber mit dem Verlauf zufrieden, der Blutzucker hat schnell eine fallende Tendenz entwickelt und keine große Resistenz entwickelt. Der Rest des Tages verlief im übrigen auch erstaunlich gut, eher sogar besser als an anderen Tagen.

Wichtig ist, dass jeder von euch weiß, wie er in so einer Situation handelt, jeder sollte sich über seine Schritte im Falle einer Keto bewusst sein, diese werden euch in der Regel ja vom Schulungsteam/ Doc an die Hand gegeben.

Dies ist nur ein Beispiel, wie ICH das HEUTE gehandhabt habe. In einer anderen Situation würde ich vllt schon wieder anders vorgehen, leider neige ich sehr schnell zur Ketonkörperbildung und hab da schon so einige Situationen gehabt. Bislang konnte ich diese allerdings alle bis auf eine (und da waren die Umstände schuld, nicht ich;)) selbst sehr gut behandeln.

Bitte nehmt mein Vorgehen nicht als Anleitung, wie ihr im Falle eine Keto vorgeht, erfahrt ihr bei eurem Doc wenn ihr euch nicht sicher seit!


Dienstag, 26. August 2014

Feiertag!


Gestern war ich also bei meinem Diabetologen, spontan haben wir die ganzen Laboruntersuchungen für den Quartalstermin vorgeszogen, weil ich ja eh schon da war...

Huch, also doch so spontan jetzt den Hba1c messen lassen... ein bisschen mulmig wird mir da ja irgendwie dch, zudem war mir klar, dass der Wert eher wieder ein wenig gestiegen sein müsste. Hab das Apidra ja jetzt erst 2 Wochen und vorher mit Humalog war es echt übel.

Naja und dann zum Doc, der wollte erstmal alels über meinen tollen Sensor wissen, da außer mir den in Deutschland ja bislang noch niemand hat und es ne ganz neue Sache ist und so:) Hab natürlich gerne alles erklärt, bin ja auch stolz wie Bolle darauf!
Und dann sag ich so, dass ich ja eigentlich da bin, weil meine Beraterin meinte, wir sollten über Metformin sprechen und so...
Naja daruafhin wird erstmal der Langzeitwert im PC abgerufen und: ALTER! 6,9! ENDLICH! Die magische Grenze mit der sechs vor dem Komma endlich überschritten! Ich hab mich soo gefreut!

Mein Doc sagte, egal was ich anstellen würde, Metformin würde er mir auf keinen Fall verschreiben, gut dass wir uns da einig sind :D

Naja haben dann auch nicht mehr viel gemacht, bisschen gequatsch über die Unverständlichkeit, dass ich nur ein 5er Pack Basalpens für den Notfall verschrieben bekommen kann, wobei ich vermutlich eh keinen einzigen davon brauche... (werde dass dann an "Insulin zum Leben" schicken).
Ich bin ja schon der Meinung, dass meine KE- Faktoren und auch die Korrekturfaktoren nicht so passen, aber dass, meinte mein Doc, würde ich ja auch selbst hinbekommen (stimmt!) und außerdem könnte das so verkehrt nicht sein bei dem Wert;) Luxusprobleme also :D

Ich freu mich so! Es hat sich so massiv viel verändert im letzte Jahr, mein Doc meinte, dass würde ihn auch echt überraschen. Ich finde es wirklich schön, wenn man merkt, dass sich auch jemand mit einem freut!

Samstag, 23. August 2014

Termin beim Diabetologen


So, Montag habe ich einen extra Termin beim DiaDoc. Ich hatte je geschrieben, dass meine Beraterin meinte, ich sollte Metformin nehmen (eine Meinung, die ICH gar nicht teile, vor allem da meine Werte und Apidra unglaublich gut sind!) und deshalb mal mit dem Doc darüber reden.
Naja, da ich ja (mittlerweile) total gerne zu meinem Doc gehe und ich dabei immer ziemlichen Spaß habe und mich gut unterhalte, habe ich da ja nix gegen. Zuedm bin ich ja auch stolz wie Bolle auf meinen Sensor und möchte den natürlich auch präsentieren;)

Aber mal allgemein: Wie steht Ihr zu eurem Doc? Ich habe da lange Zeit kein gutes Verhältnis zu dem Berufsstand allgemein gehabt, deshalb wollte ich meine DiaDocs mal kurz Revue passieren lassen.

