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Samstag, 28. Juli 2018

1 Jahr Eversense - Erfahrungsbericht


Wie die Zeit verfliegt! Seit genau einem Jahr trage ich nun das CGM- System Eversense von Senseonics, welches von Roche vertrieben wird.

Ich habe letzte Woche den 5. Sensor implantiert bekommen, zum Glück wieder ohne Schwierigkeiten. Nach wie vor bin ich überzeugt von dem System, es erleichtert mir das Leben unglaublich und ich konnte einige Veränderungen an meiner Therapie vornehmen.
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt und so hat jedes System auch seine Nachteile, bzw. ist nicht für jeden Nutzer geeignet.
Um euch eine mögliche Entscheidung für oder gegen das Eversense einfacher zu machen, hier mal meine Zusammenfassung des letzten Jahres.

Das Beantragen/ die Kostenübernahme
Nach wie vor ein Schwieriges Thema. Nach meinen Recherchen in der Eversense- Facebookgruppe stellen sich die allermeisten Kassen quer. Es gibt Kostenübernahmen in Einzelfällen, allerdings in der Regel nur nach Widersprüchen und Kampf mit dem MDK, Seitenweisen Anträgen und wirklich guten Gründen, weshalb es ausgerechnet dieses CGM sein muss. Einige Kassen scheinen es tatsächlich gar nicht als Hilfmittel anzuerkennen. Hier muss man sich als auf einen längeren Kampf einstellen, der sich für mich allerdings vorerst gelohnt hat.
-> Meine Situation: Meine Kasse hat für 1 Jahr als Einzelfallentscheidung die Kosten übernommen. Ich habe 46 Seiten Antrag und 2 Widersprüche dafür einreichen müssen, 3 Monate Tagebücher, Basalratentests, Schulungsnachweise, Therapieanpassungen. Bald ist das Jahr rum und wir werden sehen, wie es weitergeht.

Das Einsetzen/ die Implantation
Wird nur von zertifizierten und geschulten Zentren durchgeführt, hierfür müsst ihr euch am besten vorher auf der Homepage oder der Hotline von Roche schlau machen. Leider sind es noch nicht so viele, ich musste hierfür den Diabetologen wechseln und nehme seitdem 90km Anfahrt in Kauf.
Ansonsten empfinde ich das Einsetzen als Unangenehm, aber nicht dramatisch. Mittlerweile habe ich ja 5 Sensoren eingesetzte und 4 Sensoren entfernt bekommen. Bei 2 der Eingriffe habe ich leichte Schmerzen gehabt, vermutlich weil das Betäubungsmittel noch nicht/ nicht richtig gewirkt hat. Bei beiden Malen wäre eine Nachdosierung des Lidocains möglich gewesen, ich habe mich aber beide male dagegen entschieden, da die Schmerzen nicht so schlimm waren.
Grundsätzlich ist es aber eben ein kleiner operativer Eingriff und dazu muss man eben bereit sein.

Die Wunden/ Narben
Im Anschluss an die kleinen Operationen hatte ich in den Tagen danach eigentlich nie Schmerzen. Vereinzelt hatte ich blaue Flecke, die beim darauflegen zu spüren sind, mehr aber nicht. Die Wunden sind bei mir alle schnell und ohne Probleme wie zb Entzündungen verheilt. Die Pflaster kann ich idR nach 5 Tagen entfernen. Diese 5 Tage sind aber eben etwas nervig, da man zusätzliches Pflastermaterial zur Hand haben sollte, um zb nach dem Duschen alles frisch zu machen.

So sieht das dann die ersten Tage nach dem Eingriff bei mir aus (der Libre ist natürlich zusätzlich)

Narben sind natürlich da, auch sichtbar. Die älteren sind mittlerweile zu hellen Strichen verblasst, die neueren noch als rote Striemen zu sehen. Keine ist größer als 3mm x 9mm, die letzten sind deutlich kleiner. Meine Erfahrung zeigt, dass solche Narben auch nach Jahren noch zu sehen sind, aber mit der Zeit immer unauffälliger und unsichtbarer werden.




Die App
Für mich am ehesten ein Minuspunkt. Ganz allgemein: Sie tut was sie soll. Was mich sehr ärgert: Die Unterstützung des Android- Betriebssystems ist nach wie vor mies. Keine Widgets, keine Watchanbindung. Bedeutet: bei jedem Alarm MUSS die App geöffnet werden. Für die iOS Systeme gibt es dies bereits alles. Insgesamt hat die App unter Android 1 oder 2 Updates im ganzen letzten Jahr erhalten, da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Aussage der Hotline ist hierzu immer: Wird kommen. Tja, frage ist nur, wann.
Die Follower App EversenseNOW gibt es seit Anfang des Jahres für iOS, auch hier soll Android folgen. Bislang, leider nix.

Smartphone allgemein
Ein positiver Aspekt: Die App läuft bei mir sehr stabil und so gut wie fehlerfrei. Es gibt nur wenige Geräte, die von Roche offiziell zur Nutzung erprobt sind, dennoch läuft sie auf vielen weiteren Geräten (sofern die technischen Voraussetzungen stimmen) und auch die Kopplung des Transmitter bereit dann keine Probleme. Ich habe den Eversense mit einem LeEco LePro3 (China-Import, kennt niemand) und jetzt mit dem Huawei P20 genutzt. Einziges Manko: Sollte der Sensor einen Fehler haben (dazu kommen wir noch), wird die Hotline euch bitten, ein Fehlerprotokoll zu schicken. Und hierbei wird das Gerät angezeigt. Sollte es sich um ein nicht- überprüftes Gerät handeln, lautete die Antwort in meinen Fälle, dass sie dann auch nichts machen könnten. Ich habe zum Glück noch einen (überprüften) iPod Touch zuhause, welcher als mein "offizielles" Gerät dient. Klar zu sagen: Keiner der Fehler trat nur an meinem "ChinaHandy" auf, sondern immer auch am iPod. Für die Funktion spielte es in meinen Fällen also keine Rolle.
Die Verbindung ist bei mir sehr stabil und reicht auch recht weit würde ich sagen. Wenn ich zu weit von meinem Handy entfernt bin, bricht die Verbindung ab, bei Annäherung wird diese aber automatisch wieder hergestellt. Hiermit hatte ich zum Glück keine Probleme in dem ganzen Jahr.



Genauigkeit
Wichtiges Thema für ein CGM. Ich war von der Genauigkeit immer beeindruckt. Die ersten 2 Wochen sind meist etwas durchwachsen, Abweichungen von 20-40 mg/dl kommen vor. Danach hatte ich aber idR Abweichungen von <20mg/dl. Eine sehr sorgfältige Kalibration vorausgesetzt! Zudem wurden Schwankungen schnell bemerkt und angezeigt.

Alarme
Sind frei einstellbar und auch für einen beliebigen Zeitraum komplett abschaltbar (Nutze ich zB wenn man in der Kirche oder in wichtigen Besprechungen ist! Töne sind wählbar, zudem vibriert und leuchtet der Transmitter. Die Vibrationen sind richtig richtig gut, so wird man auch alarmiert, obwohl das Handy nicht verbunden oder in Reichweite ist. Das Leuchten hingegen finde ich völlig überflüssig und eher störend, Leute sprechen einen drauf an, nachts ist es super hell und insgesamt sehe ich keinen Nutzen darin.

