Montag, 11. Juni 2018

Eistorte (mit weniger KE)





Zutaten: 

1 Packung Vollkorn Butterkekse
50g Butter
300g Frischkäse, natur, vollfett
300g griechischer Joghurt, natur 
1 Becher Sahne
Süßstoff
Zitronensaft/ Limettensaft
300g Himbeeren tiefgefroren

1 Packung VK- Butterkekse zerbröseln. 50g Butter schmelzen. Beides vermengen und in eine runde Springform drücken, sodass ein dünner Boden entsteht. ( Dieser Teil ist leider nicht LowCarb, allerdings ist die Bodenschicht ziemlich dünn. Alternativ plane ich beim nächsten Mal einen Boden aus Nüssen oä zu machen). Boden im Kühlschrank kalt stellen.

1 Becher Sahne half- fest schlagen, 300g Frischkäse (vollfett, natur) und 300g griechischer Naturjoghurt unterrühren. Mit Süßstoff und Zitronensaft/ Limettensaft abschmecken.
Hälfte der Masse auf dem Keksboden verteilen. Kuchen ins Eisfach stellen.

300g Himbeeren TK in einen Topf geben und erhitzen. Mit Zitrone und Süßstoff nach belieben abschmecken. Durch ein feines Sieb streichen, sodass eine Soße ohne Kerne entsteht.
Kuchen aus dem Eisfach nehmen. Die 1. Schicht sollte angefroren sein. Himbeersoße dünn drauf verteilen, nach Geschmack noch TK- Himbeeren zugeben. (Info: Die Fruchtschicht ist gefroren sehr hart und taut nur sehr langsam. Mit ein wenig Himbeerlikör oder anderem Schnaps lässt sich das aber vermutlich beheben. Ansonsten die Schicht dünn halten und nur wenige Früchte zugeben).
Torte wieder einfrieren.



Nachdem die Himbeerschicht gefroren ist, die zweite Hälfte der Creme oben drauf verteilen und die Torte ein letztes mal ins Eisfach.

Ich habe sie über Nacht im Eisfach gelassen und am nächsten Morgen dekoriert mit frischen Himbeeren und frischer Minze. Lässt sich mit einem Messer (warmes Wasser!) und etwas Muskelkraft schneiden 😉

KEs: Mal wieder keine Ahnung. Für ein Stück habe ich 2 KE geschätzt, bei mir hat es ganz gut gepasst. Vermutlich könnte man auch auf den Boden komplett verzichten, dieser schmeckt allerdings wirklich gut.

LowCarb Erdbeerboden


Da ich in letzter Zeit etwas in der Küche experimentiert habe und immer mal wieder nach den Rezepten gefragt werde, hier nun die ersten Ergebnisse:

LowCarb Erdbeerboden




Zutaten: 

3 Eier
Vanilleextrakt
Süßstoff
50g gemahlene Nüsse (Cashews, Mandeln, Haselnüsse, gerne auch als Mix)
1 EL Backpulver
Erdbeeren
Tortenguß "Erdbeere"



3 Eier mit etwas Vanilleextrakt und etwas Süßstoff richtig stark schaumig schlagen (bei mir macht das die Küchenmaschine). Die Eiermasse muss richtig hell werden!

50g gemahlene Nüsse (ich habe es bereits mit Cashews und Mandeln ausprobiert) mit 1 EL Backpulver vermengen und anschließend mit einem Löffel vorsichtig unter die Eiermasse heben. Das ganze ist angelegt an einen Biskuitteig, also bloß nicht das "Mehl" mit dem Mixer unterschlagen!





Eine runde Springform fetten und bei Bedarf mit gemahlenen Mandeln ausstreuen und den Teig hineingeben und verteilen.  (Mein erster Versuch war in einer Tortenbodenform, da ließ sich der Kuchen aber schlecht herauslösen…ich würde also die Springform oder Tortenring empfehlen)

Bei Ober+ Unterhitze (ich habe keine Umluft 😊) bei 180Grad backen, bis der Teig golden ist (Stäbchenprobe ob er gar ist).

