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Samstag, 28. Juli 2018

1 Jahr Eversense - Erfahrungsbericht


Wie die Zeit verfliegt! Seit genau einem Jahr trage ich nun das CGM- System Eversense von Senseonics, welches von Roche vertrieben wird.

Ich habe letzte Woche den 5. Sensor implantiert bekommen, zum Glück wieder ohne Schwierigkeiten. Nach wie vor bin ich überzeugt von dem System, es erleichtert mir das Leben unglaublich und ich konnte einige Veränderungen an meiner Therapie vornehmen.
Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt und so hat jedes System auch seine Nachteile, bzw. ist nicht für jeden Nutzer geeignet.
Um euch eine mögliche Entscheidung für oder gegen das Eversense einfacher zu machen, hier mal meine Zusammenfassung des letzten Jahres.

Das Beantragen/ die Kostenübernahme
Nach wie vor ein Schwieriges Thema. Nach meinen Recherchen in der Eversense- Facebookgruppe stellen sich die allermeisten Kassen quer. Es gibt Kostenübernahmen in Einzelfällen, allerdings in der Regel nur nach Widersprüchen und Kampf mit dem MDK, Seitenweisen Anträgen und wirklich guten Gründen, weshalb es ausgerechnet dieses CGM sein muss. Einige Kassen scheinen es tatsächlich gar nicht als Hilfmittel anzuerkennen. Hier muss man sich als auf einen längeren Kampf einstellen, der sich für mich allerdings vorerst gelohnt hat.
-> Meine Situation: Meine Kasse hat für 1 Jahr als Einzelfallentscheidung die Kosten übernommen. Ich habe 46 Seiten Antrag und 2 Widersprüche dafür einreichen müssen, 3 Monate Tagebücher, Basalratentests, Schulungsnachweise, Therapieanpassungen. Bald ist das Jahr rum und wir werden sehen, wie es weitergeht.

Das Einsetzen/ die Implantation
Wird nur von zertifizierten und geschulten Zentren durchgeführt, hierfür müsst ihr euch am besten vorher auf der Homepage oder der Hotline von Roche schlau machen. Leider sind es noch nicht so viele, ich musste hierfür den Diabetologen wechseln und nehme seitdem 90km Anfahrt in Kauf.
Ansonsten empfinde ich das Einsetzen als Unangenehm, aber nicht dramatisch. Mittlerweile habe ich ja 5 Sensoren eingesetzte und 4 Sensoren entfernt bekommen. Bei 2 der Eingriffe habe ich leichte Schmerzen gehabt, vermutlich weil das Betäubungsmittel noch nicht/ nicht richtig gewirkt hat. Bei beiden Malen wäre eine Nachdosierung des Lidocains möglich gewesen, ich habe mich aber beide male dagegen entschieden, da die Schmerzen nicht so schlimm waren.
Grundsätzlich ist es aber eben ein kleiner operativer Eingriff und dazu muss man eben bereit sein.

Die Wunden/ Narben
Im Anschluss an die kleinen Operationen hatte ich in den Tagen danach eigentlich nie Schmerzen. Vereinzelt hatte ich blaue Flecke, die beim darauflegen zu spüren sind, mehr aber nicht. Die Wunden sind bei mir alle schnell und ohne Probleme wie zb Entzündungen verheilt. Die Pflaster kann ich idR nach 5 Tagen entfernen. Diese 5 Tage sind aber eben etwas nervig, da man zusätzliches Pflastermaterial zur Hand haben sollte, um zb nach dem Duschen alles frisch zu machen.

So sieht das dann die ersten Tage nach dem Eingriff bei mir aus (der Libre ist natürlich zusätzlich)

Narben sind natürlich da, auch sichtbar. Die älteren sind mittlerweile zu hellen Strichen verblasst, die neueren noch als rote Striemen zu sehen. Keine ist größer als 3mm x 9mm, die letzten sind deutlich kleiner. Meine Erfahrung zeigt, dass solche Narben auch nach Jahren noch zu sehen sind, aber mit der Zeit immer unauffälliger und unsichtbarer werden.




Die App
Für mich am ehesten ein Minuspunkt. Ganz allgemein: Sie tut was sie soll. Was mich sehr ärgert: Die Unterstützung des Android- Betriebssystems ist nach wie vor mies. Keine Widgets, keine Watchanbindung. Bedeutet: bei jedem Alarm MUSS die App geöffnet werden. Für die iOS Systeme gibt es dies bereits alles. Insgesamt hat die App unter Android 1 oder 2 Updates im ganzen letzten Jahr erhalten, da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Aussage der Hotline ist hierzu immer: Wird kommen. Tja, frage ist nur, wann.
Die Follower App EversenseNOW gibt es seit Anfang des Jahres für iOS, auch hier soll Android folgen. Bislang, leider nix.

Smartphone allgemein
Ein positiver Aspekt: Die App läuft bei mir sehr stabil und so gut wie fehlerfrei. Es gibt nur wenige Geräte, die von Roche offiziell zur Nutzung erprobt sind, dennoch läuft sie auf vielen weiteren Geräten (sofern die technischen Voraussetzungen stimmen) und auch die Kopplung des Transmitter bereit dann keine Probleme. Ich habe den Eversense mit einem LeEco LePro3 (China-Import, kennt niemand) und jetzt mit dem Huawei P20 genutzt. Einziges Manko: Sollte der Sensor einen Fehler haben (dazu kommen wir noch), wird die Hotline euch bitten, ein Fehlerprotokoll zu schicken. Und hierbei wird das Gerät angezeigt. Sollte es sich um ein nicht- überprüftes Gerät handeln, lautete die Antwort in meinen Fälle, dass sie dann auch nichts machen könnten. Ich habe zum Glück noch einen (überprüften) iPod Touch zuhause, welcher als mein "offizielles" Gerät dient. Klar zu sagen: Keiner der Fehler trat nur an meinem "ChinaHandy" auf, sondern immer auch am iPod. Für die Funktion spielte es in meinen Fällen also keine Rolle.
Die Verbindung ist bei mir sehr stabil und reicht auch recht weit würde ich sagen. Wenn ich zu weit von meinem Handy entfernt bin, bricht die Verbindung ab, bei Annäherung wird diese aber automatisch wieder hergestellt. Hiermit hatte ich zum Glück keine Probleme in dem ganzen Jahr.



Genauigkeit
Wichtiges Thema für ein CGM. Ich war von der Genauigkeit immer beeindruckt. Die ersten 2 Wochen sind meist etwas durchwachsen, Abweichungen von 20-40 mg/dl kommen vor. Danach hatte ich aber idR Abweichungen von <20mg/dl. Eine sehr sorgfältige Kalibration vorausgesetzt! Zudem wurden Schwankungen schnell bemerkt und angezeigt.

Alarme
Sind frei einstellbar und auch für einen beliebigen Zeitraum komplett abschaltbar (Nutze ich zB wenn man in der Kirche oder in wichtigen Besprechungen ist! Töne sind wählbar, zudem vibriert und leuchtet der Transmitter. Die Vibrationen sind richtig richtig gut, so wird man auch alarmiert, obwohl das Handy nicht verbunden oder in Reichweite ist. Das Leuchten hingegen finde ich völlig überflüssig und eher störend, Leute sprechen einen drauf an, nachts ist es super hell und insgesamt sehe ich keinen Nutzen darin.

Zuverlässigkeit
Tja. Leider muss ich ehrlich zugeben, dass ich aktuell nicht ganz sicher bin. Klare Fakten: 2 meiner 4 Sensoren haben die versprochenen 90 Tage Laufzeit nicht erreicht. Einer hat sich nach wenigen Wochen komplett verabschiedet, ein zweiter nach 78 Tagen. Da der Wechsel und die Bestellung des Sensors Planung bedeutet und meine Praxis dafür auch Termine haben muss, musste ich zwischenzeitlich also auf den Libre zurück.
Aktuell trage ich den EversenseXL, dieser soll bis zu 180 Tagen laufen. BIS ZU. Was immer das bedeutet soll. Ich bin sehr skeptisch aufgrund dieser Zeitansage, da so die Terminplanung für den Sensorwechsel quasi unmöglich ist, zudem muss ich mich ja vorher auch noch um die Kostenerstattung meiner Kasse kümmern. Warten wir es also ab.
Da man den Eversense eben nicht wie Libre/Dexcom/ Guardian/ Enlite selbst wechseln kann, sehe ich hier aktuell wirklich den allergrößten Minuspunkt und ich muss zugeben, zwischenzeitlich war ich richtig genervt und habe überlegt, ob es das überhaupt wert ist. Ich werde den aktuellen Sensor abwarten und dann sehen, wie ich mich entscheide.

Pflaster
Hier nur positives: halten super, meine Haut verträgt sie ohne Probleme, keine trockenen Stellen. Zudem bekommt man wirklich mehr als ausreichend.

Der Transmitter
Aufladen einmal am Tag ist für mich kein wirklicher Nachteil, das passt gut in die Abendroutine. Beim Duschen oder schwimmen lasse ich ihn bislang dran, allerdings bin ich kein Wassersportler. Die Form ist großartig, schön flach und abgerundet. Hängen bleiben kommt deutlich weniger vor als zb beim Libre oder Dexcom.



Entfernung
War bei mir zum Glück immer super unkompliziert, alle Sensoren lagen recht flach unter der Haut und waren gut zu tasten und zu entfernen. Keiner ist im Gewebe gewandert.