Zuverlässigkeit
Tja. Leider muss ich ehrlich zugeben, dass ich aktuell nicht ganz sicher bin. Klare Fakten: 2 meiner 4 Sensoren haben die versprochenen 90 Tage Laufzeit nicht erreicht. Einer hat sich nach wenigen Wochen komplett verabschiedet, ein zweiter nach 78 Tagen. Da der Wechsel und die Bestellung des Sensors Planung bedeutet und meine Praxis dafür auch Termine haben muss, musste ich zwischenzeitlich also auf den Libre zurück.
Aktuell trage ich den EversenseXL, dieser soll bis zu 180 Tagen laufen. BIS ZU. Was immer das bedeutet soll. Ich bin sehr skeptisch aufgrund dieser Zeitansage, da so die Terminplanung für den Sensorwechsel quasi unmöglich ist, zudem muss ich mich ja vorher auch noch um die Kostenerstattung meiner Kasse kümmern. Warten wir es also ab.
Da man den Eversense eben nicht wie Libre/Dexcom/ Guardian/ Enlite selbst wechseln kann, sehe ich hier aktuell wirklich den allergrößten Minuspunkt und ich muss zugeben, zwischenzeitlich war ich richtig genervt und habe überlegt, ob es das überhaupt wert ist. Ich werde den aktuellen Sensor abwarten und dann sehen, wie ich mich entscheide.

Pflaster
Hier nur positives: halten super, meine Haut verträgt sie ohne Probleme, keine trockenen Stellen. Zudem bekommt man wirklich mehr als ausreichend.

Der Transmitter
Aufladen einmal am Tag ist für mich kein wirklicher Nachteil, das passt gut in die Abendroutine. Beim Duschen oder schwimmen lasse ich ihn bislang dran, allerdings bin ich kein Wassersportler. Die Form ist großartig, schön flach und abgerundet. Hängen bleiben kommt deutlich weniger vor als zb beim Libre oder Dexcom.



Entfernung
War bei mir zum Glück immer super unkompliziert, alle Sensoren lagen recht flach unter der Haut und waren gut zu tasten und zu entfernen. Keiner ist im Gewebe gewandert.

Sonstiges
Lichtempfindlichkeit. Meine 4 Sensoren waren alle durchweg lichtempfindlich. Hier kann man scheinbar Pech oder Glück haben, ich kenne auch Personen, die absolut keine Probleme mit lichtempfindlichen Sensoren haben. Meine haben das alle und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Bedeutet: Bei prallem Sonnenlicht gibts keine Werte. Nervig, für mich aber zu verschmerzen. Wer draußen arbeitet oder im Sommer viel Sport macht, sollte sich aber über dieses mögliche Problem im Klaren sein.

Fazit
Viel Licht, aber eben auch Schatten. Die mangelnde Zuverlässigkeit gepaart mit der Abhängigkeit an Bestellsysteme und Terminvergabe/ Arzttermin bei einem Sensorausfall ist für mich aktuell der grüßte Knackpunkt. Ich bin wirklich vom System der Implantation überzeugt und liebe es, dass ich dann über Monate Ruhe haben kann. Dennoch fühlt man sich umso mehr verraten und verkauft, wenn es eben nicht läuft wie geplant.
Ich bin momentan sehr verunsichert, wie es für mich nach dem aktuellen Sensor weitergeht. Ich WILL ihn weitertragen! Ich will weiterhin meine Ruhe haben vor ausgerissenen Sensoren, vor nicht klebenden Pflastern, vor Sensorfäden, die durch eine offene Stelle in die Haut ragen!
Und gleichzeitig ärgere ich mich immer mal wieder über die fehlenden Updates und die beiden vorzeitig ausgefallenen Sensoren.
Ich hoffe so sehr, dass mich mein aktueller Sensor positiv überzeugen kann! Und natürlich, dass meine Kasse einen Nutzen in dem System erkennt und ihn mir dann auch weiterhin bewilligt. 






Mittwoch, 31. Januar 2018

Müll- Projekt #GreenDiabetics


Hallo zusammen!

Wer mir auf Instagram folgt, hat mitbekommen, dass ich im Januar beschlossen hatte, einen kompletten Monat lang meinen gesamten DiabetesMüll zu sammeln und am Ende auszuwerten.

Heute ist der 31. Januar und damit war es Zeit, den Pappkarton auszukippen und alles durchzusortieren, zu ordnen, zu wiegen und schlussendlich zu entsorgen.

Die Idee stammt nicht ursprünglich von mir, hier findet ihr die Beiträge von Lisa, Saskia, Lea und Kathy.  

Zudem findet ihr auf Instagram Fotos von @zucker_julchen, @angelinamontieri und @diasteffie

So, jetzt zu meinen Ergebnissen:

Das ganze Ausmaß des einen Monats....


Ich muss sagen, ich bin wirklich erschrocken, dass es so viel geworden ist! Ich war sehr streng beim sammeln, habe wirklich immer versucht, direkt alles in die Kiste zu werfen und nichts zu vergessen. Natürlich sind da auch Dinge bei, die nicht regulär jeden Monat anfallen (Libreverpackung nur, weil es Terminprobleme mit meinem Eversense gab, der Pumpenclip hält zum Glück ja auch länger als 4 Wochen....)

Folgende Dinge sind das bei mir gewesen:
- Katheterverpackung Medtronic Mio
- Reservoireverpackung Medtronic Veo
- Katheter
- Schläuche und Reservoire
- Aufziehstutzen und Nadel Reservoire
- Insulinampullen + Verpackungen
- Pennadeln + Verpackungen
- Batterien
- Teststreifen + Verpackungen
- Libresensorverpackungen
- Befestigungsmaterial Katheter
- EversenseSensor Klebepflaster und Pflasterfolien/ - papiere
- Versandmaterial
- Bedienungsanleitungen
- Verpackungen von Hypo- Snacks
- 1 gebrochener Pumpenclip


Eine lange Liste und ein großer Berg. Gewogen habe ich das ganze auch:

Gesamtgewicht: 1100g, bedeutet: 1,1 Kg! 
Das ganze unterteilt sich in 700g Müll, der im Restmüll oder Gelben Sack landet und damit einfach verbrannt wird bzw als Microplastik in der Umwelt landet.

400g Müll sind wirklich recyclebar, also Papiermüll oder Glas (Saftflasche). Bei der Mülltrennung ist hier zu beachten, dass viele "Papiere" (also zb. der Verschluss unten am Katheter) beschichtet sind und somit nicht in das Altpapier dürfen, sondern über den gelben Sack entsorgt werden müssen. Die Batterie geht natürlich zur Sammelstelle. 


Bildunterschrift hinzufügen
Ich habe das ganze aber auch nicht nur aus der Müllperspektive betrachtet. Das ganze gibt mir auch einen guten Überblick, was ich in einem Monat alles verbrauche... oder eben auch nicht.

Deutlich (!!!) zu wenig Pennadeln


Das meine Pumpe nur einen Batteriewechsel benötigt hat, ist prima. Das ist aber nur eine 6er- Lanzette für meine Stechhilfe gefunden habe (und diese war vllt auch schon seit Oktober im Gebrauch...?) ist alles andere als super. Auch die Anzahl der Pennadeln war viel zu gering, hier muss ich mir wirklich wieder den allabendlichen Wechsel angewöhnen.

Viele Katheter - und eine einsame Lanzette


Was ich schon befürchtet hatte, war die Anzahl an Kathetern. Ich habe letzten Monat versucht, diese an den Oberschenkeln zu tragen, leider mit vernichtendem Ergebnis. Nach spätestens 24 Stunden waren alle Stellen entzündet oder taten so unglaublich weh, dass ich wieder wechseln musste. Viel Müll, viele Nadelstiche. Also gehts jetzt wieder zurück zum Bauch, zum Rücken und zur Hüfte.