Aus der Form lösen und abkühlen lassen.

Mit Erdbeeren belegen und Tortenguß in Erdbeergeschmack nach Packungsanweisung zubereiten, hierbei jedoch den Zucker weglassen und das Wasser nur mit ein paar Spritzern Süßstoff süßen. Tortenguß über die Erdbeeren verteilen und fest werden lassen.



KE: Keine Ahnung. Ich habe nur die Erdbeeren berechnet und je nach Art der Nüsse (Cashews haben recht viele KH im Vergleich zu Mandeln!) Mit weniger als 1KE pro Stück bin ich aber sehr gut gefahren.

Oh, und Sahne schmeckt großartig dazu!


Mittwoch, 31. Januar 2018

Müll- Projekt #GreenDiabetics


Hallo zusammen!

Wer mir auf Instagram folgt, hat mitbekommen, dass ich im Januar beschlossen hatte, einen kompletten Monat lang meinen gesamten DiabetesMüll zu sammeln und am Ende auszuwerten.

Heute ist der 31. Januar und damit war es Zeit, den Pappkarton auszukippen und alles durchzusortieren, zu ordnen, zu wiegen und schlussendlich zu entsorgen.

Die Idee stammt nicht ursprünglich von mir, hier findet ihr die Beiträge von Lisa, Saskia, Lea und Kathy.  

Zudem findet ihr auf Instagram Fotos von @zucker_julchen@angelinamontieri und @diasteffie

So, jetzt zu meinen Ergebnissen:

Das ganze Ausmaß des einen Monats....


Ich muss sagen, ich bin wirklich erschrocken, dass es so viel geworden ist! Ich war sehr streng beim sammeln, habe wirklich immer versucht, direkt alles in die Kiste zu werfen und nichts zu vergessen. Natürlich sind da auch Dinge bei, die nicht regulär jeden Monat anfallen (Libreverpackung nur, weil es Terminprobleme mit meinem Eversense gab, der Pumpenclip hält zum Glück ja auch länger als 4 Wochen....)

Folgende Dinge sind das bei mir gewesen:
- Katheterverpackung Medtronic Mio
- Reservoireverpackung Medtronic Veo
- Katheter
- Schläuche und Reservoire
- Aufziehstutzen und Nadel Reservoire
- Insulinampullen + Verpackungen
- Pennadeln + Verpackungen
- Batterien
- Teststreifen + Verpackungen
- Libresensorverpackungen
- Befestigungsmaterial Katheter
- EversenseSensor Klebepflaster und Pflasterfolien/ - papiere
- Versandmaterial
- Bedienungsanleitungen
- Verpackungen von Hypo- Snacks
- 1 gebrochener Pumpenclip


Eine lange Liste und ein großer Berg. Gewogen habe ich das ganze auch:

Gesamtgewicht: 1100g, bedeutet: 1,1 Kg! 
Das ganze unterteilt sich in 700g Müll, der im Restmüll oder Gelben Sack landet und damit einfach verbrannt wird bzw als Microplastik in der Umwelt landet.

400g Müll sind wirklich recyclebar, also Papiermüll oder Glas (Saftflasche). Bei der Mülltrennung ist hier zu beachten, dass viele "Papiere" (also zb. der Verschluss unten am Katheter) beschichtet sind und somit nicht in das Altpapier dürfen, sondern über den gelben Sack entsorgt werden müssen. Die Batterie geht natürlich zur Sammelstelle. 


Bildunterschrift hinzufügen
Ich habe das ganze aber auch nicht nur aus der Müllperspektive betrachtet. Das ganze gibt mir auch einen guten Überblick, was ich in einem Monat alles verbrauche... oder eben auch nicht.