Sonstiges
Lichtempfindlichkeit. Meine 4 Sensoren waren alle durchweg lichtempfindlich. Hier kann man scheinbar Pech oder Glück haben, ich kenne auch Personen, die absolut keine Probleme mit lichtempfindlichen Sensoren haben. Meine haben das alle und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Bedeutet: Bei prallem Sonnenlicht gibts keine Werte. Nervig, für mich aber zu verschmerzen. Wer draußen arbeitet oder im Sommer viel Sport macht, sollte sich aber über dieses mögliche Problem im Klaren sein.

Fazit
Viel Licht, aber eben auch Schatten. Die mangelnde Zuverlässigkeit gepaart mit der Abhängigkeit an Bestellsysteme und Terminvergabe/ Arzttermin bei einem Sensorausfall ist für mich aktuell der grüßte Knackpunkt. Ich bin wirklich vom System der Implantation überzeugt und liebe es, dass ich dann über Monate Ruhe haben kann. Dennoch fühlt man sich umso mehr verraten und verkauft, wenn es eben nicht läuft wie geplant.
Ich bin momentan sehr verunsichert, wie es für mich nach dem aktuellen Sensor weitergeht. Ich WILL ihn weitertragen! Ich will weiterhin meine Ruhe haben vor ausgerissenen Sensoren, vor nicht klebenden Pflastern, vor Sensorfäden, die durch eine offene Stelle in die Haut ragen!
Und gleichzeitig ärgere ich mich immer mal wieder über die fehlenden Updates und die beiden vorzeitig ausgefallenen Sensoren.
Ich hoffe so sehr, dass mich mein aktueller Sensor positiv überzeugen kann! Und natürlich, dass meine Kasse einen Nutzen in dem System erkennt und ihn mir dann auch weiterhin bewilligt. 






Sonntag, 10. Dezember 2017

Eversense von Roche - Update Sensor 2


Wie schnell die Zeit vergeht. Heute ist bereits der 2. Advent, draußen schneit es, ich sitze hier bei Kerzenlicht und haben mir einen Kaffee bereitgestellt.

Ich dachte es wäre an der Zeit, ein Update zum Eversense zu geben, schließlich trage ich ihn jetzt bereits eine Weile.

Der erste Sensor wurde im August implantiert. Die ersten 3 Wochen liefen problemlos und ich war uneingeschränkt begeistert. Leider begannen dann jedoch die Probleme, mein Sensor lieferte keine verlässlichen Werte mehr. Die Sensorglukose sprang innerhalb von 15 Minuten um erst 150mg/dl nach oben, dann 80 mg/dl nach unten. Ich habe quasi ein richtige Gebirgskurve gehabt und wurde von Daueralarmen in den Wahnsinn getrieben. Mehrere Versuche, den Sensor zu resetten scheiterten. Nachdem mein Sensor irgendwann alle 24 Stunden einen Fehler meldete, einigten die Hotline von Roche und ich uns darauf, dass dieser Sensor wohl leider wirklich defekt ist und getauscht werden muss.
Ich persönlich war an diesem Punkt wirklich erleichtert, die dauerhaften Probleme und Meldungen und Alarme waren wirklich störend.
Leider hat es dann jedoch mit dem Wechseltermin immer wieder Missverständnisse und Schwierigkeiten gegeben, sodass erst bei Ablauf der 90 Tage auch mein defekter Sensor entfernt werden konnte.
Nichtsdestotrotz, so leicht gebe ich nicht auf. Ich wollte einen neuen Sensor!
Der erste Sensor ist mir als Vorrausleistung von Roche eingesetzt worden, eine Zu- oder Absage meiner Krankenkasse lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Der zweite Sensor war quasi nur eine Reklamation des ersten, sodass es hier trotz mittlerweile vorliegender Ablehnung durch die Krankenkasse keine weiteren Probleme gab.

Beim Sensorwechsel hat man mehrere Wahlmöglichkeiten:

1. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird durch den gleichen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
2. Der alte Sensor wird entfernt der neue Sensor wird durch einen neuen Schnitt in die gleiche Hauttasche gelegt
3. Der alte Sensor wird entfernt, der neue Sensor wird an einer gänzlich anderen Stelle eingesetzt.

Gegen Option 1 und 2 hatte ich ehrlich gesagt ziemliche Bedenken. Ich persönlich glaube einfach, dass es für Narbengewebe nicht besonders gut ist, wenn es mehrfach geöffnet wird, ich befürchte einfach, dass dann die Narben immer größer und auffälliger werden.

Aus diesem Grund also Option 3, neuer Sensor in den anderen Arm als vorher. 
Der eingriff war unkompliziert, der neue Sensor schon deutlich schneller gesetzt als der erste.

Die Narben des 1. Sensors. Die obere müsste die vom Einsetzen sein, unten die vom Entfernen. Ob es zwei sein sollen oder eigentlich nur eine, weiß ich aber leider auch nicht ;)
Und ja, dieser neue Sensor läuft seitdem problemlos. Und noch etwas hat sich getan: Meine Krankenkasse hat die Kostenübernahme erklärt!

Vielleicht folgt ihr mir auf Instagram, dann habt ihr das ganze Elend bereits mitbekommen: Abgelehnt wurde von Seiten des MDKs (Medizinischer Deinst der Krankenkassen) mit der Begründung, dass ich Übergewichtig bin und erst mal mein Leben in den Griff kriegen soll. Dann würde ich auch kein CGM benötigen (Überspitzt formuliert ;) )
Nachdem ich vier Tage am Boden zerstört war und mich am liebsten in einem Erdloch verkrochen hätte, wurde ich aber auch wütend. Wütend auf diese inhaltslose Ablehnung. Ich hatte 46 Seiten Antrag eingereicht, meine persönliche Lebenssituation beschrieben, Basalratentests angefügt, Tagebücher der letzten 3 Monate angehängt, Verlaufsprotokolle kopiert. Und dann ein zweizeiler als Ablehnung, in der nichts außer mein Gewicht benannt wird.
Zudem zeigt die Statistik ja nun mal, dass Abnehmen scheinbar für viele Menschen nicht einfach ist. Natürlich bin ich nicht stolz auf mein Gewicht und weiß, dass ich etwas ändern muss. Aber mit dauerhaften Hypos in der Nacht und stark schwankenden werten habe ich es da eher noch schwerer, als viele gesunde Menschen.

Schlussendlich habe ich die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse angerufen. Sie konnte sich direkt an das Gutachten des MDKs erinnern und verstand meinen Aufruhr ziemlich gut. Ihr Problem war allerdings, dass sie keinerlei Unterlagen hat, mit denen sie gegen die Empfehlung des MDKs handeln kann. Sämtliche von mir eingereichten Unterlagen dürfen von den Mitarbeitern der Kasse nicht gelesen werden, sondern werden nur weitergereicht.
Da ich mit meinen persönlichen Unterlagen zum Glück ja machen kann, was ich will, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich der Sachbearbeiterin zu Händen alle meine Dokumentationen und Begründungen erneut zuschicke. Sie würde es dann selbst Lesen und sehen, ob sie zu einer anderen Entscheidung kommen würde.

Zu diesem Zeitpunkt war mir echt egal, ob ich eine Bewilligung bekomme oder nicht, ich wollte aber zumindest einen anderen Ablehnungsgrund als nur mein Übergewicht erreichen!

Transmitter des Eversense
Die Wochen zogen dahin und irgendwann habe ich mich erneut telefonisch an die Kasse gewandt. Und hier die überraschende Nachricht: Man hat sich noch einmal genauer bei Roche informiert und mir als Einzelfallentscheidung für zunächst ein Jahr den EversenseSensor bewilligt!
Wirklich großartige Neuigkeiten für mich!

Und angeblich hat Roche ja auch bereits eine neue Version des Sensors startklar, der dann für 180 statt 90 Tagen unter der Haut bleiben kann. Würde für mich weniger Narben bedeuten, aber am Ende ist mir das egal. Ich bin sehr zufrieden mit der Genauigkeit und dem Tragekomfort. Die Pflaster vertrage ich nach wie vor sehr gut, das abendliche Aufladen des Transmitters läuft während des Duschens in meiner Abendroutine mit. Die Werte insgesamt sind so lala, aber da ändert ein CGM nun einmal auch nichts dran. Das absolut entspannenste ist für mich nach wie vor: Keine usseligen Pflaster und keine Sorgen mehr, ob der Sensor raus reißt. Gestern erst bin ich mit dem Transmitter an der Autotür hängen geblieben. Ein neues Pflaster und fertig!

Es ist eben ein ganz neues System, und manche Dinge haben noch keinen genauen Ablaufplan. Z.b. habe ich neulich die Klebepflaster nachbestellen müssen. Beim Sensortausch hätte ich neue erhalten müssen, irgendwie ist das aber durch die Reklamation untergegangen. Die Hotline wusste auch keinen rechten Rat, hat sich dann aber innerhalb weniger Stunden um eine Lösung gekümmert und alles läuft.

Ich bin momentan also was das angeht sehr zufrieden. Bei Fragen schreibt mir gerne und folgt mir auf Instagram, um regelmäßiger Infos zu bekommen :D Und bis dahin wünsche ich euch allen eine ruhige Adventszeit, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr (ich bin mal realistisch und rechne nicht damit, dass ich dieses Jahr nochmal die Motivation finde, einen kompletten Beitrag zu schreiben :D)

Mittwoch, 9. August 2017

Eversense- die ersten 21 Tage

Drei Wochen ist es jetzt her, dass der EversenseSensor unter meine Haut implantiert wurde.
Zeit, meine bisherigen Erfahrungen mal ein wenig zusammenzufassen und Vor- sowie Nachteile aufzulisten. Natürlich wird diese Liste die nächsten Wochen/ Monate erweitert werden, denn ich bin ja auch noch relativ neu mit dem System :)

Kleine Randnotiz: In diesem Beitrag berichte ich über ein Problem, welches leider in der ersten Woche nach der Implantation auftrat. Da ich selbst aber davon ausgehe, dass ich einfach Pech hatte (zumindest, solange keine andere Erklärung vorhanden ist) werde ich dieses nicht in meine Liste mit einbeziehen. Ein Montagsprodukt kann man immer erwischen, deshalb das ganze System am schlecht darzustellen, wäre sehr einseitig.