Was ich als Veränderung auch noch angegangen bin: Die Teststreifen. Es war bloße Faulheit, dass ich weiterhin die Precision von Abbott benutzt habe, auch wenn ich mein Libre ja gar nicht mehr nutze. Ich werden, sobald der Vorrat aufgebraucht ist, auf andere Teststreifen umsteigen, diese sind dann nicht alle einzeln verpackt.


 Vieles von diesem Müll lässt sich schlicht und ergreifend nicht vermeiden. Aber alleine, dass man sich die Menge plastisch vor Augen führt, lässt einen kleine Änderungsmöglichkeiten bemerken. Ich werde nicht durchgehend weiter meinen Müll sammeln, aber vielleicht kann ich den Januar eines jeden Jahres dazu benutzen, auf diesem Wege meine Therapie zu analysieren und zu überlegen, was ich verändern könnte. Besser kleine Schritte, als Stillstand!

Wenn ihr das auch mal testen mögt: Gerne! Wenn ihr es online teilen möchtet: Benutzt den Hashtag #greendiabetics

Sonntag, 10. Dezember 2017

Eversense von Roche - Update Sensor 2


Wie schnell die Zeit vergeht. Heute ist bereits der 2. Advent, draußen schneit es, ich sitze hier bei Kerzenlicht und haben mir einen Kaffee bereitgestellt.

Ich dachte es wäre an der Zeit, ein Update zum Eversense zu geben, schließlich trage ich ihn jetzt bereits eine Weile.

Der erste Sensor wurde im August implantiert. Die ersten 3 Wochen liefen problemlos und ich war uneingeschränkt begeistert. Leider begannen dann jedoch die Probleme, mein Sensor lieferte keine verlässlichen Werte mehr. Die Sensorglukose sprang innerhalb von 15 Minuten um erst 150mg/dl nach oben, dann 80 mg/dl nach unten. Ich habe quasi ein richtige Gebirgskurve gehabt und wurde von Daueralarmen in den Wahnsinn getrieben. Mehrere Versuche, den Sensor zu resetten scheiterten. Nachdem mein Sensor irgendwann alle 24 Stunden einen Fehler meldete, einigten die Hotline von Roche und ich uns darauf, dass dieser Sensor wohl leider wirklich defekt ist und getauscht werden muss.
Ich persönlich war an diesem Punkt wirklich erleichtert, die dauerhaften Probleme und Meldungen und Alarme waren wirklich störend.
Leider hat es dann jedoch mit dem Wechseltermin immer wieder Missverständnisse und Schwierigkeiten gegeben, sodass erst bei Ablauf der 90 Tage auch mein defekter Sensor entfernt werden konnte.
Nichtsdestotrotz, so leicht gebe ich nicht auf. Ich wollte einen neuen Sensor!
Der erste Sensor ist mir als Vorrausleistung von Roche eingesetzt worden, eine Zu- oder Absage meiner Krankenkasse lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Der zweite Sensor war quasi nur eine Reklamation des ersten, sodass es hier trotz mittlerweile vorliegender Ablehnung durch die Krankenkasse keine weiteren Probleme gab.

Beim Sensorwechsel hat man mehrere Wahlmöglichkeiten:

1. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird durch den gleichen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
2. Der alte Sensor wird entfernt der neue Sensor wird durch einen neuen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
3. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird an einer gänzlich anderen Stelle eingesetzt.

Gegen Option 1 und 2 hatte ich ehrlich gesagt ziemliche Bedenken. Ich persönlich glaube einfach, dass es für Narbengewebe nicht besonders gut ist, wenn es mehrfach geöffnet wird, ich befürchte einfach, dass dann die Narben immer größer und auffälliger werden.

Aus diesem Grund also Option 3, neuer Sensor in den anderen Arm als vorher. 
Der eingriff war unkompliziert, der neue Sensor schon deutlich schneller gesetzt als der erste.

Die Narben des 1. Sensors. Die obere müsste die vom Einsetzen sein, unten die vom Entfernen. Ob es zwei sein sollen oder eigentlich nur eine, weiß ich aber leider auch nicht ;)
Und ja, dieser neue Sensor läuft seitdem problemlos. Und noch etwas hat sich getan: Meine Krankenkasse hat die Kostenübernahme erklärt!

Vielleicht folgt ihr mir auf Instagram, dann habt ihr das ganze Elend bereits mitbekommen: Abgelehnt wurde von Seiten des MDKs (Medizinischer Deinst der Krankenkassen) mit der Begründung, dass ich Übergewichtig bin und erst mal mein Leben in den Griff kriegen soll. Dann würde ich auch kein CGM benötigen (Überspitzt formuliert ;) )
Nachdem ich vier Tage am Boden zerstört war und mich am liebsten in einem Erdloch verkrochen hätte, wurde ich aber auch wütend. Wütend auf diese inhaltslose Ablehnung. Ich hatte 46 Seiten Antrag eingereicht, meine persönliche Lebenssituation beschrieben, Basalratentests angefügt, Tagebücher der letzten 3 Monate angehängt, Verlaufsprotokolle kopiert. Und dann ein zweizeiler als Ablehnung, in der nichts außer mein Gewicht benannt wird.
Zudem zeigt die Statistik ja nun mal, dass Abnehmen scheinbar für viele Menschen nicht einfach ist. Natürlich bin ich nicht stolz auf mein Gewicht und weiß, dass ich etwas ändern muss. Aber mit dauerhaften Hypos in der Nacht und stark schwankenden werten habe ich es da eher noch schwerer, als viele gesunde Menschen.

Schlussendlich habe ich die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse angerufen. Sie konnte sich direkt an das Gutachten des MDKs erinnern und verstand meinen Aufruhr ziemlich gut. Ihr Problem war allerdings, dass sie keinerlei Unterlagen hat, mit denen sie gegen die Empfehlung des MDKs handeln kann. Sämtliche von mir eingereichten Unterlagen dürfen von den Mitarbeitern der Kasse nicht gelesen werden, sondern werden nur weitergereicht.
Da ich mit meinen persönlichen Unterlagen zum Glück ja machen kann, was ich will, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich der Sachbearbeiterin zu Händen alle meine Dokumentationen und Begründungen erneut zuschicke. Sie würde es dann selbst Lesen und sehen, ob sie zu einer anderen Entscheidung kommen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war mir echt egal, ob ich eine Bewilligung bekomme oder nicht, ich wollte aber zumindest einen anderen Ablehnungsgrund als nur mein Übergewicht erreichen!

Transmitter des Eversense
Die Wochen zogen dahin und irgendwann habe ich mich erneut telefonisch an die Kasse gewandt. Und hier die überraschende Nachricht: Man hat sich noch einmal genauer bei Roche informiert und mir als Einzelfallentscheidung für zunächst ein Jahr den EversenseSensor bewilligt!
Wirklich großartige Neuigkeiten für mich!

Und angeblich hat Roche ja auch bereits eine neue Version des Sensors startklar, der dann für 180 statt 90 Tagen unter der Haut bleiben kann. Würde für mich weniger Narben bedeuten, aber am Ende ist mir das egal. Ich bin sehr zufrieden mit der Genauigkeit und dem Tragekomfort. Die Pflaster vertrage ich nach wie vor sehr gut, das abendliche Aufladen des Transmitters läuft während des Duschens in meiner Abendroutine mit. Die Werte insgesamt sind so lala, aber da ändert ein CGM nun einmal auch nichts dran. Das absolut entspannenste ist für mich nach wie vor: Keine usseligen Pflaster und keine Sorgen mehr, ob der Sensor raus reißt. Gestern erst bin ich mit dem Transmitter an der Autotür hängen geblieben. Ein neues Pflaster und fertig!