Deutlich (!!!) zu wenig Pennadeln


Das meine Pumpe nur einen Batteriewechsel benötigt hat, ist prima. Das ist aber nur eine 6er- Lanzette für meine Stechhilfe gefunden habe (und diese war vllt auch schon seit Oktober im Gebrauch...?) ist alles andere als super. Auch die Anzahl der Pennadeln war viel zu gering, hier muss ich mir wirklich wieder den allabendlichen Wechsel angewöhnen.

Viele Katheter - und eine einsame Lanzette


Was ich schon befürchtet hatte, war die Anzahl an Kathetern. Ich habe letzten Monat versucht, diese an den Oberschenkeln zu tragen, leider mit vernichtendem Ergebnis. Nach spätestens 24 Stunden waren alle Stellen entzündet oder taten so unglaublich weh, dass ich wieder wechseln musste. Viel Müll, viele Nadelstiche. Also gehts jetzt wieder zurück zum Bauch, zum Rücken und zur Hüfte.

Was ich als Veränderung auch noch angegangen bin: Die Teststreifen. Es war bloße Faulheit, dass ich weiterhin die Precision von Abbott benutzt habe, auch wenn ich mein Libre ja gar nicht mehr nutze. Ich werden, sobald der Vorrat aufgebraucht ist, auf andere Teststreifen umsteigen, diese sind dann nicht alle einzeln verpackt.


 Vieles von diesem Müll lässt sich schlicht und ergreifend nicht vermeiden. Aber alleine, dass man sich die Menge plastisch vor Augen führt, lässt einen kleine Änderungsmöglichkeiten bemerken. Ich werde nicht durchgehend weiter meinen Müll sammeln, aber vielleicht kann ich den Januar eines jeden Jahres dazu benutzen, auf diesem Wege meine Therapie zu analysieren und zu überlegen, was ich verändern könnte. Besser kleine Schritte, als Stillstand!

Wenn ihr das auch mal testen mögt: Gerne! Wenn ihr es online teilen möchtet: Benutzt den Hashtag #greendiabetics

Sonntag, 10. Dezember 2017

Eversense von Roche - Update Sensor 2


Wie schnell die Zeit vergeht. Heute ist bereits der 2. Advent, draußen schneit es, ich sitze hier bei Kerzenlicht und haben mir einen Kaffee bereitgestellt.

Ich dachte es wäre an der Zeit, ein Update zum Eversense zu geben, schließlich trage ich ihn jetzt bereits eine Weile.

Der erste Sensor wurde im August implantiert. Die ersten 3 Wochen liefen problemlos und ich war uneingeschränkt begeistert. Leider begannen dann jedoch die Probleme, mein Sensor lieferte keine verlässlichen Werte mehr. Die Sensorglukose sprang innerhalb von 15 Minuten um erst 150mg/dl nach oben, dann 80 mg/dl nach unten. Ich habe quasi ein richtige Gebirgskurve gehabt und wurde von Daueralarmen in den Wahnsinn getrieben. Mehrere Versuche, den Sensor zu resetten scheiterten. Nachdem mein Sensor irgendwann alle 24 Stunden einen Fehler meldete, einigten die Hotline von Roche und ich uns darauf, dass dieser Sensor wohl leider wirklich defekt ist und getauscht werden muss.
Ich persönlich war an diesem Punkt wirklich erleichtert, die dauerhaften Probleme und Meldungen und Alarme waren wirklich störend.
Leider hat es dann jedoch mit dem Wechseltermin immer wieder Missverständnisse und Schwierigkeiten gegeben, sodass erst bei Ablauf der 90 Tage auch mein defekter Sensor entfernt werden konnte.
Nichtsdestotrotz, so leicht gebe ich nicht auf. Ich wollte einen neuen Sensor!
Der erste Sensor ist mir als Vorrausleistung von Roche eingesetzt worden, eine Zu- oder Absage meiner Krankenkasse lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Der zweite Sensor war quasi nur eine Reklamation des ersten, sodass es hier trotz mittlerweile vorliegender Ablehnung durch die Krankenkasse keine weiteren Probleme gab.