Randnotiz 2: Nein, ich werde nicht von AkkuChek, Roche oder sonst wem gesponsert oder bezahlt. Aktuell warte ich noch auf ein Schreiben meiner Krankenkasse, ob sie den Sensor übernehmen oder nicht. Sollten sie es endgültig ablehnen, muss ich jedoch auch nicht selbst zahlen, das Risiko trägt aktuell die Firma Roche. Vermutlich hatten wir "ersten" einfach Glück, dass jede Firma natürlich ein Interesse daran hat, ihre Produkte erst mal auf den Markt zu bringen.

Fangen wir nun aber mal an, mit den Sachen die mir aufgefallen sind:


Tragekomfort/ Form:
Ich finde den Transmitter super! Ich weiß, dass viele von euch ihn zu groß finden. Mich stört er tatsächlich aber weniger als der Libre, einfach weil die Form so schön abgerundet ist und sich gut anschmiegt. Man hat keine wirkliche "Kante", an der man hängenbleiben könnte. Selbst BH träger rutschen problemlos drüber.
Hier auch direkt mein größtes Pro: Endlich keine Sorge mehr, einen Sensor zu zerstören. Es entspannt mich unglaublich! dieses ständige "muss ich abtapen?" "mist, das Tape hält nicht" "mist, der Sensor löst sich" hat mich nach 2 Jahren Libre echt auf die Palme getrieben. Die Benutzung war natürlich super, aber für meinen Komfort, finde ich die "Kleberfreiheit" deutlich angenehmer.


Wasserdicht:
Hätte nie gedacht, dass es mich interessiert (ich schwimme maximal 2 mal im Jahr oder so...) aber ich mag, dass ich ihn auch beim Duschen nicht abmachen MUSS. Meistens nehme ich ihn schon ab, aber manchmal vergesse ich es, und es passiert trotzdem nix. Das ist allerdings ein Punkt, der keine besondere Aussagekraft hat, schließlich sind alle gängigen Systeme meines Wissens nach wasserdicht über eine gewisse Zeit.

Akku:
Der Akku des Transmitters ist recht klein. Ich komme maximal auf 36 Stunden, dann geht dem kleinen Käfer der Saft aus. Das ist durchaus ausbaufähig. Was jedoch gut ist: Voll aufladen dauert kaum 10 Minuten, das ist gerade die Zeit, die ich zum Duschen benötige. Es hat sich bei mir ziemlich schnell zur Routine entwickelt, abends den Trasmitter an den Strom, Pflaster ab, duschen, Pflaster drauf, Transmitter dran, fertig.


Genauigkeit:
Überzeugt mich. Ich habe wenige Abweichungen, maximal 10-15mg/dl seit letzter Woche und die Genauigkeit wird besser, je länger der Sensor unter der Haut liegt. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man beim kalibrieren gründlich und sorgfältig ist.


Sonnenlicht:
Tja, auch hier gibt es noch kleine Schwachstellen. Der Sensor misst mit einer Fluoreszenzmethode, wenn ich mich aber im (mehr oder weniger) prallen Sonnenlicht aufhalte, stört dies die Messung. Zum Beispiel war ich heute knapp 1 Stunde am Strand. In dieser Zeit hatte ich leider keine Werte, da es dem Sensor zu hell war. Das ist natürlich ein wenig nervig, denn schließlich will man immer Werte angezeigt bekommen. Laut Außendienstmitarbeiter wird diese Empfindlichkeit aber nach einer Weile besser, da werde ich also mal abwarten, ob es sich gibt oder nicht. Eine Lösung wäre, zb eine schwarze, abgeschnittene Socke über dem Transmitter zu tragen. Muss man aber wollen :)

App:
Ziemlich wichtiger Punkt wie ich finde, schließlich hat man beim Eversense keinen zusätzlichen Empfänger. Es gibt bislang nicht viele Smartphones, welche offiziell unterstützt werden: Kompatible Geräte
Mein iPod touch wird unterstützt, mein Chinahandy LeEco LePro3 leider nicht. Dennoch nutze ich aktuell das Smartphone, denn alles läuft prima. Wenn man jedoch Probleme mit dem System hat, sollte man immer auch ein unterstütztes Gerät zur Hand haben, ansonsten übernimmt der Kundendienst keinerlei Gewährleistung, weil der Fehler ja am Gerät liegen könnte (...).
Die App an sich finde ich gut, übersichtlich, einfach zu bedienen.

Alarme:
Immer wichtig bei allen CGMs: Die Konfiguration der Alarme. Hier bin ich noch nicht richtig fertig mit. Im Urlaub hatte ich eine grässliche Nacht, in der mich mein Handy oder wahlweise der Transmitter mit seiner Vibration alle halb Stunde geweckt hat. Die Abläufe im Urlaub sind eben anders.
Folgende Alarme sind einstellbar:
Oberer/ unterer Zielwert (Zielbereich, in dem man bleiben möchte)
Oberer/ unterer Grenzwert (Werte, bei denen bei Über-/Unterschreitung ein Extraalarm gegeben werden soll)
Vorhersage Warnung (Zeit x, in welcher der Gewebszucker vermutlich den Grenzwert nach oben/unten überschreitet
Raten Warnung (Warnung, falls die Werte schnell steigen/fallen)



Bluetooth:
Der Transmitter wird mittels Bluetoth an das Handy gekoppelt. Heißt, Bluetooth MUSS angeschaltet bleiben. Wer ein Handy mit sehr schwachem Akku hat, der hat hier verloren. Mein Smartphone musste bislang nur jede zweite Nacht an den Strom, jetzt auf jeden Fall jede Nacht. Mein Dienstiphone 5S würde Mittags vermutlich schon schlapp machen. Eine Info die man haben sollte denke ich.

Auffallen in der Öffentlichkeit:
Ja, tut man. Allerdings nicht mehr als mit jedem anderen Sensor auch. Bloß dass man eben keine Möglichkeit hat, den Sensor an einer versteckten Stelle zu tragen. Aktuell darf nur am Oberarm implantiert werden. Und da sieht man den Transmitter bei kurzen Ärmeln natürlich. Für mich jedoch gleichgültig.

Vibration:
Der Transmitter selbst vibriert bei gewissen Meldungen. Noch habe ich nicht ganz verinnerlicht, was welche Vibration bedeutet, aber ich weiß zb schon automatisch, dass die 9 kurzen Vibrationen bedeuten, dass mein Zucker wirklich tief (unter dem unteren Grenzwert) ist. In diesem Fall muss ich also nicht erst aufs Handy gucken, um die Info zu haben. Sehr praktisch, zudem die Vibrationen für andere kaum wahrnehmbar sind. Eine sehr diskrete Angelegenheit wie ich finde.
Zudem wecken mich die Vibrationen sehr zuverlässig. Besser als es jeder Alarm an meiner Pumpe bisher konnte.

Kalibration (Eingabe eines blutig gemessenen Blutzuckerwertes)
Der Sensor muss alle 12 Stunden kalibriert werden. Auch hier also kein Unterschied zu den anderen CGMs Dexcom und Enlite. Ich habe jeweils ein Zeitfenster von 2 Stunden vor und nach dem eingestellten Zeitpunkt, also 4 Stunden, in denen eine Kalibration möglich ist. Wird diese Zeit überschritten, werden keine Werte angezeigt. Blöd, wenn der Blutzucker in der Zeit nur rumspinnt und man einfach keine stabile Phase hat.

Pflaster:
Das Pflaster ist nicht klein. Da es rechts und links vom Transmitter noch diese "Flügelchen" hat, ist es schon recht auffällig. Dafür finde ich es bislang sehr angenehm zu tragen und habe auch keine Probleme mit gereizter oder trockener Haut. Die Klebekraft ist deutlich geringer als bei anderen Herstellern, was aber meistens auch auf einen weniger aggressiven Kleber hindeutet. Meiner Neurodermitishaut bekommt er bislang ohne Probleme.
Das wasserfeste Pflaster habe ich leider noch nicht getestet.


Datenupload:
Ein Angstthema für alle, die ein Problem mit dem automatischen Upload irgendwelcher persönlichen Daten ins Internet haben.
In der App kann man den automatischen Upload ausschalten, allerdings mag ich die Funktion recht gerne. Es gibt ein Onlineportal, auf welchem ich nach Passworteingabe meine Auswertungen der letzten Tage/ Wochen/ Monate präsentiert bekomme (vergleichbar mit der Libre- Software, nur nicht ganz so umfangreich). Da die Daten vom Libre bei jedem verbinden mit dem PC eh automatisch auf Server in den USA geladen werden, stört mich das hier auch nicht wirklich. Zudem nutze ich Facebook und Co, so what. Wen es stört, besser die Funktion ausschalten.

Wunde/ Narbe:
Völlig reizlos, tut nicht weh, juckt nicht. Ist noch etwas rot, aber geschlossen und gut verheilt. Ich mache mir da wenig Gedanken drüber, teilweise hat das Libre und das Kinesiotape auf meiner Haut deutliche Narben alle zwei Wochen hinterlassen. Nun also eine Narbe alle 90 Tage.