Es ist eben ein ganz neues System, und manche Dinge haben noch keinen genauen Ablaufplan. Z.b. habe ich neulich die Klebepflaster nachbestellen müssen. Beim Sensortausch hätte ich neue erhalten müssen, irgendwie ist das aber durch die Reklamation untergegangen. Die Hotline wusste auch keinen rechten Rat, hat sich dann aber innerhalb weniger Stunden um eine Lösung gekümmert und alles läuft.

Ich bin momentan also was das angeht sehr zufrieden. Bei Fragen schreibt mir gerne und folgt mir auf Instagram, um regelmäßiger Infos zu bekommen :D Und bis dahin wünsche ich euch allen eine ruhige Adventszeit, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr (ich bin mal realistisch und rechne nicht damit, dass ich dieses Jahr nochmal die Motivation finde, einen kompletten Beitrag zu schreiben :D)

Donnerstag, 17. August 2017

Libre vs Eversense


Ich bin auf Instagram mehrmals gebeten worden, die Unterschiede des Libres zum Eversense genauer darzulegen. Klar, wenn es etwas neues gibt, ist natürlich eine der wichtigsten Fragen: Was ist denn nun besser oder anders an dem neuen System?

Mir selbst fällt eine objektive Einschätzung wirklich nicht einfach. Ich MAG das Eversense. Ich mag, dass es unter der Haut sitzt und ich mir absolut keine Gedanken machen muss, irgendwo hängen zu bleiben oder es rauszureißen. Dafür nehme ich einen klitzekleinen chirurgischen Eingriff mit einer Narbe alle 90 Tage gerne in Kauf (Ich bekomme übrigens auch Narben vom Libre, deshalb sehe ich das vllt auch so entspannt). Die Idee, den Sensor unter die Hut zu setzen finde ich perfekt. Ich weiß aber auch, dass eben sehr viele genau diesen Punkt kritisch sehen. Jeder muss sein System selbst wählen (und dann hoffen, dass die Kasse diesen Wunsch zu mehr Lebensqualität und Sicherheit bezahlt-.-).

Da ich das Libre 2 Jahre getragen habe, hier meine PERSÖNLICHEN Erfahrungen und Meinungen kurz zusammengefasst:


Insgesamt kann man die Liste schon so lesen, dass der Libre dem Eversense überlegen ist. Allerdings ist ein Vergleich hier immer etwas schwammig, der Libre ist ein FGM (Flash- Glucose- Monitoring), der Eversense ein CGM Kontinuierliches- Glukose- Monitoring). Heißt: Der Eversense warnt, wenn die Werte steigen oder fallen. Er weckt mich nachts, vibriert während der Arbeit oder bei einer Autofahrt. Und das ist die Funktion, die der Libre einfach nicht hat. Wer auf diese Warnungen nicht unbedingt angewiesen ist, kann mit dem Libre auch super exakte Ergebnisse bekommen. Bei beiden Systemen ist immer die korrekte Handhabung das wichtigste, um genaue Werte zu bekommen.


Mittwoch, 9. August 2017

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System :)

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir "ersten" einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:


Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche "Kante", an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige "muss ich abtapen?" "mist, das Tape hält nicht" "mist, der Sensor löst sich" hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die "Kleberfreiheit" deutlich angenehmer.


Wasserdicht:
Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so...) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.


Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen :)

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (...).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)



Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese "Flügelchen" hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.


Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit "du blinkst" angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System :)






Dienstag, 18. Juli 2017

Eversense - Die ersten 34 Stunden


Nachdem also der Sensor eingesetzt war, alle Handys liefen, alle Transmitter verbunden waren und die Schulung abgehandelt wurde, konnten wir nach Hause gehen. Alles in allem hat es knapp 4 Stunden gedauert, aber das einsetzen an sich nur knappe 20 Minuten.

Die ersten 24 Stunden zeigt der Sensor leider noch keine Daten an, es ist also ähnlich wie mit den anderen Systemen, die auch erst ihre 1-2 Stunden Eingewöhnung brauchen. 24 Stunden sind natürlich eine lange Zeit wenn man sehnsüchtig auf etwas wartet, aber dafür passiert das dann auch nur einmal im Quartal.

Die Nacht über habe ich den Transmitter noch nicht getragen, da es ja eh noch keine Werte gibt. Zudem hält der Transmitter über dem Abdeckpflaster auch einfach nicht so gut.
Beim schlafen habe ich von der ganzen Geschichte nichts gespürt. Auch als die Betäubung lange vorbei war, kein Schmerz, nichts. Selbst draufliegen war kein Problem.

Nach dem Aufstehen habe ich das Pflaster gewechselt und anschließend den Transmitter befestigt. Da dieser sehr genau über dem Sensor sitzen muss, gibt es hierfür in der App eine Platzierungshilfe. Die zeigt einem an, wie gut der Empfang ist.


Mit jedem Sensor erhält man 100 Pflaster. 90 normale und 10, die im Kontakt mit Wasser besser halten sollen. Diese Pflaster sind doppelseitig. Auf Instagram habe ich ein kleines Video dazu hochgeladen.






So sieht das ganze am Arm dann aus: 


Sobald ich das Pflaster für den Wundverschluss entfernen kann, sieht es auch weniger zugepflastert aus denke ich ;)
Nach genau 24 Stunden vibriert der Sensor und in der App erscheint eine Benachrichtigung. Der Transmitter möchte kalibriert werden. 
Hierbei sind alle Systeme gleich, natürlich soll der Blutzucker zu diesem Zeitpunkt möglichst stabil sein und nicht stark schwanken. Zudem sind verlässliche Werte wichtig, ich habe mir also ausnahmsweise vor dem Messen wirklich mal die Hände gewaschen ;)

Das System braucht 4 Werte zum erstmaligen Kalibrieren. Heißt: 24 Stunden nach dem Setzen des Sensors das erste mal. Dann nach weiteren 2 Stunden, nach 4 Stunden und nach 6 Stunden. Bedeutet: 32 Stunden nach dem Setzen ist man mit der Startphase fertig. Die Zeiten für die Kalibration sind jedoch flexibel, man kann sie bis zu 6 Stunden hinausschieben falls die Werte zb gerade steigen. 

Ich warte gerade darauf, dass ich meinen letzten Wert eingeben kann. Leider hat mein Abendessen alles etwas durcheinander gebracht.
Werte werden jedoch schon nach der Eingabe des zweiten Wertes angezeigt. 

Hier mal ein paar Eindrücke von der App: 




Grenzwerte und Alarme kann man sich natürlich ganz flexibel einstellen, auch gibt es die Option, eine vorübergehende Einstellung festzulegen. Das stelle ich mir zb praktisch vor wenn man Sport macht oder krank ist oder sowas. 

Marker für Sport, Mahlzeiten, Insulin oder Krankheiten gibt es natürlich auch. Diese können einfach eingetragen und auch nachgetragen werden. 
Besonders gefällt mir hierbei auch die Option, Notizen in Freitextform einzutragen. 