Beim Sensorwechsel hat man mehrere Wahlmöglichkeiten:

1. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird durch den gleichen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
2. Der alte Sensor wird entfernt der neue Sensor wird durch einen neuen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
3. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird an einer gänzlich anderen Stelle eingesetzt.

Gegen Option 1 und 2 hatte ich ehrlich gesagt ziemliche Bedenken. Ich persönlich glaube einfach, dass es für Narbengewebe nicht besonders gut ist, wenn es mehrfach geöffnet wird, ich befürchte einfach, dass dann die Narben immer größer und auffälliger werden.

Aus diesem Grund also Option 3, neuer Sensor in den anderen Arm als vorher. 
Der eingriff war unkompliziert, der neue Sensor schon deutlich schneller gesetzt als der erste.

Die Narben des 1. Sensors. Die obere müsste die vom Einsetzen sein, unten die vom Entfernen. Ob es zwei sein sollen oder eigentlich nur eine, weiß ich aber leider auch nicht ;)
Und ja, dieser neue Sensor läuft seitdem problemlos. Und noch etwas hat sich getan: Meine Krankenkasse hat die Kostenübernahme erklärt!

Vielleicht folgt ihr mir auf Instagram, dann habt ihr das ganze Elend bereits mitbekommen: Abgelehnt wurde von Seiten des MDKs (Medizinischer Deinst der Krankenkassen) mit der Begründung, dass ich Übergewichtig bin und erst mal mein Leben in den Griff kriegen soll. Dann würde ich auch kein CGM benötigen (Überspitzt formuliert ;) )
Nachdem ich vier Tage am Boden zerstört war und mich am liebsten in einem Erdloch verkrochen hätte, wurde ich aber auch wütend. Wütend auf diese inhaltslose Ablehnung. Ich hatte 46 Seiten Antrag eingereicht, meine persönliche Lebenssituation beschrieben, Basalratentests angefügt, Tagebücher der letzten 3 Monate angehängt, Verlaufsprotokolle kopiert. Und dann ein zweizeiler als Ablehnung, in der nichts außer mein Gewicht benannt wird.
Zudem zeigt die Statistik ja nun mal, dass Abnehmen scheinbar für viele Menschen nicht einfach ist. Natürlich bin ich nicht stolz auf mein Gewicht und weiß, dass ich etwas ändern muss. Aber mit dauerhaften Hypos in der Nacht und stark schwankenden werten habe ich es da eher noch schwerer, als viele gesunde Menschen.

Schlussendlich habe ich die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse angerufen. Sie konnte sich direkt an das Gutachten des MDKs erinnern und verstand meinen Aufruhr ziemlich gut. Ihr Problem war allerdings, dass sie keinerlei Unterlagen hat, mit denen sie gegen die Empfehlung des MDKs handeln kann. Sämtliche von mir eingereichten Unterlagen dürfen von den Mitarbeitern der Kasse nicht gelesen werden, sondern werden nur weitergereicht.
Da ich mit meinen persönlichen Unterlagen zum Glück ja machen kann, was ich will, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich der Sachbearbeiterin zu Händen alle meine Dokumentationen und Begründungen erneut zuschicke. Sie würde es dann selbst Lesen und sehen, ob sie zu einer anderen Entscheidung kommen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war mir echt egal, ob ich eine Bewilligung bekomme oder nicht, ich wollte aber zumindest einen anderen Ablehnungsgrund als nur mein Übergewicht erreichen!

Transmitter des Eversense
Die Wochen zogen dahin und irgendwann habe ich mich erneut telefonisch an die Kasse gewandt. Und hier die überraschende Nachricht: Man hat sich noch einmal genauer bei Roche informiert und mir als Einzelfallentscheidung für zunächst ein Jahr den EversenseSensor bewilligt!
Wirklich großartige Neuigkeiten für mich!