Benachrichtigungs- LED:
Der Transmitter verfügt über eine LED- Anzeige, diese kann in verschiedenen Farben und Rythmen blinken. So zeigt er zb den Akkuladestand an. Oder eben auch, wenn ein Alarm eingeht.
Tagsüber wenig interessant, fällt so gut wie nicht auf, nur elten haben Kollegen mich bislang mit "du blinkst" angesprochen.
Was mich an der LED aber doch etwas stört: Nachts ist diese LED unglaublich hell! Heller als die Pumpe, das Licht reicht aus, um den Blutzucker zu messen. Das müsste nicht sein, mich selbst stört dieses helle Licht nachts.

Soweit erst einmal die Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Schreibt mir gerne eure Fragen oder Meinungen zu dem System :)






Samstag, 4. März 2017

Veränderungen und Bye Bye Open Blog


Schönen Samstag euch allen!

Ich melde mich zurück, mit einem neuen Design (auch wenn es nur eins der Standart Designs ist, was Blogger mit vorgibt) und einer Verbindung zu meinem Instagram- Account.
Wenn alles gut läuft, solltet ihr beim Lesen jetzt rechts neben dem Post ein Fenster mit dem letzten Beitrag sehen, welchen ich auf Instagram hochgeladen habe. Um den Text dazu lesen zu können, braucht ihr keinen eigenen Account! Auf das Bild klicken reicht schon um alles lesen zu können.

Ich habe mir in den letzten Wochen einige Gedanken dazu gemacht, wie es mit diesem Blog weitergehen soll.
Für mich ist beim "normalen!" bloggen einfach die Luft raus. Die Beiträge in der Dedoc bestehen (meinem Meinung nach!) zu 80% aus irgendwelchen immer gleichen Werbebeiträgen von irgendwelchen großartigen Veranstaltungen er Pharmafirmen. Gefühlt kriege ich regelmäßig (immer dann, wenn eine neue Veranstaltung stattfindet) 8 mal den selben oder zumindest sehr ähnlichen Post angezeigt.
Die wenigen Blogs, auf denen es sich tatsächlich noch um das Leben mit Diabetes dreht, um die großen und kleinen Probleme, die Schwierigkeiten, die Höhen und Tiefen, Ängste und Sorgen, großartigen Momente und Sternstunden, die gehen dazwischen unter, so zumindest mein Eindruck.
Zudem finde ich hat der Zusammenhalt gelitten. Beim letzten Typ1Day gab es nicht mal mehr eine öffentliche "WarmUp" Party oder ein gemeinsames Bierchen am Ende.

Bei meinem persönlichen Nutzungsverhalten kommt zusätzlich dazu, dass ich merke, dass ich oft einfach keine Zeit mehr habe, lange Post zu schreiben oder auch zu lesen. Er passieren einfach nicht ständig aufregende, großartige Sachen, zu denen ich 17000 Zeichen tippen kann.
Aus diesem Grund vor allem bin ich seit letztem Jahr auf Instagram aktiv und wirklich beeindruckt, wie unglaublich aktiv die Community hier weltweit ist! Ich habe so viele Interessante Diskussionen mit Leuten überall in der Welt. Und vor allem: Ich habe endlich wieder Einblicke in das normale, das alltägliche Leben mit Diabetes! Jemand feiert seine neue Pumpe, bangt vor seinem aktuellen Langzeitwert, ein blutiger Katheter, ein angebranntes Abendessen und der schon abgegebene Bolus. Das sind die kleinen, ganz normalen Vorkommnisse, die jedem von uns früher oder später mal passieren. Hier zu sehen: "Ah, anderen geht es genauso!" das ist es, was mich immer wieder motiviert und mir hilft, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

Was bedeutet es nun für meinen Blog hier: Die Seite wird weiterhin bestehen bleiben. Wer mir auf Instagram folgen mag, ist herzlich dazu eingeladen (@sandriabetes1). Wer kein Instagram hat, wird die Bilder und Beiträge auch hier lesen können. Ansonsten werden aber über diesen Blog auch in der nächsten Zeit keine größeren Beiträge erscheinen, außer ich habe mal wieder ein Thema, was mir so sehr unter den Nägel brennt, wie dieses hier heute.

Ich werde meinen Blog aus dem OpenBlog bei der Dedoc löschen lassen, denn für mich ist dies momentan ein wenig sinnvolles Gadget. Ich mag den persönlichen Austausch, ich mag die privaten, die kleinen Geschichten. Und für meinen Geschmack ist alles zu kommerziell geworden. Natürlich bin ich auch ein bisschen neidisch auf all die tollen Ausflüge zu den ganzen großen Veranstaltungen. Aber für mein privates Leben, für mein Leben mit Diabetes Typ 1, stehen andere Dinge im Vordergrund. Ich freue mich immer unglaublich, wenn ich angeschrieben werde von "neuen" Diabetikern, die einfach ganz lebenspraktische kleine Fragen haben. Das ist es, was ich bewirken möchte, Hilfestellung geben wenn man einfach mal nicht weiter weiß.
Und aus diesem Grund fühlt es sich für mich nicht richtig an, weiterhin im OpenBlog zu sein. Lange genug habe ich es jetzt immer wieder überdacht, aber letztendlich finde ich keine andere Lösung.

Es war eine schöne Zeit bei euch, aber manchmal trennen sich Wege, ändern sich Blickweisen, verliert man das Ziel aus den Augen.

Über Feedback und eure Meinung freue ich mich, vermutlich werden es sehr viele wohl eh anders sehen :)

Dienstag, 22. November 2016

Neulich beim Augenarzt...


Es ist November, Diabetes Monat, wie es momentan ja überall so schön beworben wird.

Ich hab mich bislang an wenig von dem ganzen Trubel beteiligt, meist reicht die Zeit nur für Postings auf Instagram.  Völlig kurzentschlossen habe ich jedoch gestern endlich mal die Nummer vom Augenarzt rausgesucht und einen Termin für die lange überfällige Kontrolluntersuchung vereinbart. Als Kassenpatientin bin ich es ja gewöhnt, lange auf Termine zu warten... diesmal war die Aussage: "Klar, mnorgen früh um neun!". Ähm, was? Okay... bevor ich lange warten muss und wieder kneife, lieber zusagen.
Mit dem Chef abgeklärt, heute als erstes also zum Augenarzt.

Was soll ich sagen: Ich hasse Augenarzttermine. Bitte schreibt mir, wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, aber meine bisherigen 7 oder 8 Augenärzte waren alle schrecklich unfreundliche oder unsympathische Menschen. Viele reagierten frech, wenn man seinen Befund erklärt haben wollte, einige gaben den Tipp, bei Typ 1 doch bitte mal abzunehmen, dann könnte ich mir "das mit dem Insulin" auch sparen. Gut betreut, ernst genommen und als Kunde habe ich mich noch nie irgendwo gefühlt. Meistens bin ich die letzten Jahre immer völlig aufgelöst und weinend aus Praxen gestürzt nachdem man mir versichert hatte "wir gewöhnen sie schon noch an unsere Behandlungsmethoden". Überflüssig zu erwähnen, weshalb ich bereits so viele Augenärzte durch habe.
Meistens habe ich einfach das Gefühl, sie fühlen sich extrem gestört davon, dass hinten am Auge noch ein Mensch dran hängt.

Tja, mit ähnlichen Erwartungen ging ich also auch heute zum Arzt. Diesmal allerdings fest entschlossen, mir ein unverschämtes Verhalten nicht bieten zu lassen. Dazu zu sagen: Ich war schon mal dort und die Erfahrungen waren mies. Da man hier auf dem Land aber nicht soviel Auswahl hat... naja ich dachte, es könnte ja diesmal anders sein. Oder ich bin einfach auch erwachsener geworden und hätte es mir letztes mal nur eingebildet.

Die Arzthelferinnen waren nett, Wartezeit kurz, kaum Patienten in der Praxis. Handynutzung im Wartezimmer aber strikt verboten. Warum, konnte keiner erklären. Ich liebe Regeln, die keine Begründung haben.
Gut, nach der zweiten Ladung Tropfen ist Facebook eh nicht mehr zu entziffern.
Durfte dann in den Behandlungsraum. Hinsetzen, warten.

Tür auf.
Doc:"Wie ist der Hba1c?"
Ich: "Guten Morgen. Der letzte war 6,9".
Doc: "...jaja, Guten Morgen. Naja, das ist gut."

Sowas treibt mich ja schon auf die Palme. Wie unhöflich! Man stürmt doch nicht einfach rein ohne sich überhaupt vorzustellen oder ähnliches!

Die Untersuchung war dann ja zum Glück wie immer kurz und schmerzlos. Retinopathie negativ, aber scheinbar habe ich eine beginnende Veränderung an der Linse. Ich müsste vermutlich vor meinem 60sten Geburtstag wegen Grauem Star operiert werden. Und tschüs!

Äh, moment mal?!
Auf Nachfragen wurde dann noch schnell genuschelt "Das ist normal.. kriegt jeder Diabetiker.. kriegen alte Leute sowieso.
Woran merke ich sowas?
"Wird ihnen der Augenarzt schon sagen wenns soweit ist".

Und weg war er.

Toll, sowas liebe ich. Und die Ärzte wundern sich ernsthaft, weshalb jeder Patient google befragt.
Zu Graue Star sagt Google mir, das es tatsächlich gerade bei Typ 1ern eine stark erhöhte Chence gibt, dass Grauer Star früher als üblich auftritt. Standardmäßig kriegt das ab einem bestimmten Alter aber eh fast jeder.

Mich tröstet, dass in knapp 30 Jahren mein Augenarzt von heute vermutlich schon lange in Rente ist. Und selber Grauen Star hat. Hoffentlich trifft er dann auf Menschen, die sich mehr Zeit nehmen. Oder wenigstens Spaß an ihrem Job haben. "Augen auf bei der Berufswahl" ist bei einem Augenarzt irgendwie ganz besonders zynisch.