So, ich schaue dann mal ob das mit meiner Kalibration heute noch etwas wird und hoffe auf eine entspannte Nacht. Morgen muss das System im Arbeitsalltag zeigen was es kann. Wenn es Fragen oder Anmerkungen gibt, gerne her damit! Hier oder über Instagram, da kann ich meist schneller antworten ;)


Eversense Sensor- Das Einsetzen des Sensors


Hallo zusammen!

Viele auf Instagram waren sehr gespannt auf meinen Bericht zum implantierten CGM- Sensor von Eversense.
Ich wollte nun nach den ersten 24 Stunden mal berichten wie es bislang läuft und vor allem, wie das Einsetzen des Sensors gelaufen ist.

Gestern war es dann also endlich so weit. Ich sollte gegen Mittag mit 3 weiteren Patienten in der Praxis sein und es war ziemlich viel los. "Normale" Patienten hatte man an diesem speziellen Tag scheinbar auf andere Termine vertröstet, denn schließlich ist das ganze Verfahren auch für den Arzt und die ganzen Angestellten der Praxis neu.

Neben den Mitarbeitern und uns vier Patienten waren noch 4 Mitarbeiter von Roche vor Ort, um zb dem Arzt die Einweisung in die Implantation zu geben, die Technik mit uns gemeinsam startklar zu machen und die Patientenschulung durchzuführen.

Gestartet sind wir klassisch mit Blutdruck und Hba1c messen (komisch, ich hab nichtmal nach dem Wert gefragt, gestern war das einfach so wenig spannend im Vergleich zu allem anderen :D).
Danach ging es direkt in die vollen, indem nämlich jeder seinen Transmitter erhalten hat und ihn mit dem eigenen Smartphone koppeln sollte. Hierbei gab es zu Anfangs einige Schwierigkeiten. Ich zum Beispiel besitze ein Handy, welches ein Chinaimport ist. Auf der EversenseHomepage werden nur sehr wenige Handys als kompatibel gelistet und natürlich war meins nicht darunter. Ich hatte die App jedoch schon runtergeladen und sie zum Tagebuchführen genutzt. Aus diesem Grund hatte ich mir da nicht weiter Gedanken zu gemacht. Tja, leider klappte das mit der Verbindung nicht. Ein Glück, dass ich damals bei der Studie einen Ipod nutzen musste, den ich im Anschluss behalten durfte. Dieser ließ sich problemlos mit dem Transmitter koppeln. Puh... ich war schon kurz in Panik.

Mein Transmitter und die Materialien, die der Arzt für den Eingriff benötigt.  



Aber auch bei den anderen Patienten lief es nicht so ganz rund, vor allem weil es Probleme mit dem Internet gab oder auch einfach nicht jeder so total fit im Umgang mit seiner Technik war.

Ich hatte mich bereit erklärt, die erste zu sein, die im OP verschwindet. Wobei OP ja falsch ist, stattgefunden hat das ganze im Fußraum (also dort, wo sonst Patienten mit Fußwunden etc behandelt werden).
Ich durfte mir den Arm und die Stelle wo der Sensor hin sollte selbst aussuchen, wobei es natürlich auf den Oberarm beschränkt ist und man eine Stelle wählen sollte, an die man selbst gut drankommt. Diese Stelle wurde markiert, ebenso die Linie, wo anschließend der Hautschnitt gesetzt wird.
Hinlegen und schon ging es los mit desinfizieren und den Betäubungsspritzen.

Kleine Anekdote: Sagt der Arzt doch tatsächlich "Keine Angst, das ist wie beim Zahnarzt, oder wenn man Rückenschmerzen hat." Ich hab darauf relativ stumpf geantwortet, dass ich beim Zahnarzt zum Glück noch nie eine Spritze bekommen habe, ich grundsätzlich aber mit Spritzen vertraut wäre :D

Aber ernsthaft: Die Betäubung tat kaum weh. Ich glaube es waren 2 oder 3 Einstiche und manchmal tut mein Pen mir am Bauch mehr weh als das gestern.
Während das Lidocain dann ein paar Minuten zum Wirken benötigt, hat der Arzt mit seinen Mitarbeiterinnen alles weitere vorbereitet. Anleitung kam dabei von einer der Roche-Mitarbeiterin, die das Ganze wohl schon ziemlich oft gemacht hat.

Der nächste Schritt an mir war dann, die Betäubung zu testen. Dazu hat der Arzt mit irgendwas spitzen auf meiner Haut rumgepiekt, ich konnte davon aber nur den Druck auf dem Gewebe spüren, mehr nicht. Anschließend wurde alles steril mit einem Lochtuch abgedeckt und mit dem Skalpell der Schnitt gesetzt.

Hierbei muss ich sagen hatte ich wohl ein bisschen Pech. Scheinbar hat die Betäubung noch nicht ganz so perfekt gewirkt, auf jeden Fall konnte ich den Schnitt spüren und es tat auch weh. Nicht sehr schlimm, nicht schlimmer als die Spritzen vorher aber ein wenig gruslig war es schon. Okay aber schließlich war mein erklärtes Ziel, diesen Sensor zu haben und deshalb konnte ich trotzdem ruhig bleiben.
Das ganze war auch schnell vorbei und ist, wenn die Betäubung richtig wirkt, auch absolut unspektakulär.
Ein wenig unangenehm war der nächste Schritt: Es muss eine kleine Hauttasche für den Sensor gemacht werden, heißt: die Haut muss sich vom darunter liegenden Gewebe lösen.
Mit einem Instrument wird dabei in dem Einschnitt ein wenig "herumgeprokelt". Da alles Betäubt ist, spürt man auch hier keinen Schmerz, aber man spürt eben schon alle Bewegungen. Da auch alles taub ist, hatte ich eher den Eindruck, dass sich jede Bewegung 100mal größer anfühlt, als sie tatsächlich ist. In Wirklichkeit sind es aber nur wenige Millimeter und Schmerzen hatte ich an diesem Punkt gar keine. Ich würde es als ein wenig unangenehm bezeichnen, aber mehr auch nicht.

Das schlimmste hat man an dieser Stelle schon überstanden, das Einsetzen des Sensors ist schnell gemacht. Der wird einfach nur an die vorbereitete Stelle geschoben und anschließend wird alles mit kleinen Pflasterstreifen verschlossen. Oben drüber kam noch ein größeres Pflaster und fertig.

Die Wunde mit den Pflasterstrips (Aufnahme vom nächsten Morgen). 

Der sterile Wundverband soll nur die ersten 48 Stunden getragen werden. 


Ich hatte nach der Prozedur keine Probleme mit dem Kreislauf oder ähnlichem und konnte direkt zurück zu meinen Mitstreitern welche in der Zwischenzeit die Schulung zum System bekommen hatten.

Diese wurde für mich in kompakterer Form wiederholt, da ich das System ja schon aus der Studie ziemlich gut kenne.

Zu den ersten 24 Stunden mit dem Sensor berichte ich euch direkt im nächsten Post, das wird onst doch alles zu lang hier :)

Sonntag, 9. Juli 2017

Viele Neuigkeiten


Ich bin seit 22 Jahren Diabetikerin. Alles mittlerweile Routine könnte man meinen. Oft ist es das auch. Und dann kommen doch immer wieder diese Phasen, in denen auf einmal so unglaublich viel Neues passiert!

Ich habe aktuell so eine Phase und weil der Platz für Schriftbeiträge auf Instagram dann doch begrenzt ist, heute seit langer Zeit mal wieder ein Beitrag auf dieser Plattform.