Und angeblich hat Roche ja auch bereits eine neue Version des Sensors startklar, der dann für 180 statt 90 Tagen unter der Haut bleiben kann. Würde für mich weniger Narben bedeuten, aber am Ende ist mir das egal. Ich bin sehr zufrieden mit der Genauigkeit und dem Tragekomfort. Die Pflaster vertrage ich nach wie vor sehr gut, das abendliche Aufladen des Transmitters läuft während des Duschens in meiner Abendroutine mit. Die Werte insgesamt sind so lala, aber da ändert ein CGM nun einmal auch nichts dran. Das absolut entspannenste ist für mich nach wie vor: Keine usseligen Pflaster und keine Sorgen mehr, ob der Sensor raus reißt. Gestern erst bin ich mit dem Transmitter an der Autotür hängen geblieben. Ein neues Pflaster und fertig!

Es ist eben ein ganz neues System, und manche Dinge haben noch keinen genauen Ablaufplan. Z.b. habe ich neulich die Klebepflaster nachbestellen müssen. Beim Sensortausch hätte ich neue erhalten müssen, irgendwie ist das aber durch die Reklamation untergegangen. Die Hotline wusste auch keinen rechten Rat, hat sich dann aber innerhalb weniger Stunden um eine Lösung gekümmert und alles läuft.

Ich bin momentan also was das angeht sehr zufrieden. Bei Fragen schreibt mir gerne und folgt mir auf Instagram, um regelmäßiger Infos zu bekommen :D Und bis dahin wünsche ich euch allen eine ruhige Adventszeit, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr (ich bin mal realistisch und rechne nicht damit, dass ich dieses Jahr nochmal die Motivation finde, einen kompletten Beitrag zu schreiben :D)

Donnerstag, 17. August 2017

Libre vs Eversense


Ich bin auf Instagram mehrmals gebeten worden, die Unterschiede des Libres zum Eversense genauer darzulegen. Klar, wenn es etwas neues gibt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen: Was ist denn nun besser oder anders an dem neuen System?

Mir selbst fällt eine objektive Einschätzung wirklich nicht einfach. Ich MAG das Eversense. Ich mag, dass es unter der Haut sitzt und ich mir absolut keine Gedanken machen muss, irgendwo hängen zu bleiben oder es rauszureißen. Dafür nehme ich einen klitzekleinen chirurgischen Eingriff mit einer Narbe alle 90 Tage gerne in Kauf (Ich bekomme übrigens auch Narben vom Libre, deshalb sehe ich das vllt auch so entspannt). Die Idee, den Sensor unter die Hut zu setzen finde ich perfekt. Ich weiß aber auch, dass eben sehr viele genau diesen Punkt kritisch sehen. Jeder muss sein System selbst wählen (und dann hoffen, dass die Kasse diesen Wunsch zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bezahlt-.-).

Da ich das Libre 2 Jahre getragen habe, hier meine PERSÖNLICHEN Erfahrungen und Meinungen kurz zusammengefasst:


Insgesamt kann man die Liste schon so lesen, dass der Libre dem Eversense überlegen ist. Allerdings ist ein Vergleich hier immer etwas schwammig, der Libre ist ein FGM (Flash- Glucose- Monitoring), der Eversense ein CGM Kontinuierliches- Glukose- Monitoring). Heißt: Der Eversense warnt, wenn die Werte steigen oder fallen. Er weckt mich nachts, vibriert während der Arbeit oder bei einer Autofahrt. Und das ist die Funktion, die der Libre einfach nicht hat. Wer auf diese Warnungen nicht unbedingt angewiesen ist, kann mit dem Libre auch super exakte Ergebnisse bekommen. Bei beiden Systemen ist immer die korrekte Handhabung das wichtigste, um genaue Werte zu bekommen.


Mittwoch, 9. August 2017

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System :)

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir "ersten" einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:


Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche "Kante", an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige "muss ich abtapen?" "mist, das Tape hält nicht" "mist, der Sensor löst sich" hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die "Kleberfreiheit" deutlich angenehmer.


Wasserdicht:
Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so...) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.


Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen :)

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (...).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)



Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese "Flügelchen" hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.


Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit "du blinkst" angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System :)






Dienstag, 18. Juli 2017

Eversense - Die ersten 34 Stunden


Nachdem also der Sensor eingesetzt war, alle Handys liefen, alle Transmitter verbunden waren und die Schulung abgehandelt wurde, konnten wir nach Hause gehen. Alles in allem hat es knapp 4 Stunden gedauert, aber das einsetzen an sich nur knappe 20 Minuten.

Die ersten 24 Stunden zeigt der Sensor leider noch keine Daten an, es ist also ähnlich wie mit den anderen Systemen, die auch erst ihre 1-2 Stunden Eingewöhnung brauchen. 24 Stunden sind natürlich eine lange Zeit wenn man sehnsüchtig auf etwas wartet, aber dafür passiert das dann auch nur einmal im Quartal.

Die Nacht über habe ich den Transmitter noch nicht getragen, da es ja eh noch keine Werte gibt. Zudem hält der Transmitter über dem Abdeckpflaster auch einfach nicht so gut.
Beim schlafen habe ich von der ganzen Geschichte nichts gespürt. Auch als die Betäubung lange vorbei war, kein Schmerz, nichts. Selbst draufliegen war kein Problem.

Nach dem Aufstehen habe ich das Pflaster gewechselt und anschließend den Transmitter befestigt. Da dieser sehr genau über dem Sensor sitzen muss, gibt es hierfür in der App eine Platzierungshilfe. Die zeigt einem an, wie gut der Empfang ist.


Mit jedem Sensor erhält man 100 Pflaster. 90 normale und 10, die im Kontakt mit Wasser besser halten sollen. Diese Pflaster sind doppelseitig. Auf Instagram habe ich ein kleines Video dazu hochgeladen.






So sieht das ganze am Arm dann aus: 


Sobald ich das Pflaster für den Wundverschluss entfernen kann, sieht es auch weniger zugepflastert aus denke ich ;)
Nach genau 24 Stunden vibriert der Sensor und in der App erscheint eine Benachrichtigung. Der Transmitter möchte kalibriert werden. 
Hierbei sind alle Systeme gleich, natürlich soll der Blutzucker zu diesem Zeitpunkt möglichst stabil sein und nicht stark schwanken. Zudem sind verlässliche Werte wichtig, ich habe mir also ausnahmsweise vor dem Messen wirklich mal die Hände gewaschen ;)

Das System braucht 4 Werte zum erstmaligen Kalibrieren. Heißt: 24 Stunden nach dem Setzen des Sensors das erste mal. Dann nach weiteren 2 Stunden, nach 4 Stunden und nach 6 Stunden. Bedeutet: 32 Stunden nach dem Setzen ist man mit der Startphase fertig. Die Zeiten für die Kalibration sind jedoch flexibel, man kann sie bis zu 6 Stunden hinausschieben falls die Werte zb gerade steigen. 

Ich warte gerade darauf, dass ich meinen letzten Wert eingeben kann. Leider hat mein Abendessen alles etwas durcheinander gebracht.
Werte werden jedoch schon nach der Eingabe des zweiten Wertes angezeigt. 

Hier mal ein paar Eindrücke von der App: 




Grenzwerte und Alarme kann man sich natürlich ganz flexibel einstellen, auch gibt es die Option, eine vorübergehende Einstellung festzulegen. Das stelle ich mir zb praktisch vor wenn man Sport macht oder krank ist oder sowas. 

Marker für Sport, Mahlzeiten, Insulin oder Krankheiten gibt es natürlich auch. Diese können einfach eingetragen und auch nachgetragen werden. 
Besonders gefällt mir hierbei auch die Option, Notizen in Freitextform einzutragen. 



So, ich schaue dann mal ob das mit meiner Kalibration heute noch etwas wird und hoffe auf eine entspannte Nacht. Morgen muss das System im Arbeitsalltag zeigen was es kann. Wenn es Fragen oder Anmerkungen gibt, gerne her damit! Hier oder über Instagram, da kann ich meist schneller antworten ;)