Der nächste Termin ist in 12 Monaten, vllt finde ich bis dahin einen anderen Arzt. Aus Kommentaren unter meinem Instagram- Post schließe ich aber, dass nette Augenärzte leider die totale Ausnahme zu sein scheinen.
Wenn irgendwer das hier liest, und selber aus diesem Bereich kommt: Über Erklärungen zum Phänomen würde ich mich sehr freuen! Über Vorschläge zu netten Augenärzten im Bereich OWL übrigens auch!

Bis dahin bin ich einfach nur froh, dass bislang 21 Jahre Diabetes keine der bekannten Folgeerkrankungen bei mir ausgelöst haben.

Allerdings habe ich die Tropfen diesmal richtig schlecht vertragen. Nachdem ich mehrmals darauf hingewiesen wurde, die nächsten 2-3 Stunden nicht Auto zufahren, habe ich mich schon auf der Arbeit gemeldet, dass ich vermutlich heute nicht mehr kommen würde.
Das ich tatsächlich aber bis abends um 5 nicht richtig gucken konnte (Autofahren und lesen waren schlicht nicht möglich und meine Pupillen immer noch weit wie Untertassen), dass war mir neu. Durch das ständig schlechte sehen ging es mir im Ganzen nicht gut, Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Habe also den Tag im Bett verbracht. Erst vor ein paar Stunden wurde es jetzt besser, sodass Fernsehen und Leen wieder möglich waren. Man wird scheinbar einfach nicht jünger... denn so kannte ich das bislang nicht.



Mittwoch, 18. November 2015

Erste Erfahrungen mit dem Freestyle Libre


Heute wollte ich mal einen kurzen Überblick über meine bisherige Erfahrungen mit dem Freestyle Libre geben.
Ich trage momentan den fünften Sensor, zahlen tut meine Krankenkasse, die DAK.

Ich weiß, dass alle total hinterher sind, die Kosten für den Sensor von der Kasse erstattet zu bekommen. Bei mir ist das eine relativ undurchsichtige Testangelegenheit der DAK, warum man genau mich jetzt ausgewählt hat, keine Ahnung. Ich habe mich schon sehr gefreut als der Bescheid kam. aber noch nun knapp 10 Wochen mit dem Sensor muss ich sagen, ich bin nicht sonderlich beeindruckt.

Die zehn Wochen sind übrigens Netto. Dazwischen war ich 2 Wochen ohne Sensor, weil sich leider ein Adresswechsel als äußerst schwierig erwies. Ich bin eben leider zwischendurch mal umgezogen, direkt Meldung an die Krankenkasse und Abbott, damit alles richtig ankommt. Bei Abbott hieß es tatsächlich erst, das ginge nicht so einfach. Dann ist leider die nächste Bestellung doch erst an die alte Adresse gegangen. Und wurde dann an die Adresse meiner Eltern geschickt! War mir dann ja auch fast egal, Hauptsache überhaupt mal angekommen.

Klar ist es super, mal eben schnell scannen zu können anstelle von dem ständigen stechen. Andererseits war das für mich immer das geringste Problem. Meine Finger hatte zwar bisschen Hornhaut, aber damit lebe ich ja nun auch einfach seit mehr als 20 Jahren.

Meine Haut an den Setzstellen verträgt den Kleber bislang zum Glück sehr gut. Allerdings ist das etwas, was ich wirklich kritisch sehe. Einige Leute bekommen da nach langer Tragedauer fiese fiese Allergien von, dass lässt mich ehrlich gesagt schon an der Zusammensetzung des Klebers zweifeln.
Funktionieren tut das ganze ansonsten recht ordentlich. Ich sichere den Sensor meistens mit Kinesiotape, da er sonst leider schon nach wenigen Tagen abfallen würde. 14 Tage Tragezeit ohne Fixierung (das wird übrigens von der Abbott Hotline mittlerweile extra abgeraten!)? Im Leben nicht. Aber klar, einen Kleber mit so einer Haftkraft, der dann auch noch Haut verträglich sein soll? So etwas kann ja eigentlich nicht gehen.

Leider zeigt mein Lesegerät mittlerweile erste Ermüdungserscheinungen. Der Knopf zum scannen reagiert zunehmend träger, vermutlich muss ich das Gerät bald reklamieren.

Apropos Reklamation: Zwei Sensoren habe ich bislang umtauschen müssen.
Der erste, weil leider trotz Fixierung der Sensor vier Tage vor Ablaufdatum abgefallen ist. Hierbei war die Reklamation relativ unkompliziert.
Der zweite Sensor jedoch hat mich auf die Palme getrieben. Wieder vier Tage vor Ablaufdatum stimmten die Werte nicht mehr. Sensor zeigt 60mg/dl an, Blutzuckermessgerät (und Körper!) sagen deutlich: 320mg/dl! Kleiner Unterschied.... Und das den ganzen Tag über immer mal wieder. Wenn meine Werte im 200er Bereich lagen, zeigt das Libre nur noch "LO" an. Super. Also durch die Abbott- Hotline gequält. Der Mitarbeiter sagt sinngemäß: "Kein Ding, dann messen sie jetzt die nächsten 2 Stunden immer 15 Minuten zeitversetzt mit beiden Geräten und melden sich dann." Okay, getan. Leider ist die Hotline aber nur bis 18 Uhr zu erreichen-.- Mist. Okay, also die Nacht über mit den Altbeständen an Teststreifen gemessen, der Sensor darf nämlich noch nicht entfernt werden und damit auch kein neuer gesetzt werden.
Morgens Hotline angerufen. Andere Mitarbeiterin. Abweichungen von manchmal mehr als 200mg/dl vorgetragen. Sie tippt das in Ihren Toleranzrechner ein und sagt: "Sorry, keine Reklamation." WHAT?
Grund der Ablehnung war: Ich habe nicht das integrierte Messgerät genutzt, sondern mein Contour. Weil ich noch NIE Freestyle Messgeräte benutzt habe und demnach auch keine Messstreifen habe.
Sie schickt mir also ne 10er Packung zu. Ich habe aber mal angemerkt, dass der Sensor bis zum Lieferzeitpunkt ja vermutlich abgelaufen sein würde (Post und so...). Tja, dann wäre eine Reklamation eben nicht möglich.
Mir tat die arme echt leid, sie macht die Regeln ja nicht aber das Ganze war sowas von ärgerlich für mich und eine so dämliche, kundenunfreundliche Regelung! Ich hab mich richtig aufgeregt. Und sowas passiert mir sonst nie! Aber schließlich zahlt die Kasse ja nur eine bestimmte Anzahl Sensoren pro Quartal, wenn die alle die versprochenen 2 Wochen nicht durchhalten, stehe ich am Ende ganz ohne da!
Also weiterhin mit einem nicht funktionierenden Sensor am Arm. Am späten Nachmittag dann hatte der Sensor sich bei einem gemütlichen "Dauer- LO" eingependelt. Wieder die Hotline angerufen. Ich hab echt ne Weile diskutieren müssen aber schlussendlich wurde die Reklamation dann anerkannt. Und ich konnte endlich meinen neuen Sensor setzen.

Der läuft auch bislang prima und hat noch 24 Stunden bis zum Ablaufdatum. Läuft also wirklich opt auch richtig gut. Die Werte sind meistens nah an den "blutigen" Messwerten und die Schwankungen werden auch zeitnah angezeigt.
Was mir aber gar nicht gepasst hat, war die Tatsache, dass ich an der Hotline echt das Gefühl hatte, dass man der Meinung war, ich würde nur einen neuen Sensor "erschummeln" wollen. Dabei zahle ich die Dinger ja nicht mal selbst! Kann mir also relativ egal sein! Aber wenn ich ein Produkt auf den Markt bringe, klare Versprechen mache was das Produkt kann, dann muss ich diese Versprechen auch erfüllen! Und wenn mal was nicht klappt, dann erwarte ich eine kundenorientierte Reklamation, unkompliziert und schnell. Meine Erfahrungen gehen da leider momentan in eine andere Richtung.

Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht, dass man es mit einem so großen Unternehmen und so vielen Verkauften Geräten nicht schafft, eine vernünftige Hotline aufzubauen. Schließlich kaufe ich da keine Haarspangen, sondern ein Medizinisches Gerät! Bei meiner Pumpe zB schätze ich nichts mehr als kompetente Hilfe am Telefon, wenn ich wirklich mal keinen Rat mehr weiß. Ich hab da in 14 Jahren Insulinpumpe 4 mal anrufen müssen, und immer war sofort jemand in der Leitung, Nachts wurde ich zurückgerufen wenn es ein "Notfall" war. Selbst wenn ich sowas eigentlich nicht brauche, gibt mir das ein gutes Gefühl. Daran müsst ihr bitte noch arbeiten Abbott!

Klingt jetzt alles sehr negativ, soll es eigentlich gar nicht. Ich nutze es wirklich gerne, einfach weil es so bequem ist. Allerdings vollbringt es auch keine Wunder, ich glaube zB nicht, dass mein Hba1c sich seitdem gebessert hat. Therapie muss man nunmal immer noch selber machen und leider tue ich da aktuell wieder deutlich zu wenig. Wieder mal sind andere Dinge wie eine neue Wohnung und ein neuer Job irgendwie wichtiger.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Eine ganz schlechte Kombination....