Ich nutze seit knapp 2 Wochen Fiasp. Eigentlich war ich sehr skeptisch und hatte nicht vor zu wechseln. Ich zweifele ja immer an so Werbeversprechen wie "Endlich ein noch schnelleres Insulin" etc. Den mal ehrlich: Bislang wurde jedes neue Kurzwirksame Insulin mit dem Titel "kein Spritz.- Ess- Abstand mehr" beworben.
Hat bei mir mit meinem hohen Insulinverbrauch und der unglaublich schnellen Reaktion auf Kohlenhydrate noch nie geklappt.

Fiasp habe ich jetzt dennoch, vor allem weil meine DiaBeraterin meine Kometenhaften Anstiege nach jedem Essen sehr bedenklich fand.
Ich habe es die ersten Tage im Einmalpen ausprobiert und die Wirkung war super. Aus diesem Grund habe ich mir einen NovoPen5 und Fiasp als Penampullen verordnen lassen. Meine Pumpe trage ich trotzdem noch, und die Basalrate läuft momentan auch noch unter Apidra. Ich möchte einfach gerne erst das ganze angebrochene Insulin aufbrauchen. Zudem läuft es richtig gut!
Ob es aber wirklich am neuen Insulin liegt, kann ich nicht einmal sagen. Ich spritze meine Boli und Korrekturen per Pen und achte darauf, nicht mehr als 8 Einheiten auf einmal an eine Stelle zu injizieren. Wenn der Bolus größer ist (was oft genug der Fall ist) steche ich zweimal. Bislang stört es mich wenig bis gar nicht. Liegt aber vor allem wohl daran, dass ich ja die Wahl habe. Sobald mich meine kombinierte Pumpen-/ICT- Therapie, kann ich einfach das Fiasp in die Pumpe füllen.

Was ist dran am Wirktempo?
Ich habe auch unter Fiasp einen Spritz- Ess- Abstand (SEA). Und zwar immer noch knapp 15-20 Minuten. Momentan bin ich noch so motiviert, dass ich mir große Mühe gebe, ihn einzuhalten. Hypos hatte ich damit bislang nur bei sehr fettigem Essen wie Burger mit Pommes.
Was endlich gut wirkt ist das Korrekturinsulin. War ich vorher oft stundenlang hoch, kriege ich die Werte unter Fiasp deutlich schneller wieder unter Kontrolle.



Eine Besserung zeichnet sich auch in einem anderen Bereich ab: Bislang stelle ich mir eigentlich jede Nacht einen oder zwei Wecker. Meistens gehe ich gegen 22:30 Uhr schlafen, um 1:30 piept mein Libre um mich zum Scannen zu wecken. Der nächste Alarm kommt um 5:30 und um 6:30 klingelt der Wecker zum aufstehen.
Für mich war das bislang ein funktionierendes Konzept. Allerdings merke ich auch, dass es manchmal ganz schön an der Energie zerrt. Schließlich habe ich eine Vollzeitstelle und bräuchte auch mal ein paar Nächte zum Durchschlafen. Da ich aber immer ziemliche Schwankungen in beide Richtungen habe, war Durchschlafen bislang auch keine Alternative. Wenn ich die ganze Nacht bei 350 gelegen habe, bin ich morgens wie gerädert. Dann doch besser den Wecker stellen und korrigieren.
Vielleicht hat das ganze aber nun bald ein Ende :) Zufällig hat Facebook mir neulich nämlich mal wirklich interessante Werbung angezeigt. Der Sensor von Senseonics in Kooperation mit Roche ist marktreif! Ihr habt bestimmt davon gehört, dass ist der Sensor, der unter die Haut implantiert wird, der nicht wasserdicht ist, dessen Transmitter alle viel zu groß finden und den außer mir scheinbar wirklich jeder total doof findet :D
Ich habe ihn in einer Studie getragen und seitdem sehnsüchtig auf die Marktreife gewartet.

Da ich am selben Tag einen Termin in meiner Praxis hatte, habe ich direkt meine Beraterin belagert. Was ich lange nicht angegangen bin, haben wir jetzt gestartet: Die Beantragung eines CGMs. Da meine Kasse das Libre finanziert, bin ich unsicher ob es klappen wird. Andererseits war man bei der letzten Quartalskontrolle nicht begeistert von den vielen Hypos die sich in der Auswertung zeigen. Wäre also eine Begründung. Warten wir es ab.
Ich habe mich also auf eine laaaange Wartezeit eingestellt, jedoch habe ich am selben Tag noch einen Anruf erhalten. Meine Beraterin hat mit der Außendienstmitarbeiterin von Roche gesprochen. Und siehe da: Ich kriege den Sensor eingesetzt, ohne Kostenzusage der Krankenkasse, ohne abzuwarten, wie der Antrag entschieden wird.
Schon am 17.Juli, also in einer Woche habe ich den Termin und Münster und fiebere der ganzen Aktion entgegen.
Es ist ein kleiner Eingriff, aber da ich es schon aus der Studie kenne, macht mir das keine Sorgen.
Damals wurde eine Stelle am Arm örtlich betäubt, sobald das Mittel wirkt wird ein kleiner Hautschnitt von knapp 8mm gesetzt und der Sensor unter die Haut geschoben. Verschlossen wird das ganze mit einem Pflasterstrip, am nächsten Tag war bereits alles oberflächlich verheilt. Schmerzen hatte ich danach wirklich gar keine, auch als die Betäubung nachließ. Ich hoffe einfach mal, dass es diesmal auch so unkompliziert läuft, schließlich muss auch diesmal der Doktor das Verfahren wieder erst einmal üben. Aber wie sagte meine DiaBeraterin: "Sie sind ja eh für jeden Mist zu haben"
Recht hat sie! Ich werde euch auf dem Laufenden halten, vermutlich auch am Montag selbst. Mal schauen ob ich von dem Eingriff Fotos oder ein Video machen darf, aber das werdet ihr dann über Instagram sehen.

Insgesamt also einige große Neuerungen, die dazu führen, dass ich momentan wieder unglaublich motiviert bin. Früher brauchte ich solche "Highlights", um mich aus meinem Alltagstrott zu reißen und dem Diabetes wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Momentan ist das gar nicht nötig, es läuft ganz gut nebenbei. Dennoch ist es toll, sich mal wieder so richtig auf etwas zu freuen und hinzufierbern! Geht es euch auch so bei Diabeteskram? Oder sagt ihr eher "Gott, lass mich bloß damit in Ruhe, ich will nicht mehr Aufwand als nötig?"


Mittwoch, 1. Juni 2016

Update zum Freestyle Libre


Ein Blick in den Kalender zeigt: Ganz langsam wird es wieder Sommer. Und für mich bedeutet es, dass ich mittlerweile fast ein Jahr das Freestyle Libre durchgängig benutze. Insgesamt bin ich aktuell bei Sensor Nummer 21.

Hier findet ihr meinen damaligen Bericht zu meinen ersten Eindrücken.

Damals muss ich sagen war ich ziemlich skeptisch. Als Selbstzahler hätte ich vermutlich nicht weitergemacht. Aber da meine Kasse ja zahlt... ;)

Mittlerweile möchte ich es nicht mehr abgeben. Ich wollte euch mal eine kurze Auflistung zu meinen persönlichen Pro`s und Contra`s schreiben.

Pro: 

Diskretion
Mal eben schnell messen, den Wert checken, ohne das jemand es mitbekommt. Wirklich bequem. Und gerade im Job ist mir das wichtig. Anonsten würde ich vermutlich während der Arbeit oft gar nicht messen

Bequem
Es geht so schnell! So einfach. Ein Knopf drücken, scannen, fertig. Auch hier: Gerade im Job für mich super.