1. Die Kinderärzte
Ich bin damals in Bad Oeynhausen gewesen, zur Ersteinstellung und auch danach zur ersten Pumpenschulung. In der Zeit hatte ich 2 (3?) Doc, die ich eigentlich immer ganz cool fand, wenn die Termine auch immer vor allem den Beigeschmack von "der rückt dir mal wieder den Kopf gerade" hatten. Bestimmt keine besonders gute Ansage meiner Eltern, aber das weiß man ja vorher nicht. Die Termine da mochte ich schon, bis Bad Oeynhausen war es einige Zeit zu fahren und so war das immer ein Tagesausflug mit meinem Papa nachdem es immer Pizza oder ähnliches gab:)

2. Der Ätzende
Als in Oeynhausen die Ambulanz sicht machte, war das für mich erstmal schlimm. Bei uns auf dem Land einen Doc zu finden, der Typ 1 UND Insulinpumpe betreut, war für meine Eltern gar nicht so einfach!
Den Doc, bei dem ich dann gelandet bin, konnte ich von Anfang an nicht leiden. Ein humorloser Typ der unter seinem Schreibtisch immer Schokolade versteckt hatte, die man aber vom Patientenplatz leider sehen konnte :D Ich fand das irgendwie erbärmlich.
Schon damals fing es an, dass ich eigentlich bei jedem Termin dort völlig fertig und in Tränen aufgelöst war, weil ich immer nur gesagt bekommen hab, wie schlecht ich das alles amche und dass ich damit bald Folgeerkrankungen haben würde. Zudem konnte er mir in praktischen Fragen gar nicut helfen. Einmal wollte ich wissen (ich war gerade 18) wie das mit Alkohol läuft. Immer wenn ich bislang was getrunken hatte, gingen die Werte durch die Decke, eine Lösung htte ich allerdings nicht. Der spruch des Docs: "Sie sollten sich bewusst sein, was sie Ihrem jungen Körper mit Alkohol zumuten!"
Jaaaah.... sagen wir mal so, ich wollte mir ja nicht jede Tag die Birne zuziehen, sondern einfach auch mal ein Bier auf ner Party trinken. Naja, ich hab nie wieder gefragt und danach einfach alles selsbt ausprobiert.
Hier hatte ich auch eine Schulung in der ich mit einem Abstand von knapp 40 Jahren die jüngste war, wir haben ewig über das Insulinaufziehen mit Spritze gesprochen und zur Pumpe wurde gesagt: "Es gibt auch Insulinpumpen, aber das ist hier jetzt zu kompliziert." Mega gut. Nicht. Danach haben wir 4 Einheiten zur Fußpflege gemacht bei denen ich mich jedesmal spontan auf den Teppich hätte erbrechen können.

Die Unbeteiligte
Durch den Umzug zur Ausbildung kam ich also zu einer neuen Ärztin. Zu Ihr kann ich leider nichtmal viel sagen, ich weiß, dass ich da auch jeden Termin geheult habe weil ich es nicht aushalten konnte, über meine Werte zu sprechen, das einzige was man dazu meinte wäre, mir Antidepressiva aufzuschreiben. Das ich aber nicht depressiv war, wusste ich ziemlich sicher, mein leben lief gut, nur eben der Diabetes nicht. Ich war drei Jahre in dieser Praxis und habe nebenbei ja sogar Therapie bei einem Psycho-Diabetologen gemacht. Letztendlich hat das meinen HbA1c für ein Qurtal verbessert, danach war alles wie vorher.

Der Tolle
Nachdem ich mit der ersten Ausbildung fertig war und wieder bei meinen Eltern wohnte um Krankenpflege zu lernen, stand wieder ein Doc- Wechsel an. Diesmal bloß nicht zu dem Ätzenden, also ein neuer musste her. Gefunden habe ich einen ganz tollen! Den mochte ich richtig gerne, der hatte Verständnis dafür, dass es mir schlecht ging und ritt nicht so auf schlechten Werten und Folgeerkrankungen herum. Leider war dies allerdings keine Schwerpunktpraxis sondern eine normale Hausarztpraxis, bloß dass der Doc eben Diabetologe ist. Das heißt leider, keine Schulungen und sowas.
Trotz dass ich ihn sehr mochte, verbesserte das meine Werte natürlich nicht, allerdings wurde mir riegdnwann in dieser Zeit schlagartig klar, dass ich an einer Essstörung leide, und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Selbst in der Therapie ist das nie rausgekommen, ich selbst hatte da vorher überhaupt keinen Schimmer von. Auf dem Land, und während ich bei meinen Eltern lebte, eine Therapie zu machen, stand allerdings nie zur Debatte, zudem passierte dann im Sommer 2010 mein schwerer Unfall nachdem ich meine Ausbildung leider abbrechen musste und wieder zum Studium nach Münster zog.

Der Coole
Also wieder ein neuer Arzt, weil zu "der Unbeteiligten" wollte ich auch nicht wieder gehen. Bei diesem Doc bin ich heute noch, und damit super zufrieden! Die Praxis ist ziemlich groß, 3 Ärzte und ein riesen Beraterteam. Mein Doc ist echt cool, der hatte auch Verständnis und machte keinen Druck. Es werden ganz viele Schulungen und Seminare angeboten, zuletzt habe ich eine Coping- Schulung angeboten, welche meine Beraterin durchgeführt hat. In dieser Schulung geht es um die Bewältigung, den Umgang mit der Krankheit, nicht der inhaltlichen Wissensvermittlung. Richtig gut. Zudem hat mein Doc mir hier endlich mal klar gesagt, dass ich auch wegen dem Diabetes Hilfe brauche und mal über einen stationären Aufenthalt nachdenken sollte. Nachgedacht hatte ich darüber schon viel, aber mich nie getraut, danach zu fragen. Somit war die Sache klar und der Aufenthalt in Mergentheim hat aller verändert.