Hallo zusammen! Ich muss mir doch jetzt auch mal den Frust von der Seele schreiben! Guckt euch das mal an:


Mein Blutzuckerverlauf der letzten Stunden. Echt zum heulen. Leider habe ich in den nicht mal 24 Stunden bereits 4 mal die Skala meiner Aufzeichnungen gesprengt. Der hohe Wert um Mitternacht ist eindeutig durch den übermäßigen Verzehr von Plätzchen und Keksen in 14 verschiedenen Sorten ausgelost, dafür haben 3 meiner Kekse es in unserem Back- Wettbewerb in die Top 5 geschafft!
Leider habe ich da aber dann mal wieder überreagiert, bei so hohen Werten passiert mir das leider immer noch. Deshalb die ziemlich üble nächtliche Hypo von 33 mg/dl um kurz nach drei. Da ich ja noch bei meinen Eltern bin, musste ich dann auch noch durchs ganze Haus und die Treppe runter in die Küche tapern, da ich ja dann auch den Traubenzucker nicht esse mag (Zumindest nicht wenn ich weiß das in der Speisekammer Weingummi lagert ;) )
War allerdings viel zu viel des guten, wie man an dem morgendlichen Wert von weit über 300 wieder sehen kann... zum Mittag ein guter Wert um die 80mg/dl, leider ist der pp- Wert wieder total durch die Decke geschossen.

Momentan läuft es echt gar nicht. Und schuld ist, da bin ich mir ziemlich sicher, die ungünstige Kombi aus zu viel essen und gar keiner Bewegung.
Ich bin ja sonst auch eher ein Sportmuffel, aber wenn ich zuhause in Münster bin, habe ich kein Auto und muss überall zu Fuß oder mit dem Rad hin. Das sind ganz nebenbei in der Woche an die 50 Kilometer die ich auf dem Rad zurücklege. Und das fehlt hier bei meinen Eltern halt. Mama kocht, es gibt also regelmäßige Mahlzeiten (in meiner Studentenbutze ist das nicht immer der Fall ;) ) und hier zuhause auf dem Land würde niemand auf die Idee kommen, einfach so 10 Kilometer zum einkaufen mit dem Fahrrad zu fahren. In Münster ist das völlig normal für mich , mal eben ne halbe bis dreiviertel Stunde zu strampeln.

Naja, morgen Abend geht es wieder zurück, und dann werden sich die Werte hoffentlich auch wieder ein wenig beruhigen. So kann es nun wirklich nicht weitergehen. Besonders, dass nach jedem Essen der Blutzucker so explodiert nervt mich. Ich versuche einfach, die Nerven zu behalten und mich mit übermäßigen Panik- Korrekturen zurückzuhalten. Denn Werte unter 40 finde ich auch nicht wirklich klasse :)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Auf der Blutzucker- Achterbahn


Wie schon berichtet, läuft es bei mir Blutzuckertechnisch aktuell nicht wirklich rund. Seit meine implantierten Sensoren nicht mehr arbeiten, kriege ich es einfach nicht mehr auf die Kette. Es ist aber auch wieder so schrecklich umständlich geworden alles!

Deshalb habe ich gestern meinen Enlite- Sensor wieder hervorgekramt. Schließlich habe ich noch 5 Sensoren ungenutzt gehabt und wollte diese nun wenigstens aufbrauchen, denn besser werden sie durch längere Lagerung sicher nicht.

 


Naja nur leider frustriert mich der Sensor auch. Ich habe ihn zum ersten Mal mit Kinesiotape fixiert, in der Hoffnung dass er lange lange durchhält. Mal abwarten. Laufen tut er schonmal, allerdings hat er mich die erste Nacht ständig wegen angeblicher Hypos geweckt. Tatsächlich lag der Wert jedoch ausnahmsweise mal bei perfekten 100 bis 120mg/dl.

Und als ich dann heute beim Radfahren auf dem Weg nach Hause wirklich nicht gut fühlte, offenbarte mein Messgerät das hier:

Der Sensor zeigte zu dieser Zeit übrigens entspannte 89 an...

Hm, nun bei 27mg/dl ist es wohl nicht ungewöhnlich, sich nicht ganz fit zu fühlen. Schnell 4 KE Traubenzucker gemampft, kurz gewartet und dann weiter nach Hause. 
Nicht dramatisch, aber es nervt! Ich hab in der letzten Zeit meine Werte beinahe perfekt im Zielbereich halten können, aber momentan ist es eine einzige Achterbahn. 

Im Laufe des Nachmittages hat sich der Sensor scheinbar endlich eingewöhnt, seitdem passen die angezeigten Werte mehrheitlich.
Hoffentlich wird die nächste Nacht ruhiger... 

Dienstag, 30. September 2014

Herbst- Blues


Passend zum Herbst (den ich eigentlich als meine Lieblingsjahreszeit bezeichnen würde) hab ich momentan wieder ein richtiges Tief.
Die Studie mit meinem implantierten Sensor, die ja 8 Wochen lang richtig super lief, ist leider zu Ende. Während dieser Zeit waren meine Werte so der Maßen gut, dass ich jetzt leider in ein richtiges Loch gefallen bin.
Dieser Sensor war einfach um Meilen besser als alle anderen Sensoren, die aktuell so zu haben sind, aber leider eben noch nicht ganz Marktreif. Aber es hat mein Leben viel einfacher und so viel unkomplizierter Gemacht! Ich hab meine Werte konstant halten können und mein Insulinverbrauch hat sich auch herrlich reduziert.
Eigentlich ist es ja quatsch, der Sensor ändert ja nix an meiner Therapie, nur daran, wie ich mich verhalte. Und leider klappt das jetzt ohne Sensor wesentlich schlechter.

Und ich versuche, mich von den jetzt wieder deutlich schwankenden Werten nicht zu sehr hinabziehen zu lassen.
Als mein Sensor den Geist aufgab, hab ich mich für knapp zwei Wochen total hilflos gefühlt. So viele Jahre lang war es völlig normal, nur die punktuellen Blutzuckermessungen zu haben, mal einen Sensor der ein paar Tage lang gut lief, aber bei dem man immer aufpassen musste, dass er nicht abfällt oder kaputtgeht. Zudem habe ich zuletzt mindestens 10, eher sogar 14 Messungen am Tag gebraucht, um einigermaßen zurecht zu kommen.
Mit meinem Sensor hatte ich am Ende genau noch die 2 Messungen für die Kalibration, ansonsten brauchte ich weder beim Sport noch beim Essen zu messen, der Sensor war unglaublich genau und schnell.

Und jetzt hab ich ständig so Momente, in denen ich messe und einen Wert von 275mg/dl angezeigt bekommen! Und ich weiß nicht wieso! Eigentlich erwarte ich einen Top- Wert! Unter dem Sensor hab ich doch auch nicht ständig solche Schwankungen gehabt! Vielleicht schiebe ich da aber auch einfach gerade zwei Dinge zusammen, die eigentlich unabhängig voneinander sind.

Frust frust frust!
Trotzdem! Momentan schiebe ich echt Frust. Der letzte Hba1c war 6,9! Hallo!!! So einen guten Wert hatte ich noch nie! Aber wenn das so weitergeht, bin ich ratz- fatz wieder bei 8,.... Und das ärgert mich maßlos momentan. Dieses hilflose Gefühl ist sooo ätzend, zudem merke ich meine Hypos momentan (da hat vermutlich der Sensor "schuld" dran, er hat mich ja bei 80 schon gewarnt) auch wieder erst bei 40- 45 mg/dl. Und die hohen Werte eben fast gar nicht. UND ICH WEIß EINFACH NICHT WORAN ES LIEGT!

Ich schreibe jetzt wieder Tagebuch, momentan scheint es aber vor allem ein Problem des Mahlzeiteninsulins zu liegen. Ein weiterer Verdacht wäre, dass vllt mein Insulin nicht mehr in Ordnung ist. Das Apidra wirkt ja eigentlich gut, bloß habe ich mittlerweile ja meine Insulindosis am Tag auf (für mich ungewohnt niedrige) 50-70 Einheiten gesenkt und dadurch liegt so ein Fläschen natürlich länger angebrochen rum (ich nutze die 10ml Durchstechflaschen). Ob dies vllt ein Grund sein könnte, werde ich spätestens morgen erfahren, dann hole ich neues Insulin aus der Apotheke, leider ist das aktuelle Fläschen nämlich auch noch das letzte -.-

Eine weitere Option ist natürlich, dass meine Erkältung immer noch nicht ganz auskuriert ist und ich immer noch Husten habe. Aber eigentlich schenke ich dieser Option nicht so starke Beachtung, das war bislang noch nie so.

Deshalb setze ich große Hoffnung auf das frische Insulin, ansonsten werde ich mich wohl einfach weiter ärgern müssen... auch wenn das alles andere als zuträglich für einen stabilen Blutzucker ist.
Bloß fällt mir das gelassen- bleiben am aller schwersten, ich neige immer noch sehr dazu, an meinen Werten und meiner eigenen Therapie zu zweifeln und fürchte mich davor, dass es wieder so wird wie vor knapp einem Jahr. Ich komme immer noch viel zu schnell in so einen Gedankenkreislauf, dass ich der Meinung bin, ich bekäme es nichts auf die Reihe und mache alles falsch. Mittlerweile weiß ich, dass das Gedanken sind, die ich mir selbst einrede, die für mich total kontraproduktiv sind und die auch einfach total negativ übertrieben sind.