Verlaufskurve
Auch hier: Wenns im Job stressig wird, scanne ich vllt auch mal eine ganze Weile nicht. Und trotzdem habe ich danach kein schlechtes Gewissen, weil ich die Werte der letzten Stunden ja angezeigt bekomme. Ich kann also abschätzen, wie es gelaufen ist.

Bestellung
Jawohl, hier muss ich sagen, hat Abbott richtig gut zugelegt. Die Bestellungen klappen mittlerweile problemlos. Ich habe immer das Musterrezept für meine Praxis dabei, beantrage das alles Online, warte eine Weile und schon kriege ich Post. Läuft!

Auswertung im Gerät
Das gefällt mir tatsächlich gut. Mal eben schnell den Tagesverlauf durchblättern, den Durchschnitt vergleichen... unkompliziert und übersichtlich. Mir reicht das so.

Genauigkeit
Man höre und staune, aber auch hier muss ich meine anfänglichen Zweifel beiseite räumen. Mittlerweile bin ich mit der Genauigkeit sehr zufrieden. Manchmal kommt es nicht ganz perfekt hin, aber der grobe Bereich stimmt seit Sensor Nummer 9.
Insgesamt habe ich von 21 Sensoren 5 Stück reklamiert.

Contra:

Gerät
Ja, leider. Das Lesegerät an sich, ist für mich ein eindeutiger Nachteil. Ich mag die Haptik nicht, es ist zu leicht, es klappert (manchmal) und der Touchscreen ist für uns Smartphonegeneration ein Graus. Man gewöhnt sich an alles aber wäre super, wenn man nicht viermal auf einen Punkt drücken muss, bis er reagiert. Hier ein tolles Gimick, weiter unten unter "Tipps".

Tagebuchfunktion
Könnte so schön sein. Ist sie aber nicht. Für mich viel zu wenig Optionen, zu grobe Dosierschritte, zu langsame Reaktion und Eingabeoption. Sport zb wird im Display gar nicht angezeigt sondern nur beim auslesen am PC. Öde!

Display
Zerkratzt übelst schnell! Ich habe mir mittlerweile eine Schutzfolie geholt, aber wenn da einfach ein bisschen mehr Qualität drin wäre, sehr gerne.



Hotline
Habe ich bei der Befragung schon mehrfach angegeben. Die Hotline anzurufen nervt mich tierisch. Die Mitarbeiter sind super freundlich und bislang hatte ich da auch im normalen Vorgang keine Probleme.
Aber bis man erstmal zu einem Mitarbeiter gelangt, quält man sich durch gut 3 Minuten Bandansage mit Dingen wie "nutzen sie die Homepage" "drücken sie die 1" "bitte nehmen sie and er Umfrage teil..." das nervt mich richtig. Und leider hört sich das ganze auch an, als wenn es jemand bei 120 auf der Autobahn auf das Band gesprochen hat. Sorry Abbott, aber das geht besser.

Allergie
Ja, auch mich hat es bei Sensor Nummer 14 erwischt. Alles eitrig, blutig und offen. Seitdem nutze ich unter jedem Sensor Blasenpflaster (siehe weiter unten unter "Tipps").

Klebefähigkeit
Hm, also das haut bei mir auch nicht hin. Er klebt nicht. Häufig löst sich schon nach einem Tag das Pflaster am Rand ab. Das ist mir so zu unsicher, ich tape also jeden Sensor mit Kinesiotape.

Tipps:

Dokumentation
Hiermit meine ich nicht Tagebuch schreiben. (Dafür habe ich leider auch noch keine gute Lösung gefunden!)
Aber ich dokumentiere seit dem ersten Sensor die wichtigen Eckpunkt. Ich notiere mir die Seriennummer, der wievielte Sensor es für mich ist, wann ich ihn gelegt habe, bis wann er laufen soll, wie lange er tatsächlich gelaufen ist, wie die Genauigkeit war und wie meine Haut reagiert. Seit der Allergie auch zusätzlich noch, welche Pflaster etc ich benutzt habe.

So sieht meine Dokumentation dann aus

Schutzcover
Habe ich selbst erst vor kurzem entdeckt: mylibrecover.com. Absolut großartige Hüllen. Passen perfekt, sind von einem Nutzer produziert, in Deutschland hergestellt und lösen für mich das Problem der billigen Haptik. Werde mir definitiv noch eine grüne bestellen, sobald diese wieder lieferbar sind!



Kinesiotape
Ohne gehts nicht mehr. Ich tape alle meine Sensoren. Einfach ein ca 10cm langes Stück nehmen, die Ecken abrunden und mit leichtem Zug drüber kleben. Wenns gut läuft, hält das Tape sogar bis zu 10 Tage.
Mein Tipp für alle die eher im Westen oder Norden von Deutschland leben: Action! Dieser Billigladen hat das für mich beste und günstigste Tape überhaupt. Knapp 2€ für eine 10Meter Rolle, diverse Farben und ne gute Klebekraft. Da hatte ich schon deutlich teurere, die deutlich mehr gekostet haben.
Ach ja: Ich glaube nicht daran, dass man das Loch in der Mitte des Sensors freilassen muss. Das die Haut dadurch "atmet" oder sowas. Ich klebe es zu. Und zwar immer!



Deko
Kann man für 1-2€ pro Stück kaufen, kann man sich aber auch selbst machen. Ich habe eine Kreisstanze, die perfekte Kreise für den Sensor ausstanzt. Aus Washisheets oder Papier ausgestanzt, ausgeklebt, fertig. Alle Motive deiner Wahl verfügbar und so viele man mag. Und kostet quasi nix. (Ausschneiden ist natürlich noch günstiger ;) )



Hansaplast Blasenpflaster
Meine Lösung gegen die Allergie. 5 Stück kosten knapp 6-7€ in der Apotheke. Wichtig: Die große Größe nehmen! Die Ränder ein bisschen abschneiden, auf die Haut kleben, Sensor durchstechen (ja, kein Loch rein, einfach durchstechen!) fertig. Hat bei mir bislang 7 Sensoren lang hervorragend geklappt.






So, natürlich ist meine Liste der Contras immer noch ganz schön lang. Aber für viele kleine Probleme habe ich mir mittlerweile meine eigenen Lösungen gebastelt. Und die Vorteile im Alltag überwiegen einfach! Ich hoffe auf ein "Leserät 2.0" und natürlich immer noch die implantierten Sensoren, aber bis dahin werde ich erstmal ganz zufrieden weiter scannen.
Viele Eindrücke findet ihr auch auf meinem Instragram Account, dort heiße ich "sandriabetes1"

Liebe Grüße!






Montag, 7. März 2016

Erfahrungen mit implantiertem Glukosesenor


Aktuell tauchen die ersten konkreten Nachrichten zu einem Produkt auf, auf dass ich seit knapp 2 Jahren warte: Den implantierbaren Sensor der Firma Senseonics (https://senseonics.com).

Ich freue mich wirklich auf den Moment, wo dieser endlich auf dem deutschen Markt erscheint und werde euch deshalb mal von meinen Erfahrungen berichten.

Anfangen tat alles damit, dass ich mich bei https://www.profil-forschung.de als Studienteilnehmerin beworben hatte.
Irgendwann erhielt ich einen Anruf, ob ich noch an einer Studienteilnahme interessiert sei und man berichtete mir grob, dass es um einen implantierten Sensor gehen würde. Natürlich fand ich das super spannend und hatte auch kurz darauf die Studienunterlagen zuhause, ebenso wie einen Termin für eine Voruntersuchung und Information.