So, und was habt Ihr noch für Doc`s erlebt?

Freitag, 1. August 2014

Veränderungen nach einem Jahr....

Mein Ursprüngliches Ansinnen hinter diesem Blog war ja eigentlich mal, vor allem meine Entwicklung hinsichtlich meiner Diabetes- Akzeptanz zu dokumentieren.
Irgendwie ist dieses Thema allerdings aufgrund des für mich alles verändernden Klinikaufenthaltes in den Hintergrund getreten.

Ich weiß nicht, ob es an der intensiven Schulung, dem Austausch mit anderen oder an der Schockdiagnose beim Augenarzt lag (ich tippe eigentlich auf eine Mischung aus Punkt 2 und 3!), auf jeden Fall hat sich seitdem einiges geändert.

Und auf diese Veränderungen möchte ich heute einfach mal eingehen, vor allem auch, um mir diese Dinge vor Augen zu halten und einfach mal zu sammeln.

Also, los geht`s!

  • Ich kann kleinere Handtaschen benutzen oder sogar mal ohne Tasche rausgehen
    • Klingt jetzt komisch, ich weiß! Aber früher war das allerwichtigste was ich immer am Körper getragen habe, eine Flasche Wasser! Ich hab das als gar nicht komisch empfunden, viel trinken ist schließlich gesund. Allerdings brauchte ich dieses Wasser vermutlich nur, weil meine Werte so mies waren. Jetzt kann ich es auch mal eine Weile ohne aushalten und muss mich eher zum Trinken anhalten.
  • Ich habe jetzt immer "Not- KE`s" dabei
    • Also wirklich immer! Früher hab ich viele Hypos einfach aussitzen können. Ich hab meine tiefen Werte ja zum Glück immer gut bemerkt, aber mittlerweile finde ich sie einfach unangenehm. Damals waren Hypos für mich ein gutes Zeichen, merkte ich doch, dass mein BZ mal ausnahmsweise nicht total hoch war.
  • Notfalltäschchen
    • Ich habe ein total niedliches Täschchen für mein Messgerät und all das Zubehör gekauft, was ich immer so dabei habe(n muss). Aus schwarzem Filz, richtig schön stabil und fest und mit einem aufgesticktem roten Kreuz (passt ja zu meinem Hobby;)) und mit blauer Stickerei "Notfallkoffer". War gar nicht so günstig, allerdings habe ich es mit damals in Mergentheim in dem einzigen Laden geholt, in dem es nicht nur Oma- Sachen gab;) Das war quasi eine Motivationshilfe für den Neustart. Bislang leistet es hervorragende Dienste! 
  • Redebedarf
    • Jahrelang war mein Diabetes eigentlich immer ein Thema, was ich unter Verschluss gehalten habe. Mittlerweile habe ich einen wirklich immensen Redebedarf was das alles angeht! Ich möchte darüber reden, wenn ich eine miese Nacht hinter mir habe, weil ich wieder nur Unterzuckert war und ich möchte, dass sich jemand mitfreut, weil es gerade einfach unglaublich gut läuft! Ich hab das die letzten 18 Jahre immer alles mit mir selbst ausgemacht, jetzt hat sich das geändert und das ist auch meinen Freunden schon aufgefallen. Ich habe ein wenig Sorge Ihnen damit irgendwann auf den Geist zu gehen, aber ich glaube so schlimm ist es dann doch noch nicht;) Außerdem bin ich der Meinung, dass es eben ein Teil meines Lebens ist, und so wie ich mir auch die Geschichten meiner Freunde von Ihrem Arbeitstag anhöre, dürfen sie einen Einblick in meine Diabetes- Welt ertragen!
  • keine totale Identifikation über Diabetes
    • Das ist eigentlich wohl der Wichtigste Unterschied zu früher: Ich habe endlich Abstand gefunden! Abstand zu meinen Werten. Ich kann endlich von "hohen Werten" sprechen, früher waren das alles "schlechte Werte". Und ein hoher Wert bedeutet auch nicht mehr, dass ich selbst "schlecht" bin. Ich kann endlich ganz rational an die Sache herangehen und gucken, wo habe ich evtl. einen Fehler gemacht, was hätte anders gehandhabt werden sollen? Zu diesen Überlegungen war ich damals gar nicht in der Lage, es bedeutete einfach, dass ich mal wieder versagt hatte, wenn der Wert "schlecht" war. 

  • entspannte Arzttermine :)
    • dieser Punkt ist wohl meinem Praxisteam am deutlichsten aufgefallen: Ich sitze endlich nicht mehr heulen im Wartezimmer und breche in Tränenströme aus, sobald ich was zu meiner Einstellung sagen soll. Witziger Nebeneffekt: Man kann ein meinem Diabetikerpass ganz deutlich sehen, dass seitdem auch meine Blutdruckwerte bei den Arztbesuchen wesentlich niedriger sind!