Aber das zu ändern, fällt mir sehr sehr schwer. Falls es noch jemandem so geht, vllt noch mal kurz meine Strategien, um nach Möglichkeit nicht wieder in diesem Teufelskreis zu versinken. Leider ohne Gewähr, aber mir hilft manches davon.
  • Ablenkung: vor allem frische Luft und Sport. Da ich mich manchmal zu "richtigem" Sport nicht aufraffen kann, gehe ich spazieren, wenigstens eine kleine Runde. Lieblingsmusik auf Kopfhörer richtig laut und los. Im Idealfall ist danach auch der Zucker wieder ein wenig besser.
  • Handeln: Am schlimmsten ist für mich dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Das einzige, was dagegen wirklich hilft, ist aktiv zu werden. Ich setze mich dann an mein Tagebuch (oder fange wieder an, eines zu führen;) ) und schaue, was ich vllt direkt ändern könnte. Häufig geht es mir schon besser, wenn ich eine Erklärung für einen bestimmten hohen Wert gefunden habe. Wenn ich weiß, was ich falsch gemacht habe, kann ich das beim nächsten mal vielleicht verhindern. 
  • Entspannung: Ich habe schon einige Entspannungsmethoden ausprobiert und erlernt, muss allerdings sagen, dass mir in solch richtigen Frust- Momenten damit nicht geholfen ist. Meist versinke ich dann noch tiefer in negativen Grübeleien und alles wird noch schlimmer. Andererseits, wenn ich es schaffe, mich auf etwas anderes zu konzentrieren, geht es mir besser. Das ist leider immer eine Sache, die man ausprobieren muss.
Och menno....

Tja, und jetzt werde ich mich also wieder irgendwie ablenken, an meinem Blog zu arbeiten ist da auch schon einmal eine gute Sache. Aber so wie es aussieht, wird das wieder eine eher unentspannte Nacht...

Freitag, 26. September 2014

Diabetes- Blog- Woche Freitag - schwarz und weiß

Geschichten, die das Leben schrieb

Was waren Deine besten, schönsten oder lustigsten Erlebnisse mit dem Diabetes und welche Deine schlimmsten, schaurigsten oder traurigsten.



Was waren meine besten und meine schlimmsten Erlebnisse mit meinem Diabetes? Hm, da muss ich mal überlegen....

Witzig war (im Nachhinein;) ) als ich mit Freunden beim Weltjugendtag 2005 in Köln war. Wir haben das Wochenende in Köln und Bonn verbracht, die Nacht auf den Sonntag auf dem Marienfeld verbracht, wo der Papst die Messe gefeiert hat (naja zugegeben wir haben das eher nur am Rande mitverfolgt und haben eher die gute Stimmung dort genossen;) ) und wollten am nächsten Morgen mit unserem ganzen Krempel den Ort des Geschehens wieder verlassen. Mit uns aber auch gefühlt 10000 andere junge Leute und Jugendliche. Aus diesem Grund war der nächste Bahnhof leider gesperrt und so sind wir noch weitere 3 Stunden zu Fuß. mit jeder Menge Gepäck über schlammige Felder gewandert. Leider ist mir unterwegs irgendwann der Traubenzucker und der Saft ausgegangen und zwei Querstraßen vor dem Bahnhof hab ich einfach schlapp gemacht. Ich war nicht bewusstlos oder so, aber eben seit Stunden total unterzuckert und einfach fertig. Meine Freunde haben dann ein Sanitäterteam organisiert, die haben mir (eklig!) ein Glas Wasser mit Glucosepulver angerührt was ich mitten auf der Straße trinken musste-.- 
Immerhin haben sie mich dann auch mit in das Behandlungszelt genommen, dort konnte ich mich ausruhen und habe auf meine Gruppe gewartet, die mussten nämlich weiter laufen;) 
Da man mich dann aber von Seiten der Sanitäter natürlich auch schnell wieder aus dem Zelt raus haben wollte, haben sie mich und meine Freunde danach bis zum Zug begleitet, vorbei an einer riesigen Menge an Menschen, die anstehen mussten um in den Bahnhof gelassen zu werden. 
Wir haben dann den allerletzten Zug nach Hause bekommen, alle Leute nach uns musste die ganze Nacht und den nächsten Tag an diesem Bahnhof ausharren und dort übernachten weil die Züge einfach alle überfüllt waren! Glück muss man haben oder Diabetiker muss man sein;) Auch wenn es natürlich ein bisschen mieses Vorteil- raus- schlagen ist, aber bei den ganzen Nachteilen die man sonst hat....




Weltjugendtag 2005 in Köln - Leider besitze ich keine digitalen Fotos von damals :D


Tolle Erlebnisse sind eigentlich auch immer dann, wenn ich andere Diabetiker treffe, die auch Interesse an einem Austausch haben! Zum Beispiel fand ich die beiden Camp D`s als absolut großartig (okay, der Noro- Virus hätte nicht unbedingt sein müssen) und es war jedes Mal eine super- tolle Erfahrung!

Was war nicht so toll? Naja, ich kann da jetzt eigentlich keine genaue Situation nennen, ich habe zum Glück in den letzten 18 1/2 Jahren keine einzige Hypo mit Bewusstlosigkeit gehabt oder wurde aufgrund des Diabetes irgendwo ausgeschlossen oder gemobbt oder so. 
Das negative sind bei mir keine klar zu benennenden Erlebnisse sondern eher im allgemeinen die letzten Jahre, in denen ich mit meiner Erkrankung immer schlechter zurechtkam und es mich vor allem psychisch immer total fertig gemacht hat. Dieses Gefühl zu haben, dass sich eh nie was ändern wird und dass man ständig nur versagt und damit vor allem seine Gesundheit massiv aufs Spiel setzt, ist etwas, was ich wohl nie vergessen werde. Aber aus diesem Grund hoffe ich auch, dass es deshalb nie wieder so weit kommen wird und ich eine so tiefschwarze Phase im Bezug auf meinen Diabetes nicht nochmal durchmachen muss. 

Dienstag, 2. September 2014

CGM als das Ei des Kolumbus ?!?


Immer mehr Typ 1er tragen eines der wenigen bislang erhältlichen Kontinuierlichen Glucose- Messsysteme. Und auch das Wissen darüber verbreitet sich immer weiter, was ich nur begrüße denn meine meiner Meinung nach ist Information eines der wichtigsten Dinge bei einer Krankheit.

Dennoch muss ich mich mehr und mehr auch wundern. In manchen Facebook- Gruppen fragen Leute nach dem besten Anwalt, der Ihnen die Bewilligung auf ein solches System bei der Krankenkasse durchboxt, haben sich ansonsten aber scheinbar noch überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt.
Was scheinbar zu allen durchdringt: Ein CGM misst rund um die Uhr deinen Blutzucker. So weit so gut. Für viele scheint dass aber dann tatsächlich sowas wie eine Lösung für alle Ihre Probleme zu sein. Ich hab mit Menschen geschrieben, die haben seit x Jahren keine Schulung mehr besucht, wissen nicht wie ein Basalratentest funktioniert und haben vor allem keine Lust auf das Blutzuckermessen.

Hm. Und jetzt soll doch die Kasse den Sensor bezahlen, weil dann haben sie auch endlich einen "guten" HbA1c.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht in der Regel aber total anders aus. Ich selbst habe meinen Medtronic- Sensor zwischendurch immer mal wieder in den Urlaub geschickt, nämlich dann, wenn er mir einfach auf den geist ging. Nachdem ich 3 Wochen lang keine Nacht länger als zwei Stunden am Stück geschlafen hatte.
Klar, warum der Ärger: Weil meine Werte nicht stabil waren. Dann macht der Sensor alarm. So wie er es ja auch tun soll. Und dann ist es mein Job, mit diesem Alarm umzugehen. Und im Idealfall meine Einstellung zu verbessern.
Was aber eben den meisten nicht klar ist, ist der Aufwand, den so ein Sensor eben auch bedeutet. Ich MUSS micht nämlcih plötzlich mit diesen ganzen Werten auseinandersetzen. Wenn ich nicht messe, weil ich es nicht ertragen kann diese ganzen hohen Werte zu sehen, dann wartet mal ab, bis der Sensor euch auf einmal rund um die Uhr diese schlechte Einstellung vor Augen führt.

Ich will nicht falsch verstanden werden: Ich liebe meinen Sensor! Umso mehr, dass er in meinen Oberam implantiert ist und ich kein nerviges Pflaster habe, was abfalle könnte. Und er ist ultra genau. Ich habe dank dem Sensor meine Werte total verbessern und meine ganze Einstellung optimieren können.
Aber es war verdammtnochmal ein Haufen Arbeit! Und wenn meine Studie abläuft, muss ich mir Gedanken dazu machen, ob ich bereit bin, meinen Sensor weiterhin wie vor der Studie selbst zu finanzieren.

Ich bin auch definitiv dafür, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen, aber nur für Leute, die auch in der Lage sind, mit so einer unbestritten teuren Technik umzugehen. Ich will selbst einscheiden, ob ich einen Sensor will oder nicht. Aber bestimmt Kriterien, welche mal im Vorfeld erfüllen muss, sollten schon sein. Zum Beispiel sollte eine ganz regelmäßige Schulung Pflicht sein!

Von dem Traum mit dem "kein Blutzucker mehr messen" sollte man sich eh verabschieden. Gerade in der Anfangszeit misst man eher noch mehr, man muss sich schließlich auch erstmal an den Sensor gewöhnen.
Wenn man keinen Sensor hat, bleibt einem immer die Wahl, ob man jetzt gerade seinen Blutzucker messen möchte, oder nicht. Der Sensor deckt das alles auf, und dann muss man in der Regel auch eine von vielen Handlungsoptionen wählen.  Der Diabetes ist durch den Sensor bei mir viel stärker präsent, ich kann jederzeit den Wert ablesen, den Trend analysieren. Und zwischendurch immer mal ein Alarm. Das alles zusammen beschäftigt den Kopf ganz schön.