Um es kurz zu fassen: Ich bekam im Sommer 2014 als erste Patientin in Deutschland diesen Sensor eingesetzt.
Hierfür hatte ich einen ambulanten Termin im Studieninstitut in Neuss, die Betreuung hier war übrigens absolut super!
Das einsetzen des Sensors wurde von einem Chirurgen durchgeführt, der von einem Mitarbeiter des Unternehmens in dieses Verfahren unterwiesen wurde. Der Chirurg hatte das bis dato so also auch noch nicht gemacht und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig nervös war. Zudem standen ein Haufen Leute um mich rum, die alle gebannt zuschauen wollten und eine Kamera, welche den Eingriff aufzeichnen sollte.

Das ganze war am Ende denkbar unspektakulär. Nach der gründlichen Desinfizierung meines Oberarms wurde die Stelle betäubt. Danach wurde ein kleiner Hautschnitt von knapp einem Zentimeter gesetzt und des Sensor in die nun entstandene kleine Hauttasche gesetzt.
Das ganze wurde auf dem anderen Arm wiederholt, da ich für die Studie zwei Sensoren tragen musste.

Durch die Betäubung war das ganze absolut Schmerzfrei und hat auch kaum geblutet. Die beiden Hautschnitte wurden mit kleinen Strips verschlossen und mit je einem Pflaster abgedeckt.

Yoweit ich mich erinnere war dann erstmal 2 Stunden Pause, anschließend wurden auf beiden Armen die Transmitter befestigt und wir haben die ersten Kalibrierungen durchgeführt.

An dem Abend bin ich dann nach Hause gefahren, allerdings nur mit einem Transmitter, der zweite wurde nur benötigt, wenn ich zu den Testtagen im Studieninstitut sein würde (ich hatte im laufe eines halben Jahres knapp 7 oder 8 Termine).

Zusätzlich zu dem Transmitter erhielt ich einen iPod mit der installierten App, welche die Werte des Transmitters per Funk empfangen konnte und mir eine Blutzuckerkurve darstellte.

Nochmal zum Sensor: Nachdem das ganze Abgeheilt war (schon knapp 3 Tage später), konnte man den Sensor unter der Haut fühlen. Wenn man mit dem Finder auf die Stelle gedrückt hat, konnte man ihn wie eine kleine "Bohne" spüren. Gestört hat er mich in den 2 Monaten die meine Studie lief nie, ich fand es tatsächlich super befreiend, dass er einfach in der Haut sitzt und nicht durch Türrahmen, BH- Träger etc abgerissen werden kann.
Der Transmitter ist tatsächlich schon ein kleiner Brummer, will sagen: Nicht gerade klein. Ich habe ihn immer mit den Pflastern fixiert, hierbei ist wichtig, dass er immer exakt über dem, Sensor sitzen muss. Ich habe keine besonders empfindliche Haut, allerdings hatte auch ich, nachdem ja 4 Wochen am Stück ein Pflaster auf immer der selben Stelle saß, eine recht trockene und strapazierte Stelle dort. Ansonsten habe ich die Pflaster allerdings super gut vertragen. Wie das nur eben über einen Zeitraum von 6 Monaten aussieht, weiß ich nicht.

Mitgeliefert wurde auch eine Art "Armband", so wie man es vom Sport für Smartphones kennt. Leider hat das bei mir nicht gut funktioniert, es konnte den Sensor nicht exakt an der richtigen Stelle halten.

Der Sensor funktioniert übrigens mit einer Technik, die Licht reflektiert, aber da informiert ihr euch besser über die Homepage, so präzise kann ich das nicht erläutern.
Was ich in dem Zusammenhang aber feststellen musste war, dass ich den Sensor bei starkem Sonnenlicht (also im Sommer recht häufig) mit einer zusätzlichen Abdeckung versehen musste. Wenn es zu hell war, konnte der Sensor keine Werte mehr anzeigen. Ich habe den Arm dann zusätzlich mit einer schwarzen Stoffbinde umwickelt.

Ein wichtiger Punkt: Ja, man wird angesprochen. Der Transmitter fällt aufgrund seiner Größe deutlich mehr auf, als zb der LibreSensor oder der Enlite. Damit muss man leben.
Auch damit, dass er nicht wasserdicht ist (bzw. war, als ich an der Studie teilgenommen habe. Ich habe ihn einmal am Tag zum Duschen abgelegt, die 10 Minuten reichen auch zum aufladen. Strom brauchte er nämlich auch spätestens jeden zweiten Tag.
Die Werte wurden in Echtzeit an den iPod übertragen, war dieser mal nicht dabei, wurden die Werte für maximal 2 Stunden gespeichert. Wenn der iPod also zb zuhause vergessen wird und man kommt erst abends wieder, hat man eine Datenlücke. Und kann auch die Werte natürlich nicht ablesen. Ist mir allerdings nie passiert, die wenigsten Leute vergessen ja ihr Handy irgendwo.

Was mich aber begeistert hat: Die Messgenauigkeit! Die Monate, in denen ich den Sensor getragen habe, waren die entspanntesten in meinem Diabetiker- Leben. Wenn die Kalibrierung exakt durchgeführt wurde (bei stabilen Werten etc) hatte ich eine perfekte Übereinstimmung mit den gemessenen BZ- Werten. Und der Timelag (also dass der Gewebszucker langsamer ist als der Blutzucker) war unglaublich klein. Ich habe den iPod beim Radfahren vorne am Lenker befestigt gehabt (Psielkind und so ;) ) und konnte beim losfahren sehen, nach wie viel Minuten sich was tut. Das war quasi Live- Blutzuckerfernsehen. Sport an sich war kein Problem. Das Pflaster hält bombig und selbst wenn es ab fallen würde, kann man es ja einfach neu festkleben. Den Sensor stört es nicht.

Ich war unglaublich traurig und enttäuscht, als mir die Sensoren nach 2 Monaten wieder entfernt wurden, ich hatte die ersten Wochen wirklich Probleme, meine normale Therapie wieder aufzunehmen und meinen Zucker auf herkömmliche Art und Weise zu kontrollieren.
Und seitdem warte ich sehnsüchtigst auf die Markteinführung!

Zur Entfernung der Sensoren noch kurz: Hierfür musste ich wieder in das Studieninstitut, wieder örtliche Betäubung und dann wurde erneut ein kleiner Hautschnitt gesetzt und die Sensoren mit einer Pinzette aus dem Gewebe gezogen. Beim zweiten Arm war es scheinbar ein wenig kompliziert, hier musste ein wenig "geprokelt" werden. War nicht ganz angenehm, tat aber dennoch nicht weh. AUch hiernach sind die Schnitte super verheilt und ich habe jetzt nur noch winzige Narben auf meinen Armen. Ich versuche mal, euch Fotos davon zu machen. Ich habe gerade versucht, euch noch mehr Fotos zu liefern, allerdings will meine externe Festplatte nicht wie ich will :(

Ich kann also nur sagen: Für mich ist dieser Sensor die bislang allerbeste Lösung! Mein Libre ist auch nicht schlecht, aber was die Genauigkeit und die Schnelligkeit sowie den Komfort angeht, bin ich ein Fan von "Sensor unter die Haut".

Wie seht ihr das? Könnt ihr euch so eine Lösung für euch vorstellen? Habt ihr noch Fragen? Schreibt mir gerne, dann versuche ich eure Fragen zu beantworten.

Die Narbe auf meinem rechten Arm, knapp zweieinhalb Jahre nach der ganzen Aktion