Wer also einfach keinen Bock hat sich um seinen Diabetes zu kümmern (und das ging mir selbst ja auch ganz viele Jahre lang so :D ) der sollte einen Sensor zumindest ersteinmal Probe tragen und sich ausführlich informieren. Und dann kann man sich entscheiden, ob man an seiner Haltung etwas ändern möchte oder nicht. Erst dann macht ein CGM aus meiner Sicht wirklich einen Sinn.


 

Samstag, 23. August 2014

Termin beim Diabetologen


So, Montag habe ich einen extra Termin beim DiaDoc. Ich hatte je geschrieben, dass meine Beraterin meinte, ich sollte Metformin nehmen (eine Meinung, die ICH gar nicht teile, vor allem da meine Werte und Apidra unglaublich gut sind!) und deshalb mal mit dem Doc darüber reden.
Naja, da ich ja (mittlerweile) total gerne zu meinem Doc gehe und ich dabei immer ziemlichen Spaß habe und mich gut unterhalte, habe ich da ja nix gegen. Zuedm bin ich ja auch stolz wie Bolle auf meinen Sensor und möchte den natürlich auch präsentieren;)

Aber mal allgemein: Wie steht Ihr zu eurem Doc? Ich habe da lange Zeit kein gutes Verhältnis zu dem Berufsstand allgemein gehabt, deshalb wollte ich meine DiaDocs mal kurz Revue passieren lassen.

1. Die Kinderärzte
Ich bin damals in Bad Oeynhausen gewesen, zur Ersteinstellung und auch danach zur ersten Pumpenschulung. In der Zeit hatte ich 2 (3?) Doc, die ich eigentlich immer ganz cool fand, wenn die Termine auch immer vor allem den Beigeschmack von "der rückt dir mal wieder den Kopf gerade" hatten. Bestimmt keine besonders gute Ansage meiner Eltern, aber das weiß man ja vorher nicht. Die Termine da mochte ich schon, bis Bad Oeynhausen war es einige Zeit zu fahren und so war das immer ein Tagesausflug mit meinem Papa nachdem es immer Pizza oder ähnliches gab:)

2. Der Ätzende
Als in Oeynhausen die Ambulanz sicht machte, war das für mich erstmal schlimm. Bei uns auf dem Land einen Doc zu finden, der Typ 1 UND Insulinpumpe betreut, war für meine Eltern gar nicht so einfach!
Den Doc, bei dem ich dann gelandet bin, konnte ich von Anfang an nicht leiden. Ein humorloser Typ der unter seinem Schreibtisch immer Schokolade versteckt hatte, die man aber vom Patientenplatz leider sehen konnte :D Ich fand das irgendwie erbärmlich.
Schon damals fing es an, dass ich eigentlich bei jedem Termin dort völlig fertig und in Tränen aufgelöst war, weil ich immer nur gesagt bekommen hab, wie schlecht ich das alles amche und dass ich damit bald Folgeerkrankungen haben würde. Zudem konnte er mir in praktischen Fragen gar nicut helfen. Einmal wollte ich wissen (ich war gerade 18) wie das mit Alkohol läuft. Immer wenn ich bislang was getrunken hatte, gingen die Werte durch die Decke, eine Lösung htte ich allerdings nicht. Der spruch des Docs: "Sie sollten sich bewusst sein, was sie Ihrem jungen Körper mit Alkohol zumuten!"
Jaaaah.... sagen wir mal so, ich wollte mir ja nicht jede Tag die Birne zuziehen, sondern einfach auch mal ein Bier auf ner Party trinken. Naja, ich hab nie wieder gefragt und danach einfach alles selsbt ausprobiert.
Hier hatte ich auch eine Schulung in der ich mit einem Abstand von knapp 40 Jahren die jüngste war, wir haben ewig über das Insulinaufziehen mit Spritze gesprochen und zur Pumpe wurde gesagt: "Es gibt auch Insulinpumpen, aber das ist hier jetzt zu kompliziert." Mega gut. Nicht. Danach haben wir 4 Einheiten zur Fußpflege gemacht bei denen ich mich jedesmal spontan auf den Teppich hätte erbrechen können.

Die Unbeteiligte
Durch den Umzug zur Ausbildung kam ich also zu einer neuen Ärztin. Zu Ihr kann ich leider nichtmal viel sagen, ich weiß, dass ich da auch jeden Termin geheult habe weil ich es nicht aushalten konnte, über meine Werte zu sprechen, das einzige was man dazu meinte wäre, mir Antidepressiva aufzuschreiben. Das ich aber nicht depressiv war, wusste ich ziemlich sicher, mein leben lief gut, nur eben der Diabetes nicht. Ich war drei Jahre in dieser Praxis und habe nebenbei ja sogar Therapie bei einem Psycho-Diabetologen gemacht. Letztendlich hat das meinen HbA1c für ein Qurtal verbessert, danach war alles wie vorher.

Der Tolle
Nachdem ich mit der ersten Ausbildung fertig war und wieder bei meinen Eltern wohnte um Krankenpflege zu lernen, stand wieder ein Doc- Wechsel an. Diesmal bloß nicht zu dem Ätzenden, also ein neuer musste her. Gefunden habe ich einen ganz tollen! Den mochte ich richtig gerne, der hatte Verständnis dafür, dass es mir schlecht ging und ritt nicht so auf schlechten Werten und Folgeerkrankungen herum. Leider war dies allerdings keine Schwerpunktpraxis sondern eine normale Hausarztpraxis, bloß dass der Doc eben Diabetologe ist. Das heißt leider, keine Schulungen und sowas.
Trotz dass ich ihn sehr mochte, verbesserte das meine Werte natürlich nicht, allerdings wurde mir riegdnwann in dieser Zeit schlagartig klar, dass ich an einer Essstörung leide, und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Selbst in der Therapie ist das nie rausgekommen, ich selbst hatte da vorher überhaupt keinen Schimmer von. Auf dem Land, und während ich bei meinen Eltern lebte, eine Therapie zu machen, stand allerdings nie zur Debatte, zudem passierte dann im Sommer 2010 mein schwerer Unfall nachdem ich meine Ausbildung leider abbrechen musste und wieder zum Studium nach Münster zog.

Der Coole
Also wieder ein neuer Arzt, weil zu "der Unbeteiligten" wollte ich auch nicht wieder gehen. Bei diesem Doc bin ich heute noch, und damit super zufrieden! Die Praxis ist ziemlich groß, 3 Ärzte und ein riesen Beraterteam. Mein Doc ist echt cool, der hatte auch Verständnis und machte keinen Druck. Es werden ganz viele Schulungen und Seminare angeboten, zuletzt habe ich eine Coping- Schulung angeboten, welche meine Beraterin durchgeführt hat. In dieser Schulung geht es um die Bewältigung, den Umgang mit der Krankheit, nicht der inhaltlichen Wissensvermittlung. Richtig gut. Zudem hat mein Doc mir hier endlich mal klar gesagt, dass ich auch wegen dem Diabetes Hilfe brauche und mal über einen stationären Aufenthalt nachdenken sollte. Nachgedacht hatte ich darüber schon viel, aber mich nie getraut, danach zu fragen. Somit war die Sache klar und der Aufenthalt in Mergentheim hat aller verändert.

So, und was habt Ihr noch für Doc`s erlebt?

Sonntag, 3. August 2014

Manchmal muss man eben offensiv kämpfen!

So, seitdem ich ja wieder nen Sensor trage und dieser mit absoluter Genauigkeit läuft gilt mein erster Blick morgens meinem IPod und dem Verlauf des Blutzuckers der Nacht.
Heute war das mehr als zufriedenstellend, perfekter Verlauf von immer so knapp 110 mg/dl die ganze Nacht hindurch, damit bin ich sehr zufrieden.
Leider hat das Frühstück dann aber den Wert ja ansteigen lassen und zwar leider auch über den gewünschten pp-Berg hinaus. Nachdem ich die letzten zwei Tage also ständig in ner Hypo war, kam ich heute nach dem Frühstück nicht mehr unter 160, trotz mehrfacher Korrektur.
Irgendwann dazwischen ist auch der Katheter mal wieder verreckt, rund um das Pflaster eine dezente Blutsput weißt in der Regel auch auf zurückgelaufenes Insulin hin-.- Also einmal neu und munter nochmal korrigiert.
Ich hab dann noch einige Zeilen an meiner Arbeit geschrieben, für Abends bin ich mit einer neuen Freundin verabredet:) Wir haben uns beim Camp D dieses Jahr kennengelernt und wenn man schon in der selben Stadt wohnt kann man ja auch mal Kaffee trinken gehen:) oder eis essen, mal sehen.
Aber wie sehr mich dann immer det Blick auf meinen IPod frustriert hat. Konstante Werte sind ja ganz nett, aber können die dann nicht so bei 120 liegen anstatt bei 180??
Da mich das so genervt hat, hab ich meinem Blutzucker einfach mal offensiv den Kampf angesagt und bin schonmal ne Stunde vor meiner Verabredung losgefahren.
Gestartet bin ich mit knapp 220 mg/dl und noch leicht steigender Tendenz, angekommen nach knapp 30 Minuten dank einer Extrarunde über Münsters Fahrradhighway Promenade bei schönen 94 :) So mag ich das.
Naja leider haben aber zwei Milchkaffee und ein Salatteller wieder alles zunichte gemacht, irgendwas läuft heute einfach nicht... Ich tippe ja doch noch, dass vielleicht der Zyklus da seine Finger stärker im Spiel hat, als ich bislang immer gedacht habe. An solchen Tagen muss man einfach durchhalten.
Oder eben nochmal ne Runde Fahrrad extra fahren ;)